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Ortner warnt
Der österreichische Wohnungsmarkt gerät laut Advicum Consulting durch die neue Mietpreisbremse weiter unter Druck. Seit April 2026 greift der Staat erstmals auch in den privaten Mietmarkt ein. Für Matthias Ortner ist das ein riskanter Schritt.
„Kurzfristig hat die Deckelung mit Sicherheit einen positiven Effekt für viele Haushalte“, sagt Ortner. Langfristig drohe jedoch das Gegenteil: „Ohne Geldgeber wird kein neuer Wohnraum geschaffen.“
Grund dafür seien sinkende Investitionsanreize, hohe Baukosten und teure Finanzierungen. Viele Projekte würden verschoben oder gestoppt. „Die Prognose für Fertigstellungen 2026 liegt auf einem historischen Tiefstand“, so Ortner.
Zusätzliche Unsicherheit durch geopolitische Krisen und mögliche Zinsschritte der European Central Bank verschärfe die Lage weiter. Ortner fordert daher mehr staatliche Anreize, schnellere Genehmigungen und Maßnahmen zur Ausweitung des Wohnungsangebots.
Gemeinnütziges Bauen: weniger, aber stabiler
Elf Komma neun. Das ist die Zahl, mit der der Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) dieser Tage in die Öffentlichkeit tritt. 11.900 Wohnungen haben die gemeinnützigen Bauträger im Jahr 2025 fertiggestellt – um 13 Prozent weniger als im Jahr davor. Das klingt zunächst nach schlechten Nachrichten. Aber, und das ist eben das Interessante an dieser Geschichte: Gemessen an dem, was rund herum passiert, ist das eigentlich eine Erfolgsmeldung.
Denn während der gewerbliche Wohnbau in der Krise schlicht die Projekte auf Eis legt, bauen die Gemeinnützigen weiter. Kontinuierlich, planbar, unspektakulär. Ergebnis: Ihr Marktanteil bei Baubewilligungen im Mehrgeschoßwohnbau ist auf über 50 Prozent gestiegen. Jede zweite neu bewilligte Wohnung in diesem Segment geht also auf das Konto eines GBVs. Das ist keine Kleinigkeit.

Das Investitionsvolumen bleibt beträchtlich: 2,7 Milliarden Euro im Neubau, weitere 1,7 Milliarden in Sanierung und Instandhaltung. Wobei gerade letzteres eine eigene Geschichte verdient – denn bei der thermischen Sanierung legen die Gemeinnützigen richtig zu: 7.900 Wohnungen wurden 2025 saniert, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Umstellungen auf klimafreundliche Heizsysteme gibt es ebenfalls einen Zuwachs von 6 Prozent auf rund 6.900 Wohneinheiten. Klimaschutz und leistbares Wohnen – man täte gut daran, diese beiden Themen nicht länger gegeneinander auszuspielen.
Was den Gemeinnützigen weiterhin schlaflose Nächte bereitet: Grundstücke. Oder vielmehr deren Fehlen. „Leistbare Grundstücke sind das Fundament für leistbare Wohnungen“, sagt Verbandsobmann Michael Gehbauer – und hat damit natürlich völlig recht, aber leider auch wenig Gehör gefunden bisher. Die Forderung, dass öffentliche Liegenschaften vorrangig dem gemeinnützigen Wohnbau zugute kommen sollten, ist so alt wie sie berechtigt ist.
Ab 2027 soll es übrigens wieder aufwärts gehen – ein „sanfter Aufwärtstrend“ wird erwartet. Bis dahin gilt: stabil bauen, fleißig sanieren, und hoffen, dass die Politik das Fundament nicht weiter dem Zufall überlässt.Das Burgenland mit +65 % ist übrigens der stille Ausreißer dieser Statistik – fast könnte man einen eigenen Text darüber schreiben, was dort gerade passiert. Falls du willst, mache ich das.
Expo Real erweitert ums Thema Infrastruktur
Die Immobilienmesse Expo Real nimmt künftig Infrastrukturprojekte stärker in den Fokus. Ab der kommenden Ausgabe soll das Thema als eigenständiger Bestandteil der Veranstaltung etabliert werden.
Hintergrund ist die wachsende Bedeutung von Infrastrukturinvestitionen im Zuge von Energiewende, Mobilitätsumbau und Digitalisierung. Laut Veranstalter sollen damit neue Zielgruppen angesprochen und Schnittstellen zwischen Immobilien- und Infrastruktursektor stärker vernetzt werden.
Geplant sind eigene Ausstellungsflächen sowie inhaltliche Formate, die Projekte, Finanzierungsmodelle und regulatorische Rahmenbedingungen abbilden. Ziel ist es, die Messe thematisch breiter aufzustellen und aktuelle Entwicklungen im Markt stärker zu berücksichtigen.
Ui, die Zinsen!
Jetzt schaute es mal kurz nach Besserung am Immobilienmarkt aus, da drohen nun die Zinsen wieder rauf zu gehen. Das bestätigt nun auch der Kreditvermittler Infina. Die Eskalation im Nahen Osten wirkt halt zunehmend auf Europas Wirtschaft durch und verschärft die geldpolitische Lage. Steigende Ölpreise treiben die Inflation wieder an, während die Europäische Zentralbank ihre Wachstumserwartungen nach unten korrigiert. Zwar bleibt die Kerninflation vorerst rückläufig, doch das Risiko von Zweitrundeneffekten wächst. An den Finanzmärkten werden bereits mehrere Zinsschritte bis Ende 2026 erwartet, deren tatsächliches Ausmaß jedoch stark vom weiteren Verlauf des Konflikts abhängt.
Für die Immobilienfinanzierung bedeutet das eine Trendwende. Kurzfristige Zinsen wie der 3-Monats-Euribor steigen wieder, während sich langfristige Zinsen stabilisieren. Gleichzeitig treffen höhere Finanzierungskosten auf ein knappes Neubauangebot und hohe Baukosten. Nach einer Phase der Erholung dürfte sich der Zugang zu Wohnbaukrediten im Jahresverlauf wieder verschlechtern.
Die Gefahr einer Stagflation nimmt zu. Steigende Energiekosten belasten nicht nur die Inflation, sondern auch das Wirtschaftswachstum im Euroraum. Die EZB steht damit erneut im Spannungsfeld zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung.
Auch für private Haushalte verschärfen sich die Rahmenbedingungen. Der Infina-Leistbarkeitsindex zeigt für 2026 eine zunehmende Belastung: Steigende Immobilienpreise und Zinsen treiben die Schuldendienstquote nach oben. Aktuell liegt sie laut Schnellschätzung bei 38,5 Prozent des Einkommens österreichweit und bei 35,1 Prozent in Wien.
Modulare Elemente vom MIT
Die Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben das Heirloom House-Projekt vorgestellt, das aus neun modularen Betonelementen besteht, die manuell umgestaltet werden können und für eine Lebensdauer von 1.000 Jahren ausgelegt sind. In Zusammenarbeit mit dem mexikanischen Baustoffunternehmen Cemex hat das MIT-Studio Matter Design diese Elemente unter Berücksichtigung von Kinetik und Physik entwickelt.
Das Projekt thematisiert das Paradoxon von Beständigkeit und Anpassungsfähigkeit in der Architektur. Während Menschen im Durchschnitt 12 verschiedene Wohnungen im Leben bewohnen, werden Gebäude oft mit der Absicht errichtet, viel länger zu bestehen. Um den sich ändernden Anforderungen gerecht zu werden, müssen diese Gebäude jedoch ständig renoviert werden, was zusätzlichen Energieaufwand und Abfall verursacht. Brandon Clifford, Direktor von Matter Design, betont, dass Architektur nicht scheitert, weil sie einstürzt, sondern weil sie obsolet wird.
Die schweren Elemente des Heirloom House sind so gestaltet, dass sie schnell bewegt und in unterschiedlichen Konfigurationen kombiniert werden können. Sie verfügen über abgerundete Fußelemente, die es ermöglichen, sie einfach zu platzieren. Das Team hat bereits drei dieser Komponenten in Originalgröße fertiggestellt und zeigt die restlichen Konfigurationen im Maßstab eines Puppenhauses.
Die Forschung basiert auf der Erkenntnis, dass die Lebensdauer von Gebäuden oft kürzer ist als die durchschnittliche Lebenserwartung. Die Klimakrise verdeutlicht die Grenzen des Konsumverhaltens in Bezug auf Gebäude. Cemex sieht in diesem Projekt die Möglichkeit, die Funktionalität von Beton neu zu denken und innovative Lösungen im Bereich Materialwissenschaft zu entwickeln, um die Langlebigkeit und Anpassungsfähigkeit von Beton zu verbessern.
Darüber hinaus wird die wirtschaftliche Dimension angesprochen: Der Bau mit anpassbaren Komponenten könnte den Bedarf an zusätzlichen Materialien und Arbeitskräften minimieren. Diese Elemente könnten mit der Zeit an Wert gewinnen und als Erbstücke betrachtet werden. Das Heirloom House-Projekt ist das Ergebnis jahrelanger Forschung am MIT und stellt einen innovativen Ansatz dar, um Gebäude für die Zukunft zu gestalten.
Bildcredits: Image courtesy of Matter Design / Brandon Clifford
UN-Habitat-Direktorin kommt nach Wien
Die Direktorin von UN-Habitat, Anacláudia Rossbach, wird die zentrale Keynote beim FIABCI World Real Estate Congress 2026 in Wien halten. Das gab FIABCI im Vorfeld des Kongresses bekannt, der von 8. bis 12. Juni 2026 stattfindet.
In ihrer rund 30-minütigen Keynote will Rossbach eine systemische Perspektive auf die globale Wohnungsfrage entwickeln. Im Fokus stehen die gesamte Wertschöpfungskette des Wohnens sowie die Frage, wie sich Wohnbau in großem Maßstab skalieren lässt. Thematisch geht es dabei um neue Koalitionen im Wohnbau, die Abstimmung unterschiedlicher Interessengruppen sowie um strukturelle Engpässe, die zur anhaltenden Wohnraumknappheit beitragen.
Der Kongress steht unter dem Motto „ACT – Action. Collaboration. Transformation.“ und versammelt rund 700 internationale Branchenvertreter in Wien. Neben Rossbach sind auch der Ökonom Kjell A. Nordström sowie Unternehmer Florian Gschwandtner als Keynote-Speaker angekündigt. Veranstaltungsort ist das Hilton Vienna Park, Gastgeber ist FIABCI Austria.
Bildcredit: Julius Mwelu
Preisspiegel, Teil 2
Was in der Pressekonferenz (siehe unterer Post) weiters noch erwähnt wurde, in den Presseunterlagen aber nicht vorkam: die strukturelle Verschiebung des Marktes.
Neben den präsentierten Zahlen wurde deutlich, dass der Anstieg der Transaktionen nicht isoliert zu sehen ist. Das Gesamtvolumen am Markt ist 2025 deutlich stärker gewachsen als die Preise selbst. Ein Plus von rund 25 Prozent wird vor allem damit erklärt, dass wieder vermehrt hochpreisige Objekte gehandelt werden. Der Markt wird selektiver, nicht teurer.
Auch regional zeigt sich ein differenzierteres Bild, als es die Unterlagen vermuten lassen. Während Wien, Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich bereits wieder als stabile Märkte gelten, hinken Kärnten, die Steiermark und das Burgenland noch hinterher. Tirol zeigt eine schwächere Entwicklung. Von einem einheitlichen Aufschwung kann also keine Rede sein.
Bemerkenswert ist die Einordnung der Preisentwicklung. Die moderaten Steigerungen von rund ein bis zwei Prozent werden von der Branche ausdrücklich als gesund bewertet. Weder Kauf- noch Mietpreise seien „explodiert“, vielmehr habe sich der Markt mit realistischeren Erwartungen auf Käufer- und Verkäuferseite neu eingependelt.
Im Mietsegment wurde ein Aspekt betont, der in den Unterlagen fehlt: Die durchschnittlichen Steigerungen von rund zwei Prozent liegen unter der Inflation und auch unter den Lohnentwicklungen. Das relativiert die oft gefühlte Dynamik, zumindest im bundesweiten Durchschnitt. Gleichzeitig wurde aber eingeräumt, dass sich die Situation in Ballungsräumen bereits deutlich angespannter darstellt.
Ein weiterer Punkt betrifft den Neubau. Die leicht steigende Zahl an Grundstückstransaktionen wird als mögliches Frühsignal interpretiert. Wer heute Grundstücke kauft, wird morgen bauen. Daraus leitet die Branche die Hoffnung ab, dass der Neubau mittelfristig wieder anzieht. Gleichzeitig bleibt die Realität eine andere: Die aktuell notwendigen rund 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr sind unter den bestehenden Rahmenbedingungen nicht erreichbar.
Deutlich konkreter als in den Unterlagen wurde auch die Kritik an regulatorischen Hürden formuliert. Bauträger müssten derzeit oft 60 bis 70 Prozent Eigenmittel aufbringen, um Projekte zu finanzieren. Gleichzeitig sorgen rechtliche Unsicherheiten, etwa im Mietrecht, für Zurückhaltung bei Investoren. Der aktuelle Mietdeckel wird als bürokratisch und schwer handhabbar beschrieben.
Der zentrale Befund der Pressekonferenz geht damit über die Zahlen hinaus. Der Markt ist stabil, aber fragil. Die Erholung basiert weniger auf steigenden Preisen als auf wiederkehrender Aktivität. Gleichzeitig wächst der Druck auf der Angebotsseite.
Die Branche warnt daher klar vor der nächsten Phase. Bleiben strukturelle Maßnahmen aus, droht eine erneute Verknappung des Angebots. Die Folge wären dann nicht mehr moderate, sondern deutlich stärkere Preisanstiege.
WKO-Preisspiegel: ja, Erholung
Österreichs Immobilienmarkt hat 2025 spürbar an Dynamik gewonnen. Laut aktuellem Immobilienpreisspiegel des Fachverbands der Immobilien- und Vermögenstreuhänder (wurde heute vormittag vorgestellt) stieg die Zahl der Transaktionen um 8,98 Prozent auf rund 91.000. Besonders stark legte der Wohnbereich zu, mit einem Plus von 20,96 Prozent bei Wohnungskäufen.
Die Preise entwickelten sich hingegen moderat. Eigentumswohnungen im Erstbezug verteuerten sich um 1,23 Prozent auf durchschnittlich 3.602,97 Euro pro Quadratmeter, gebrauchte Wohnungen um 1,82 Prozent auf rund 2.273 Euro pro Quadratmeter. Damit bleibt der Bestand deutlich günstiger als Neubauten.
Auch am Mietmarkt zeigt sich Stabilität. Neuwertige Wohnungen kosten im Schnitt 9,49 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 2,04 Prozent.
Ein klares Signal kommt aus Wien. Der Zinshausmarkt überschritt (nach dem Zinshausmarktbericht von Otto Immobilien) 2025 wieder die Milliardengrenze beim Transaktionsvolumen, bei gleichzeitig steigender Anzahl an Deals.
In Summe spricht die Branche von einer „gesunden Erholung“. Gleichzeitig warnen Vertreter vor einem künftig knappen Angebot und fordern politische Maßnahmen für Neubau und Sanierung.
Bunter Umbau
Meine Kinder hätten eine Freude, mit so einem Farbverlauf. Ganz in echt schaut das so aus, ohne Filter!
Wo? In den umgebauten Musikräumen der Western Academy in Peking.
Entlang eines Korridors sind mehrere Klassenräume angeordnet, die jeweils einem Lehrer zugeordnet sind und direkt mit mehreren Übungsräumen verbunden sind. Farbe dient als zusätzliches Ordnungssystem. Die drei Hauptklassenräume sind jeweils in Rot, Orange und Gelb gehalten und unterschiedlichen Altersgruppen zugeordnet.
Naja, spätestens beim regelmäßigen Üben würden es meine Kinder wohl nicht mehr so toll finden. Six Seven.
Bildcredit: Vincent Wu
Hotel wird zu Wohnungen
Auf der Rigi im Kanton Schwyz wird das historische Hotel des Alpes zu hochwertigen Wohnungen umgebaut. Das traditionsreiche Berghotel wurde 1899 errichtet und zählte einst zu den klassischen Grandhotels der frühen Schweizer Tourismusära. Nach der Einstellung des Hotelbetriebs im Jahr 2002 stand das Gebäude rund 20 Jahre lang leer. Nun soll die Liegenschaft im Rahmen des Projekts „Rigi des Alpes“ revitalisiert werden.
Investor und Projektentwickler ist der Schweizer Unternehmer Christoph Schoop, der das Gebäude bereits vor einigen Jahren erworben hat. Geplant ist eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes sowie eine Ergänzung durch zusätzliche Neubauten auf dem Areal. Insgesamt entstehen 17 Eigentumswohnungen im gehobenen Segment.
Ein Teil der Wohnungen wird im historischen Hotelgebäude untergebracht, während weitere Einheiten in neuen Gebäudeteilen realisiert werden. Ziel des Projekts ist es, die architektonische Substanz des traditionsreichen Hauses zu erhalten und gleichzeitig eine zeitgemäße Nutzung zu ermöglichen. Mit der Umnutzung soll das lange ungenutzte Gebäude wieder belebt werden und sich künftig als exklusiver Wohnstandort mit Blick auf den Vierwaldstättersee und die Zentralschweizer Alpen positionieren.
Bildcredit: Screenshot, https://www.rigidesalpes.ch/
KI für Beton – zur besseren Einschätzung nämlich
Gar nicht schlecht, dass hier erstmals künstliche Intelligenz dabei helfen soll, schon vor der Produktion abzuschätzen, wie sich Recyclingmaterial auf Asphalt und Beton auswirkt.
Die PORR AG startet nämlich gemeinsam mit der Universität Innsbruck das Forschungsprojekt „SmartStreet“. Ziel ist es, mithilfe künstlicher Intelligenz die Materialeigenschaften von Asphalt und Beton mit Recyclinganteil vorab zu prognostizieren. Das von der FFG geförderte Projekt läuft von Oktober 2025 bis Oktober 2028.
Ein höherer Recyclinganteil in Baustoffen kann Emissionen senken und natürliche Ressourcen schonen. Allerdings verändern sich durch den Ersatz natürlicher Gesteinskörnungen mit Rezyklaten die mechanischen Eigenschaften von Asphalt und Beton. Bislang konnten diese Effekte nur durch aufwändige Laborversuche mit unterschiedlichen Mischungen und Körnungen getestet werden.
Im Projekt „SmartStreet“ wird ein neuronales Netz trainiert, um auf Basis verschiedener Parameter – darunter Berechnungsergebnisse und Versuchsdaten – die zu erwartenden mechanischen Eigenschaften des Endprodukts zu bestimmen. Künftige Datensätze sollen laufend integriert werden, um das Modell weiterzuentwickeln.
PORR-CEO Karl-Heinz Strauss spricht nach eigenen Angaben vom „ersten Forschungsprojekt dieser Art“. Ziel sei es, das Kreislaufwirtschaftspotenzial von Beton und Asphalt besser auszuschöpfen und Recyclingmaterial gezielter einzusetzen. Gerade im Tiefbau würden projektspezifische Rezepturen benötigt.
Nach Unternehmensangaben produziert die PORR gruppenweit rund 1,5 Mio. Tonnen Recyclingmaterial pro Jahr. Am Standort Wien-Simmering betreibt das Unternehmen eine Asphaltmischanlage, die einen Recyclinganteil von bis zu 100 Prozent ermöglicht. Das Projekt ist Teil der konzernweiten Innovations- und Nachhaltigkeitsstrategie und soll zur Dekarbonisierung beitragen.
Hintergrund ist die hohe Klimarelevanz der Baustoffproduktion: Zement ist aufgrund seiner energieintensiven Herstellung für rund 8 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. In Österreich wurden 2024 rund 12,3 Mio. m³ Beton produziert.
Heute neu: IW 1 2026
Unter anderem mit folgenden Themen:
Ukraine: Der Wiederaufbau wird schon organisiert. Und es wird bereits gebaut.
Zürich: Banker waren gestern. Tech-Guys haben die Stadt erobert.
Austauschbar: Das Design von Luxushotels unterscheidet sich kaum noch, meint der Oberboss von Mandarin Oriental.
ITB: Reisen in Zeiten des Krieges
Die Nahost-Krise und der Krieg, insbesondere im Iran und mit Beteiligung Israels sowie US-Angriffen, haben die ITB Berlin 2026 (3.–5. März) stark überschattet. Trotz Jubiläum mit über 6.000 Ausstellern aus 160 Ländern dominierten Sicherheitsbedenken und An- und Abreiseprobleme die Diskussionen.
Wichtige Absagen
Israel sagte seine gesamte Teilnahme aus Sicherheits- und Logistikgründen ab, was die Präsenz im Nahen Osten spürbar schmälerte. Emirates kürzte sein Programm massiv; Präsident Tim Clark und die Führungsebene konnten wegen Luftraumsperrungen nicht anreisen. Auch Vertreter aus Iran, Katar und Etihad waren betroffen oder fehlten.
Stimmung und Atmosphäre
Die Messe wurde von Sorgen um gestrandete Reisende, Flugausfälle und wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt; Trendgespräche rückten in den Hintergrund. Berlins Bürgermeister Kai Wegner warnte vor der Empfindlichkeit des Sektors und sprach von Zehntausenden Feststeckenden. Branchenvertreter betonten Resilienz, beteten aber für Deeskalation.
Branchenfolgen
Viele Fachbesucher und Aussteller aus der Region fehlten aufgrund von Reisebeschränkungen und Luftraumproblemen. Drehkreuze wie Dubai und Doha könnten länger ausfallen, was Kosten und Nachfrage trifft, trotz hoher Reiselust. Die ITB-Veranstalter monitoren die Lage eng und priorisieren Sicherheit
In den Gängen liegt eine eigentümliche Mischung aus Zweckoptimismus und Sorge. Tourismusmanager betonen gebetsmühlenartig die Resilienz des Reisens – die Nachfrage sei robust, der Wunsch nach Urlaub ungebrochen. Gleichzeitig sprechen viele hinter vorgehaltener Hand von Stornowellen, verunsicherten Kunden und Stress in den Callcentern, sobald neue Schlagzeilen aus der Region aufpoppen.
Offene Fragen
Operativ wirft die Nahost-Krise eine Reihe von Fragen auf, die auf der ITB mit neuer Dringlichkeit diskutiert werden:
-
Wie lassen sich Flugrouten um gesperrte Lufträume planen, ohne Tickets unbezahlbar zu machen?
-
Wie kalkuliert man Risikozuschläge und Versicherungen, wenn sich die politische Lage von Woche zu Woche verschiebt?
-
Wie kommuniziert man mit Gästen, die zwischen Reiselust und Sicherheitsbedenken schwanken?
Drehkreuze wie Dubai und Doha, bisher als Wachstumsmotoren gefeiert, könnten mittelfristig Marktanteile verlieren, wenn sie dauerhaft als potenzielle Krisenzonen wahrgenommen werden. Veranstalter wiederum müssen ihre Produktportfolios diversifizieren, alternative Routen und Destinationen aufbauen – und gleichzeitig hoffen, dass die Nachfrage nicht einbricht.
Bildcredit: Messe Berlin GmbH
Gendergap: 11.000 Euro Gehaltsunterschied
Puh! Frauen verdienen in der Immobilienwirtschaft im Durchschnitt 76.000 Euro brutto jährlich, Männer 87.000 Euro (in Deutschland, so eine Studie der Personalberatung Cobalt). Der Gender Pay Gap von rund 11.000 Euro ist stark funktionsabhängig und besonders ausgeprägt in Bereichen mit Budget-, Ergebnis- und Personalverantwortung wie Asset- und Property Management. In spezialisierten Funktionen, etwa ESG oder Projektentwicklung, fallen die Unterschiede geringer aus.
Im Bauwesen ergibt sich auf aggregierter Ebene ein ausgeglichenes Bild mit durchschnittlich rund 80.000 Euro Jahresgehalt für beide Geschlechter. Eine Differenzierung nach Berufsgruppen zeigt jedoch deutliche Abweichungen: Männer verdienen unter anderem in Architektur- sowie projektsteuernden und technischen Funktionen mehr, während Frauen in stark technischen Segmenten wie TGA/TGM teilweise höhere Gehälter erzielen. Die Unterschiede spiegeln laut Studie aktuelle Marktdynamiken wider.
Unzufriedenheit wird in beiden Branchen nur selten primär mit der Bezahlung begründet. Häufiger nennen Befragte Defizite bei Führung, Kommunikation, Anerkennung und der Transparenz von Karrierewegen. Frauen bewerten ihre Entwicklungschancen insgesamt kritischer als Männer, was die Studienautorinnen als Hinweis auf strukturelle und informelle Barrieren werten.
Datenzentren holen auf!
Data Center erreichen 2025 rund fünf Prozent Anteil am gewerblichen Transaktionsvolumen in Deutschland.
Epstein wollte Céline Dions Luxusvilla in Florida besichtigen
Neue, vom US Department of Justice veröffentlichte E-Mails bringen eine überraschende Immobilien-Note in den Fall Jeffrey Epstein. Demnach bemühte sich Epstein 2014 und 2015 um eine diskrete Besichtigung der Luxusvilla von Céline Dion auf Jupiter Island.
Die Korrespondenz zeigt, dass ein mutmaßlicher Vertreter Dions mehrere „off-the-record“-Termine arrangieren wollte. Ob es tatsächlich zu einer Besichtigung kam, ist nicht belegt. Die Villa stand damals für rund 72,5 Millionen Dollar zum Verkauf und wechselte Jahre später deutlich günstiger den Eigentümer. Epstein zählte letztlich nicht zu den Käufern.
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Ortner warnt
Der österreichische Wohnungsmarkt gerät laut Advicum Consulting durch die neue Mietpreisbremse weiter unter Druck. Seit April 2026 greift der Staat erstmals auch in den privaten Mietmarkt ein. Für Matthias Ortner ist das ein riskanter Schritt.
„Kurzfristig hat die Deckelung mit Sicherheit einen positiven Effekt für viele Haushalte“, sagt Ortner. Langfristig drohe jedoch das Gegenteil: „Ohne Geldgeber wird kein neuer Wohnraum geschaffen.“
Grund dafür seien sinkende Investitionsanreize, hohe Baukosten und teure Finanzierungen. Viele Projekte würden verschoben oder gestoppt. „Die Prognose für Fertigstellungen 2026 liegt auf einem historischen Tiefstand“, so Ortner.
Zusätzliche Unsicherheit durch geopolitische Krisen und mögliche Zinsschritte der European Central Bank verschärfe die Lage weiter. Ortner fordert daher mehr staatliche Anreize, schnellere Genehmigungen und Maßnahmen zur Ausweitung des Wohnungsangebots.
Gemeinnütziges Bauen: weniger, aber stabiler
Elf Komma neun. Das ist die Zahl, mit der der Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) dieser Tage in die Öffentlichkeit tritt. 11.900 Wohnungen haben die gemeinnützigen Bauträger im Jahr 2025 fertiggestellt – um 13 Prozent weniger als im Jahr davor. Das klingt zunächst nach schlechten Nachrichten. Aber, und das ist eben das Interessante an dieser Geschichte: Gemessen an dem, was rund herum passiert, ist das eigentlich eine Erfolgsmeldung.
Denn während der gewerbliche Wohnbau in der Krise schlicht die Projekte auf Eis legt, bauen die Gemeinnützigen weiter. Kontinuierlich, planbar, unspektakulär. Ergebnis: Ihr Marktanteil bei Baubewilligungen im Mehrgeschoßwohnbau ist auf über 50 Prozent gestiegen. Jede zweite neu bewilligte Wohnung in diesem Segment geht also auf das Konto eines GBVs. Das ist keine Kleinigkeit.

Das Investitionsvolumen bleibt beträchtlich: 2,7 Milliarden Euro im Neubau, weitere 1,7 Milliarden in Sanierung und Instandhaltung. Wobei gerade letzteres eine eigene Geschichte verdient – denn bei der thermischen Sanierung legen die Gemeinnützigen richtig zu: 7.900 Wohnungen wurden 2025 saniert, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Umstellungen auf klimafreundliche Heizsysteme gibt es ebenfalls einen Zuwachs von 6 Prozent auf rund 6.900 Wohneinheiten. Klimaschutz und leistbares Wohnen – man täte gut daran, diese beiden Themen nicht länger gegeneinander auszuspielen.
Was den Gemeinnützigen weiterhin schlaflose Nächte bereitet: Grundstücke. Oder vielmehr deren Fehlen. „Leistbare Grundstücke sind das Fundament für leistbare Wohnungen“, sagt Verbandsobmann Michael Gehbauer – und hat damit natürlich völlig recht, aber leider auch wenig Gehör gefunden bisher. Die Forderung, dass öffentliche Liegenschaften vorrangig dem gemeinnützigen Wohnbau zugute kommen sollten, ist so alt wie sie berechtigt ist.
Ab 2027 soll es übrigens wieder aufwärts gehen – ein „sanfter Aufwärtstrend“ wird erwartet. Bis dahin gilt: stabil bauen, fleißig sanieren, und hoffen, dass die Politik das Fundament nicht weiter dem Zufall überlässt.Das Burgenland mit +65 % ist übrigens der stille Ausreißer dieser Statistik – fast könnte man einen eigenen Text darüber schreiben, was dort gerade passiert. Falls du willst, mache ich das.
Expo Real erweitert ums Thema Infrastruktur
Die Immobilienmesse Expo Real nimmt künftig Infrastrukturprojekte stärker in den Fokus. Ab der kommenden Ausgabe soll das Thema als eigenständiger Bestandteil der Veranstaltung etabliert werden.
Hintergrund ist die wachsende Bedeutung von Infrastrukturinvestitionen im Zuge von Energiewende, Mobilitätsumbau und Digitalisierung. Laut Veranstalter sollen damit neue Zielgruppen angesprochen und Schnittstellen zwischen Immobilien- und Infrastruktursektor stärker vernetzt werden.
Geplant sind eigene Ausstellungsflächen sowie inhaltliche Formate, die Projekte, Finanzierungsmodelle und regulatorische Rahmenbedingungen abbilden. Ziel ist es, die Messe thematisch breiter aufzustellen und aktuelle Entwicklungen im Markt stärker zu berücksichtigen.
Ui, die Zinsen!
Jetzt schaute es mal kurz nach Besserung am Immobilienmarkt aus, da drohen nun die Zinsen wieder rauf zu gehen. Das bestätigt nun auch der Kreditvermittler Infina. Die Eskalation im Nahen Osten wirkt halt zunehmend auf Europas Wirtschaft durch und verschärft die geldpolitische Lage. Steigende Ölpreise treiben die Inflation wieder an, während die Europäische Zentralbank ihre Wachstumserwartungen nach unten korrigiert. Zwar bleibt die Kerninflation vorerst rückläufig, doch das Risiko von Zweitrundeneffekten wächst. An den Finanzmärkten werden bereits mehrere Zinsschritte bis Ende 2026 erwartet, deren tatsächliches Ausmaß jedoch stark vom weiteren Verlauf des Konflikts abhängt.
Für die Immobilienfinanzierung bedeutet das eine Trendwende. Kurzfristige Zinsen wie der 3-Monats-Euribor steigen wieder, während sich langfristige Zinsen stabilisieren. Gleichzeitig treffen höhere Finanzierungskosten auf ein knappes Neubauangebot und hohe Baukosten. Nach einer Phase der Erholung dürfte sich der Zugang zu Wohnbaukrediten im Jahresverlauf wieder verschlechtern.
Die Gefahr einer Stagflation nimmt zu. Steigende Energiekosten belasten nicht nur die Inflation, sondern auch das Wirtschaftswachstum im Euroraum. Die EZB steht damit erneut im Spannungsfeld zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung.
Auch für private Haushalte verschärfen sich die Rahmenbedingungen. Der Infina-Leistbarkeitsindex zeigt für 2026 eine zunehmende Belastung: Steigende Immobilienpreise und Zinsen treiben die Schuldendienstquote nach oben. Aktuell liegt sie laut Schnellschätzung bei 38,5 Prozent des Einkommens österreichweit und bei 35,1 Prozent in Wien.
Modulare Elemente vom MIT
Die Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben das Heirloom House-Projekt vorgestellt, das aus neun modularen Betonelementen besteht, die manuell umgestaltet werden können und für eine Lebensdauer von 1.000 Jahren ausgelegt sind. In Zusammenarbeit mit dem mexikanischen Baustoffunternehmen Cemex hat das MIT-Studio Matter Design diese Elemente unter Berücksichtigung von Kinetik und Physik entwickelt.
Das Projekt thematisiert das Paradoxon von Beständigkeit und Anpassungsfähigkeit in der Architektur. Während Menschen im Durchschnitt 12 verschiedene Wohnungen im Leben bewohnen, werden Gebäude oft mit der Absicht errichtet, viel länger zu bestehen. Um den sich ändernden Anforderungen gerecht zu werden, müssen diese Gebäude jedoch ständig renoviert werden, was zusätzlichen Energieaufwand und Abfall verursacht. Brandon Clifford, Direktor von Matter Design, betont, dass Architektur nicht scheitert, weil sie einstürzt, sondern weil sie obsolet wird.
Die schweren Elemente des Heirloom House sind so gestaltet, dass sie schnell bewegt und in unterschiedlichen Konfigurationen kombiniert werden können. Sie verfügen über abgerundete Fußelemente, die es ermöglichen, sie einfach zu platzieren. Das Team hat bereits drei dieser Komponenten in Originalgröße fertiggestellt und zeigt die restlichen Konfigurationen im Maßstab eines Puppenhauses.
Die Forschung basiert auf der Erkenntnis, dass die Lebensdauer von Gebäuden oft kürzer ist als die durchschnittliche Lebenserwartung. Die Klimakrise verdeutlicht die Grenzen des Konsumverhaltens in Bezug auf Gebäude. Cemex sieht in diesem Projekt die Möglichkeit, die Funktionalität von Beton neu zu denken und innovative Lösungen im Bereich Materialwissenschaft zu entwickeln, um die Langlebigkeit und Anpassungsfähigkeit von Beton zu verbessern.
Darüber hinaus wird die wirtschaftliche Dimension angesprochen: Der Bau mit anpassbaren Komponenten könnte den Bedarf an zusätzlichen Materialien und Arbeitskräften minimieren. Diese Elemente könnten mit der Zeit an Wert gewinnen und als Erbstücke betrachtet werden. Das Heirloom House-Projekt ist das Ergebnis jahrelanger Forschung am MIT und stellt einen innovativen Ansatz dar, um Gebäude für die Zukunft zu gestalten.
Bildcredits: Image courtesy of Matter Design / Brandon Clifford
UN-Habitat-Direktorin kommt nach Wien
Die Direktorin von UN-Habitat, Anacláudia Rossbach, wird die zentrale Keynote beim FIABCI World Real Estate Congress 2026 in Wien halten. Das gab FIABCI im Vorfeld des Kongresses bekannt, der von 8. bis 12. Juni 2026 stattfindet.
In ihrer rund 30-minütigen Keynote will Rossbach eine systemische Perspektive auf die globale Wohnungsfrage entwickeln. Im Fokus stehen die gesamte Wertschöpfungskette des Wohnens sowie die Frage, wie sich Wohnbau in großem Maßstab skalieren lässt. Thematisch geht es dabei um neue Koalitionen im Wohnbau, die Abstimmung unterschiedlicher Interessengruppen sowie um strukturelle Engpässe, die zur anhaltenden Wohnraumknappheit beitragen.
Der Kongress steht unter dem Motto „ACT – Action. Collaboration. Transformation.“ und versammelt rund 700 internationale Branchenvertreter in Wien. Neben Rossbach sind auch der Ökonom Kjell A. Nordström sowie Unternehmer Florian Gschwandtner als Keynote-Speaker angekündigt. Veranstaltungsort ist das Hilton Vienna Park, Gastgeber ist FIABCI Austria.
Bildcredit: Julius Mwelu
Preisspiegel, Teil 2
Was in der Pressekonferenz (siehe unterer Post) weiters noch erwähnt wurde, in den Presseunterlagen aber nicht vorkam: die strukturelle Verschiebung des Marktes.
Neben den präsentierten Zahlen wurde deutlich, dass der Anstieg der Transaktionen nicht isoliert zu sehen ist. Das Gesamtvolumen am Markt ist 2025 deutlich stärker gewachsen als die Preise selbst. Ein Plus von rund 25 Prozent wird vor allem damit erklärt, dass wieder vermehrt hochpreisige Objekte gehandelt werden. Der Markt wird selektiver, nicht teurer.
Auch regional zeigt sich ein differenzierteres Bild, als es die Unterlagen vermuten lassen. Während Wien, Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich bereits wieder als stabile Märkte gelten, hinken Kärnten, die Steiermark und das Burgenland noch hinterher. Tirol zeigt eine schwächere Entwicklung. Von einem einheitlichen Aufschwung kann also keine Rede sein.
Bemerkenswert ist die Einordnung der Preisentwicklung. Die moderaten Steigerungen von rund ein bis zwei Prozent werden von der Branche ausdrücklich als gesund bewertet. Weder Kauf- noch Mietpreise seien „explodiert“, vielmehr habe sich der Markt mit realistischeren Erwartungen auf Käufer- und Verkäuferseite neu eingependelt.
Im Mietsegment wurde ein Aspekt betont, der in den Unterlagen fehlt: Die durchschnittlichen Steigerungen von rund zwei Prozent liegen unter der Inflation und auch unter den Lohnentwicklungen. Das relativiert die oft gefühlte Dynamik, zumindest im bundesweiten Durchschnitt. Gleichzeitig wurde aber eingeräumt, dass sich die Situation in Ballungsräumen bereits deutlich angespannter darstellt.
Ein weiterer Punkt betrifft den Neubau. Die leicht steigende Zahl an Grundstückstransaktionen wird als mögliches Frühsignal interpretiert. Wer heute Grundstücke kauft, wird morgen bauen. Daraus leitet die Branche die Hoffnung ab, dass der Neubau mittelfristig wieder anzieht. Gleichzeitig bleibt die Realität eine andere: Die aktuell notwendigen rund 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr sind unter den bestehenden Rahmenbedingungen nicht erreichbar.
Deutlich konkreter als in den Unterlagen wurde auch die Kritik an regulatorischen Hürden formuliert. Bauträger müssten derzeit oft 60 bis 70 Prozent Eigenmittel aufbringen, um Projekte zu finanzieren. Gleichzeitig sorgen rechtliche Unsicherheiten, etwa im Mietrecht, für Zurückhaltung bei Investoren. Der aktuelle Mietdeckel wird als bürokratisch und schwer handhabbar beschrieben.
Der zentrale Befund der Pressekonferenz geht damit über die Zahlen hinaus. Der Markt ist stabil, aber fragil. Die Erholung basiert weniger auf steigenden Preisen als auf wiederkehrender Aktivität. Gleichzeitig wächst der Druck auf der Angebotsseite.
Die Branche warnt daher klar vor der nächsten Phase. Bleiben strukturelle Maßnahmen aus, droht eine erneute Verknappung des Angebots. Die Folge wären dann nicht mehr moderate, sondern deutlich stärkere Preisanstiege.
WKO-Preisspiegel: ja, Erholung
Österreichs Immobilienmarkt hat 2025 spürbar an Dynamik gewonnen. Laut aktuellem Immobilienpreisspiegel des Fachverbands der Immobilien- und Vermögenstreuhänder (wurde heute vormittag vorgestellt) stieg die Zahl der Transaktionen um 8,98 Prozent auf rund 91.000. Besonders stark legte der Wohnbereich zu, mit einem Plus von 20,96 Prozent bei Wohnungskäufen.
Die Preise entwickelten sich hingegen moderat. Eigentumswohnungen im Erstbezug verteuerten sich um 1,23 Prozent auf durchschnittlich 3.602,97 Euro pro Quadratmeter, gebrauchte Wohnungen um 1,82 Prozent auf rund 2.273 Euro pro Quadratmeter. Damit bleibt der Bestand deutlich günstiger als Neubauten.
Auch am Mietmarkt zeigt sich Stabilität. Neuwertige Wohnungen kosten im Schnitt 9,49 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 2,04 Prozent.
Ein klares Signal kommt aus Wien. Der Zinshausmarkt überschritt (nach dem Zinshausmarktbericht von Otto Immobilien) 2025 wieder die Milliardengrenze beim Transaktionsvolumen, bei gleichzeitig steigender Anzahl an Deals.
In Summe spricht die Branche von einer „gesunden Erholung“. Gleichzeitig warnen Vertreter vor einem künftig knappen Angebot und fordern politische Maßnahmen für Neubau und Sanierung.
Bunter Umbau
Meine Kinder hätten eine Freude, mit so einem Farbverlauf. Ganz in echt schaut das so aus, ohne Filter!
Wo? In den umgebauten Musikräumen der Western Academy in Peking.
Entlang eines Korridors sind mehrere Klassenräume angeordnet, die jeweils einem Lehrer zugeordnet sind und direkt mit mehreren Übungsräumen verbunden sind. Farbe dient als zusätzliches Ordnungssystem. Die drei Hauptklassenräume sind jeweils in Rot, Orange und Gelb gehalten und unterschiedlichen Altersgruppen zugeordnet.
Naja, spätestens beim regelmäßigen Üben würden es meine Kinder wohl nicht mehr so toll finden. Six Seven.
Bildcredit: Vincent Wu
Hotel wird zu Wohnungen
Auf der Rigi im Kanton Schwyz wird das historische Hotel des Alpes zu hochwertigen Wohnungen umgebaut. Das traditionsreiche Berghotel wurde 1899 errichtet und zählte einst zu den klassischen Grandhotels der frühen Schweizer Tourismusära. Nach der Einstellung des Hotelbetriebs im Jahr 2002 stand das Gebäude rund 20 Jahre lang leer. Nun soll die Liegenschaft im Rahmen des Projekts „Rigi des Alpes“ revitalisiert werden.
Investor und Projektentwickler ist der Schweizer Unternehmer Christoph Schoop, der das Gebäude bereits vor einigen Jahren erworben hat. Geplant ist eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes sowie eine Ergänzung durch zusätzliche Neubauten auf dem Areal. Insgesamt entstehen 17 Eigentumswohnungen im gehobenen Segment.
Ein Teil der Wohnungen wird im historischen Hotelgebäude untergebracht, während weitere Einheiten in neuen Gebäudeteilen realisiert werden. Ziel des Projekts ist es, die architektonische Substanz des traditionsreichen Hauses zu erhalten und gleichzeitig eine zeitgemäße Nutzung zu ermöglichen. Mit der Umnutzung soll das lange ungenutzte Gebäude wieder belebt werden und sich künftig als exklusiver Wohnstandort mit Blick auf den Vierwaldstättersee und die Zentralschweizer Alpen positionieren.
Bildcredit: Screenshot, https://www.rigidesalpes.ch/
KI für Beton – zur besseren Einschätzung nämlich
Gar nicht schlecht, dass hier erstmals künstliche Intelligenz dabei helfen soll, schon vor der Produktion abzuschätzen, wie sich Recyclingmaterial auf Asphalt und Beton auswirkt.
Die PORR AG startet nämlich gemeinsam mit der Universität Innsbruck das Forschungsprojekt „SmartStreet“. Ziel ist es, mithilfe künstlicher Intelligenz die Materialeigenschaften von Asphalt und Beton mit Recyclinganteil vorab zu prognostizieren. Das von der FFG geförderte Projekt läuft von Oktober 2025 bis Oktober 2028.
Ein höherer Recyclinganteil in Baustoffen kann Emissionen senken und natürliche Ressourcen schonen. Allerdings verändern sich durch den Ersatz natürlicher Gesteinskörnungen mit Rezyklaten die mechanischen Eigenschaften von Asphalt und Beton. Bislang konnten diese Effekte nur durch aufwändige Laborversuche mit unterschiedlichen Mischungen und Körnungen getestet werden.
Im Projekt „SmartStreet“ wird ein neuronales Netz trainiert, um auf Basis verschiedener Parameter – darunter Berechnungsergebnisse und Versuchsdaten – die zu erwartenden mechanischen Eigenschaften des Endprodukts zu bestimmen. Künftige Datensätze sollen laufend integriert werden, um das Modell weiterzuentwickeln.
PORR-CEO Karl-Heinz Strauss spricht nach eigenen Angaben vom „ersten Forschungsprojekt dieser Art“. Ziel sei es, das Kreislaufwirtschaftspotenzial von Beton und Asphalt besser auszuschöpfen und Recyclingmaterial gezielter einzusetzen. Gerade im Tiefbau würden projektspezifische Rezepturen benötigt.
Nach Unternehmensangaben produziert die PORR gruppenweit rund 1,5 Mio. Tonnen Recyclingmaterial pro Jahr. Am Standort Wien-Simmering betreibt das Unternehmen eine Asphaltmischanlage, die einen Recyclinganteil von bis zu 100 Prozent ermöglicht. Das Projekt ist Teil der konzernweiten Innovations- und Nachhaltigkeitsstrategie und soll zur Dekarbonisierung beitragen.
Hintergrund ist die hohe Klimarelevanz der Baustoffproduktion: Zement ist aufgrund seiner energieintensiven Herstellung für rund 8 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. In Österreich wurden 2024 rund 12,3 Mio. m³ Beton produziert.
Heute neu: IW 1 2026
Unter anderem mit folgenden Themen:
Ukraine: Der Wiederaufbau wird schon organisiert. Und es wird bereits gebaut.
Zürich: Banker waren gestern. Tech-Guys haben die Stadt erobert.
Austauschbar: Das Design von Luxushotels unterscheidet sich kaum noch, meint der Oberboss von Mandarin Oriental.
ITB: Reisen in Zeiten des Krieges
Die Nahost-Krise und der Krieg, insbesondere im Iran und mit Beteiligung Israels sowie US-Angriffen, haben die ITB Berlin 2026 (3.–5. März) stark überschattet. Trotz Jubiläum mit über 6.000 Ausstellern aus 160 Ländern dominierten Sicherheitsbedenken und An- und Abreiseprobleme die Diskussionen.
Wichtige Absagen
Israel sagte seine gesamte Teilnahme aus Sicherheits- und Logistikgründen ab, was die Präsenz im Nahen Osten spürbar schmälerte. Emirates kürzte sein Programm massiv; Präsident Tim Clark und die Führungsebene konnten wegen Luftraumsperrungen nicht anreisen. Auch Vertreter aus Iran, Katar und Etihad waren betroffen oder fehlten.
Stimmung und Atmosphäre
Die Messe wurde von Sorgen um gestrandete Reisende, Flugausfälle und wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt; Trendgespräche rückten in den Hintergrund. Berlins Bürgermeister Kai Wegner warnte vor der Empfindlichkeit des Sektors und sprach von Zehntausenden Feststeckenden. Branchenvertreter betonten Resilienz, beteten aber für Deeskalation.
Branchenfolgen
Viele Fachbesucher und Aussteller aus der Region fehlten aufgrund von Reisebeschränkungen und Luftraumproblemen. Drehkreuze wie Dubai und Doha könnten länger ausfallen, was Kosten und Nachfrage trifft, trotz hoher Reiselust. Die ITB-Veranstalter monitoren die Lage eng und priorisieren Sicherheit
In den Gängen liegt eine eigentümliche Mischung aus Zweckoptimismus und Sorge. Tourismusmanager betonen gebetsmühlenartig die Resilienz des Reisens – die Nachfrage sei robust, der Wunsch nach Urlaub ungebrochen. Gleichzeitig sprechen viele hinter vorgehaltener Hand von Stornowellen, verunsicherten Kunden und Stress in den Callcentern, sobald neue Schlagzeilen aus der Region aufpoppen.
Offene Fragen
Operativ wirft die Nahost-Krise eine Reihe von Fragen auf, die auf der ITB mit neuer Dringlichkeit diskutiert werden:
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Wie lassen sich Flugrouten um gesperrte Lufträume planen, ohne Tickets unbezahlbar zu machen?
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Wie kalkuliert man Risikozuschläge und Versicherungen, wenn sich die politische Lage von Woche zu Woche verschiebt?
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Wie kommuniziert man mit Gästen, die zwischen Reiselust und Sicherheitsbedenken schwanken?
Drehkreuze wie Dubai und Doha, bisher als Wachstumsmotoren gefeiert, könnten mittelfristig Marktanteile verlieren, wenn sie dauerhaft als potenzielle Krisenzonen wahrgenommen werden. Veranstalter wiederum müssen ihre Produktportfolios diversifizieren, alternative Routen und Destinationen aufbauen – und gleichzeitig hoffen, dass die Nachfrage nicht einbricht.
Bildcredit: Messe Berlin GmbH
Gendergap: 11.000 Euro Gehaltsunterschied
Puh! Frauen verdienen in der Immobilienwirtschaft im Durchschnitt 76.000 Euro brutto jährlich, Männer 87.000 Euro (in Deutschland, so eine Studie der Personalberatung Cobalt). Der Gender Pay Gap von rund 11.000 Euro ist stark funktionsabhängig und besonders ausgeprägt in Bereichen mit Budget-, Ergebnis- und Personalverantwortung wie Asset- und Property Management. In spezialisierten Funktionen, etwa ESG oder Projektentwicklung, fallen die Unterschiede geringer aus.
Im Bauwesen ergibt sich auf aggregierter Ebene ein ausgeglichenes Bild mit durchschnittlich rund 80.000 Euro Jahresgehalt für beide Geschlechter. Eine Differenzierung nach Berufsgruppen zeigt jedoch deutliche Abweichungen: Männer verdienen unter anderem in Architektur- sowie projektsteuernden und technischen Funktionen mehr, während Frauen in stark technischen Segmenten wie TGA/TGM teilweise höhere Gehälter erzielen. Die Unterschiede spiegeln laut Studie aktuelle Marktdynamiken wider.
Unzufriedenheit wird in beiden Branchen nur selten primär mit der Bezahlung begründet. Häufiger nennen Befragte Defizite bei Führung, Kommunikation, Anerkennung und der Transparenz von Karrierewegen. Frauen bewerten ihre Entwicklungschancen insgesamt kritischer als Männer, was die Studienautorinnen als Hinweis auf strukturelle und informelle Barrieren werten.
Datenzentren holen auf!
Data Center erreichen 2025 rund fünf Prozent Anteil am gewerblichen Transaktionsvolumen in Deutschland.
Epstein wollte Céline Dions Luxusvilla in Florida besichtigen
Neue, vom US Department of Justice veröffentlichte E-Mails bringen eine überraschende Immobilien-Note in den Fall Jeffrey Epstein. Demnach bemühte sich Epstein 2014 und 2015 um eine diskrete Besichtigung der Luxusvilla von Céline Dion auf Jupiter Island.
Die Korrespondenz zeigt, dass ein mutmaßlicher Vertreter Dions mehrere „off-the-record“-Termine arrangieren wollte. Ob es tatsächlich zu einer Besichtigung kam, ist nicht belegt. Die Villa stand damals für rund 72,5 Millionen Dollar zum Verkauf und wechselte Jahre später deutlich günstiger den Eigentümer. Epstein zählte letztlich nicht zu den Käufern.







