Andreas Gnesdavon Gast-Bloger Andreas Gnesda, Geschäftsführer von teamgnesda

Laptop, Handy ev. noch ein Stift – schon ist alles bereit für einen neuen Arbeitstag. Die Frage, wo gearbeitet wird, bleibt heute vielen Wissensarbeitern bereits selbst überlassen. Home Office, die grüne Wiese oder das inspirierende Café, wichtig ist, dass die Atmosphäre zum Arbeitsinhalt passt. Warum also beschäftigen wir uns trotzdem noch mit optimalen Bürolösungen, bauen internationale Unternehmen teure und visionäre Headquarter und brüten unzählige Berater über neuen Arbeitsplatzkonzepten?

Die Frage ist so einfach wie kompliziert – weil der Mensch ein soziales Wesen ist und Büro nicht nur Arbeitsplatz, sondern im besten Fall ein Stück Heimat darstellt. Ein Platz, der dem Mitarbeiter starke Wurzeln gibt, ein Ort der Begegnung, eine Zone für Entfaltung und kreative Weiterentwicklung. Das zentrale Element dabei ist die Kommunikation und Motivation. Denn auch wenn wir heute über Ozeane und unterschiedliche Zeitzonen hinweg in Projektteams digital vernetzt zusammenarbeiten, so spielt gerade für die persönliche Identifikation mit einem Unternehmen der direkte Kontakt nach wie vor eine wesentliche Rolle.

Direkte Kommunikationsbeziehungen am Arbeitsplatz sind gewichtige Größen, wenn nach Faktoren der Motivation und Zufriedenheit von Mitarbeitern geforscht wird. Positives, aber auch negatives Kommunikationsverhalten wird in Beziehungen unmittelbar wahrgenommen, das Gegenüber unmittelbar erlebt. Vor allem die Kommunikationsbeziehung zwischen Manager und Mitarbeiter erweist sich dabei oftmals als „Zünglein an der Waage“.

85% unserer Probleme und Konflikte entstehen durch fehlerhafte und unbewusste Kommunikation. Nachdem die meisten Menschen das Kommunizieren aus Ihrer Umgebung lernen, ist es wichtig gewissen Regeln und Gesetzmäßigkeiten zu beachten und zu lernen.

Martin Seligman und andere Vertreter der Positiven Psychologie*  (*Positive Psychologie ist die Selbstbezeichnung des US amerikanischen Psychologen Martin Seligman begründeten Forschungsprogramms. Dabei werden normativ positive Gegenstände der Psychologie wie Glück, Optimismus, Geborgenheit, Vertrauen, Verzeihen und Solidarität behandelt.) belegen immer wieder in empirischen Studien, dass Menschen ganz spezifische Bedingungen brauchen, um aufzublühen. Z.B.: Engagement, positive Gefühle, Sinn und Bedeutung und das Gefühl, Zielen näher kommen zu können. Vieles davon steht in direktem Zusammenhang mit der Motivation. Stärken wir die Motivation – also auch das Engagement – so unterstützen wir das Wohlbefinden und damit auch die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Menschen.

Eine wichtige Funktion bei der Motivation spielen auch Emotionen, denn diese sind es, die Menschen dazu bringen, sich auf wichtige Ziele hin zu bewegen. Die durch Emotionen hervorgerufenen physiologischen Erregungen können erforderlich sein, um Menschen zur optimalen Leistung zu motivieren. Emotion und Motivation sind zwei nicht unterschiedliche psychische Prozesse, sondern sehr eng miteinander verbunden. Nach Nolting & Paulus (1993) hat derselbe psychische Vorgang immer sowohl eine Befindlichkeitsseite als auch eine Antriebsseite. Betont man die augenblickliche Erlebnis Lage, spricht man von Emotion oder Gefühl, betont man hingegen die Ziellage, zu der die vorhandene Kraft drängt spricht man von Motivation. Bedürfnisse verursachen, also einerseits Gefühle, die ihrerseits motivierend wirken und Handlungen in Gang setzen.

Das Wir-Gefühl– als Grundbedürfnisses jedes Menschen einer Gruppe anzugehören und sich als Teil des Ganzen zu fühlen verstärkt die Bereitschaft Leistung zu erbringen und motiviert zu bleiben. Genauso unterstützt Transparenz das Gefühl Teil eines Ganzen zu sein, weil man dadurch Arbeitsabläufe bzw. etwaige Prozesse eher wahrnimmt und sich, zumindest indirekt, angehörig fühlt.

Wie SINN:VOLLE Arbeitswelten die Kommunikation von Teams, die Motivation und die Leistungsfähigkeit unterstützen können, erfahren Sie im nächsten Gast-Blogbeitrag von mir.


neuearbeitswelten

Die Serie “Neue Arbeitswelten” beschäftigt sich mit den Veränderungen im Bereich Arbeit und zeigt in ihren Beiträgen die Auswirkungen auf Immobilien, Organisationen und die Gesellschaft auf. Die Serie entsteht in inhaltlicher Kooperation mit teamgnesda.

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