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Die Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben das Heirloom House-Projekt vorgestellt, das aus neun modularen Betonelementen besteht, die manuell umgestaltet werden können und für eine Lebensdauer von 1.000 Jahren ausgelegt sind. In Zusammenarbeit mit dem mexikanischen Baustoffunternehmen Cemex hat das MIT-Studio Matter Design diese Elemente unter Berücksichtigung von Kinetik und Physik entwickelt.

Damit man sich das besser vorstellen kann, mal hier klicken und die Bilder anschauen: https://www.matterdesignstudio.com/#/heirloom-house/

Das Projekt thematisiert das Paradoxon von Beständigkeit und Anpassungsfähigkeit in der Architektur. Während Menschen im Durchschnitt 12 verschiedene Wohnungen im Leben bewohnen, werden Gebäude oft mit der Absicht errichtet, viel länger zu bestehen. Um den sich ändernden Anforderungen gerecht zu werden, müssen diese Gebäude jedoch ständig renoviert werden, was zusätzlichen Energieaufwand und Abfall verursacht. Brandon Clifford, Direktor von Matter Design, betont, dass Architektur nicht scheitert, weil sie einstürzt, sondern weil sie obsolet wird.


Die schweren Elemente des Heirloom House sind so gestaltet, dass sie schnell bewegt und in unterschiedlichen Konfigurationen kombiniert werden können. Sie verfügen über abgerundete Fußelemente, die es ermöglichen, sie einfach zu platzieren. Das Team hat bereits drei dieser Komponenten in Originalgröße fertiggestellt und zeigt die restlichen Konfigurationen im Maßstab eines Puppenhauses.


Die Forschung basiert auf der Erkenntnis, dass die Lebensdauer von Gebäuden oft kürzer ist als die durchschnittliche Lebenserwartung. Die Klimakrise verdeutlicht die Grenzen des Konsumverhaltens in Bezug auf Gebäude. Cemex sieht in diesem Projekt die Möglichkeit, die Funktionalität von Beton neu zu denken und innovative Lösungen im Bereich Materialwissenschaft zu entwickeln, um die Langlebigkeit und Anpassungsfähigkeit von Beton zu verbessern.


Darüber hinaus wird die wirtschaftliche Dimension angesprochen: Der Bau mit anpassbaren Komponenten könnte den Bedarf an zusätzlichen Materialien und Arbeitskräften minimieren. Diese Elemente könnten mit der Zeit an Wert gewinnen und als Erbstücke betrachtet werden. Das Heirloom House-Projekt ist das Ergebnis jahrelanger Forschung am MIT und stellt einen innovativen Ansatz dar, um Gebäude für die Zukunft zu gestalten.