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ISS_1958_OttoMarischka

Was wenige wissen: Als Fußballprofi in Argentinien verdiente Otto Marischka ganz gutes Geld – das war 1956. Mit dem Einkommen gründete er eine Reinigungsfirma in Wien. 1971 verkaufte es der Österreicher an den dänischen ISS Konzern.

Was viele wissen: ISS Österreich ist heuer also 60 Jahre alt. Während andere Facility Unternehmen ständig mit ihrem Bekanntheitsgrad kämpfen, kann man das von ISS nicht sagen. Ich würde meinen, es ist die stärkste und bekannteste Service-Marke in diesem Bereich. Gut, dahinter stecken heute auch brutale Kapitalinteressen, Hauptinhaber sind ja internationale Finanzinvestoren. Peter Prischl, Head of International Consulting bei Drees & Sommer, glaubt, dass solche Eigentümer langfristig gut für die Entwicklung des Unternehmens seien. Anders Alexander Redlein, Professor für Facility Management an der TU Wien. Die Konzerne hätten dann nur mehr Wachstum im Kopf und hörten den Kunden nicht mehr zu, was sie eigentlich wollen, glaubt Redlein.

Vielleicht geht auch beides: ISS hat sich von einem Reinigungsunternehmen zu einem visionären und globalen Player entwickelt. Gekauft wurde aggressiv, ja, Zuwachs und Zahlen waren oberste Ziele. Das sei nun aber nicht die weitere Strategie. „Wir werden in Österreich keine Firmenzukäufe planen, außer es gibt die Möglichkeit im technischen Bereich Kompetenz anzueignen“, meint Österreich-CEO Erich Steinreiber. Zugleich greift man aber auf Know-how und organisatorisches Backup des weltweiten Konzerns zurück.

ISSStrategisch legte man den Fokus auch recht bald auf „integrierte Facility Services“. Im Jahr 2007 wird in der Unternehmenshistorie angeführt:

Etablierung des ersten IFS-Vertrages (Integrierte Facility Services) -Entwicklung von partnerschaftlichen Konzepten zur Unterstützung des Kundenkerngeschäfts.

Der große Vorteil eines großen Unternehmens:  Über die Zentrale in Kopenhagen denkt man heute schon über Zukunftsthemen wie Roboter und Digitalisierung nach. Steinreiber, betont dies auch, in der Pressekonferenz, die gerade stattfindet. In den nächsten 5 bis 7 Jahren glaubt Steinreiber würden erste Prototypen eingesetzt werden. „Unser Anspruch muss sein, die ersten in Österreich zu sein, die so etwas einführen.“ Gleichzeitig meint Steinreiber, er glaube nicht, dass der Mensch wirklich durch Maschinen ersetzt werden würde. Ich frage mich: Wo, wenn nicht in diesem Bereich, wo jetzt schon Waldi, der automatische Staubsauger, durch die Wohnzimmer der privaten Haushalte flitzt?

Wie auch immer, ISS führt den österreichischen Markt laut Lünendonk-Liste mit über 200 Mio. Euro Umsatz und 7.500 Mitarbeitern (Zahlen von 2014) eindeutig an, der Komplettanbieter-Bericht von RESO und Reality Consult attestiert eine hohe Tiefe der Eigenleistung. Beachtlich also in jedem Fall, was seit dem ersten Auftrag (siehe Bild) alles passiert ist.

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Fotos: ISS Österreich

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