Rollett bloggt seinen Senf.
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Und wieder News im Überblick
Immobilien-News Österreich
Die relevantesten Meldungen der letzten 7 Tage (8. – 15. Juli 2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft: Markttrends bei Investment, Wohnen und Gewerbe, ergänzt um Hospitality, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung.
Kärnten: Wohnbauförderung voll zweckgebunden
In Kärnten fließen rund 150 Millionen Euro Wohnbauförderung fast vollständig in den gemeinnützigen Wohnbau, bereits 52 % des Mietwohnungsbaus stammen von gemeinnützigen Trägern.
Soravia baut Hotelprojekt am Traunsee
Nach langer Diskussion wird das Hotelprojekt am ehemaligen Seebahnhof in Gmunden realisiert: 110 Hotelzimmer, 90 Wohnungen, rund 170 Mio. Euro Investitionsvolumen, Baustart Frühjahr 2027.
Kleinere Wohnungen für mehr Klimaschutz
Eine Studie mit TU-Graz-Beteiligung zeigt: Schon zwei Quadratmeter weniger Wohnfläche pro Person hätten den größten Hebel, um die EU-Klimaziele im Gebäudesektor bis 2050 zu erreichen.
Indigenous-led Wohnprojekt in Vancouver
Das Mietwohnprojekt Sen̓áḵw entsteht auf traditionellem Territorium der Sḵwx̱wú7mesh-Nation in Vancouver und verbindet nachhaltiges, fußgängerfreundliches Wohnen mit dem kulturellen Erbe der Ureinwohner.
Investmentmarkt startet verhalten ins Jahr
Laut EHL-Marktupdate lag das Transaktionsvolumen am österreichischen Immobilieninvestmentmarkt im ersten Halbjahr 2026 bei rund 1,15 Mrd. Euro, knapp unter dem Vorjahreswert.
Offene Immobilienfonds verkaufen weiter ab
Seit 2023 flossen den offenen Immobilienfonds fast 5 Mrd. Euro an Anlegergeldern ab, seither wurden bereits Objekte im Wert von 1,5 Mrd. Euro veräußert, betroffen ist u. a. der Fonds LLB Semper Real Estate.
Auszeichnung für regeneratives Bauen
Das Studio tono Inc. gewinnt bei den Architizer A+ Awards 2026 den Titel „Best in Sustainability“ für ein Konzept, das Pilznetzwerke und traditionelle japanische Bauweisen in zeitgenössische Architektur integriert.
Logistikmarkt Wien: Leerstand sinkt erstmals
Die Leerstandsquote am Wiener Logistikmarkt sank im ersten Halbjahr 2026 erstmals seit Jahren auf 9 %, CBRE bleibt mit über 50 % Marktanteil führend bei einer Spitzenmiete von 7,25 €/m².
Wiener Gewerbemarkt zeigt sich stabil
OTTO Immobilien zieht eine vorsichtig optimistische Halbjahresbilanz: Die Büro-Spitzenmiete erreicht mit 29,50 €/m²/Monat einen Höchststand, die Leerstandsquote liegt bei rund 4,4 %.
Wiener Mieten steigen weiter kräftig
Laut Immo-Analytics-Halbjahresbericht ziehen die Mieten in Wien wegen knappen Neubauvolumens weiter an, während sich Käufer zunehmend Premium-Immobilien und sanierten Altbauwohnungen zuwenden.
News im Überblick
Top 10 Immobilien-News Österreich
Die relevantesten Meldungen der letzten 14 Tage (27. Juni – 11. Juli 2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft – von Investmentmarkt über Wohnprojekte bis PropTech und Hospitality.
Investmentmarkt hält die Stellung
EHL-Marktupdate: Österreichs Immobilieninvestmentvolumen liegt im 1. Halbjahr 2026 bei rund 1,15 Mrd. Euro – nur knapp unter dem Vorjahreswert.
Fonds-Abverkauf hält an
Offene Immobilienfonds verkaufen weiter: Seit Oktober 2023 wurden bereits Objekte um 1,5 Mrd. Euro veräußert, am stärksten betroffen ist der LLB Semper Real Estate Fonds.
Wiener Mieten explodieren weiter
Immo-Analytics-Halbjahresbericht: Neubaumieten steigen in fast allen Bezirken stärker als die Inflation, Käufer wandern zunehmend zu Premium-Immobilien.
Wohnen bleibt Lieblings-Assetklasse
BNP Paribas Real Estate: Wohnportfolios waren im 1. Halbjahr 2026 die stärkste Assetklasse – 4,4 Mrd. Euro flossen in Pakete ab 30 Einheiten.
Ruf nach einheitlichen Bau-Daten
Die ÖGNI fordert verbindliche, standardisierte Datenerfassung für Gebäude – nötig, um EU-Vorgaben wie Taxonomie, CSRD und EPBD überhaupt umsetzen zu können.
Smarter Turm in der Donau City
Pocket House digitalisiert den neuen DC2 Tower der Commerz Real und baut damit seine PropTech-Präsenz in Wiens Donau City weiter aus.
Sonnenstrom auch bei Nacht
Heizma startet die Energiegemeinschaft „Teilma“: Photovoltaik plus Speicher decken bis zu 98 % des Mitgliederbedarfs – auch ohne eigene PV-Anlage.
Hotel-Comeback in Wien
Crowne Plaza kehrt nach Österreich zurück: IHG eröffnet im 6. Bezirk einen von David Chipperfield entworfenen Neubau mit 195 Zimmern, Ende Q3 2026.
Zement wird grüner
Holcim Österreich aktualisiert seine Umweltproduktdeklarationen: Der CO₂-Fußabdruck von Zement & Betonzusatzstoffen sinkt um über 17 % gegenüber Branchenwerten.
Stille als neuer Luxus
„Quietcations“: Beim Alpine Hospitality Summit 2026 setzen Häuser wie Refugium Lunz auf Ruhe und Entschleunigung statt Masse – und erzielen damit höhere Preise.
Aufschwung trifft auf Handelsflächen unter Druck
Der Gewerbeimmobilienmarkt in Österreich zeigt sich 2026 auf Erholungskurs. Laut CBRE stieg das Investmentvolumen 2025 auf 4,1 Milliarden Euro, ein Plus von 40 Prozent. Wien allein kam auf 3,1 Milliarden Euro. Größere Transaktionen wie der Verkauf des Bürogebäudes Business Center Muthgasse in Wien-Döbling und des Komplexes Arcade Meidling belegen die wachsende Investorennachfrage.
Im Einzelhandel geht die Entwicklung auseinander. Toplagen wie die Wiener Innenstadt profitieren von internationalen Marken und Spitzenmieten um 380 Euro pro Quadratmeter, während abseits davon rund zehn Prozent der Fachmarktflächen leer stehen, trotz weiterer Expansion von Diskontern wie Action und Woolworth.
Mehr Transparenz bringt ein neues Dashboard der Oesterreichischen Nationalbank, das erstmals rund 50 Indikatoren zu Österreichs 285.000 Gewerbeimmobilien öffentlich zugänglich macht.
Österreich belohnt Eigenheimbesitzer
Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) sorgt in Deutschland gerade für Aufsehen: Wer dort eine Immobilie kauft und selbst einzieht, zahlt am Ende drauf, und zwar bis zu 87.000 Euro mehr als ein Anleger, der dieselbe Wohnung vermietet. Für Österreich liefert die Studie einen Nebenbefund, der hierzulande zu wenig Beachtung findet: Anders als beim großen Nachbarn wird Wohneigentum in Österreich steuerlich nicht benachteiligt, sondern leicht bevorzugt. Der Vorsprung ist allerdings kleiner, als man erwarten würde, und aktuelle politische Entwicklungen drohen ihn noch zu schmälern.
Die Grundidee: Wohnen als Investition oder als Konsumgut
Die IW-Ökonomen Michael Voigtländer und Lisa Wagner rechnen in ihrer Studie ein Standardbeispiel durch: eine Bestandswohnung um 300.000 Euro, finanziert zu 80 Prozent mit Kredit, gehalten über 15 Jahre. Einmal wird sie vermietet, einmal selbst bewohnt. Der Unterschied liegt darin, wie die jeweiligen Länder Wohneigentum steuerlich behandeln: als Investitionsgut, bei dem Mieteinnahmen versteuert, aber auch Kosten wie Abschreibung, Zinsen und Instandhaltung geltend gemacht werden können, oder als Konsumgut, bei dem beides entfällt. In Deutschland gilt für Selbstnutzer Letzteres, während Vermieter kräftig von Abschreibungsmöglichkeiten profitieren. Das treibt dort die Rendite der Vermietung auf 7,1 Prozent, während Selbstnutzer nur auf 5,0 Prozent kommen, in Metropolen ist der Abstand mit rund drei Prozentpunkten sogar noch größer.
Österreich liegt im europäischen Mittelfeld, mit leichtem Vorteil fürs Eigenheim
Im Ländervergleich der Studie, der neben Deutschland auch die Niederlande, Dänemark, Belgien, Frankreich und Irland umfasst, ist Österreich das Land mit dem knappsten Vorsprung für Selbstnutzer. Nach dem Modell der Autoren erzielen Vermieter in Österreich eine Rendite von 6,8 Prozent, Selbstnutzer 7,8 Prozent, ein Vorteil von etwa einem Prozentpunkt. Zum Vergleich: In den Niederlanden liegt die Selbstnutzungsrendite mit rund 12 Prozent fast fünfmal so hoch wie jene der Vermietung, auch in Irland und Belgien ist der Abstand mit acht beziehungsweise vier Prozentpunkten deutlich größer. Österreich gehört damit zwar zu den Ländern, die dem Eigenheim keine steuerlichen Steine in den Weg legen, tut das aber vergleichsweise zurückhaltend.
Ausschlaggebend sind drei Stellschrauben im österreichischen Steuerrecht, die die Studie skizziert. Erstens die Kaufnebenkosten: Sie liegen laut Modell pauschal bei 7 Prozent des Kaufpreises, unabhängig davon, ob die Immobilie vermietet oder selbst bewohnt wird, deutlich unter den bis zu 32.500 Euro, die in NRW allein an Grunderwerbsteuer für eine 500.000-Euro-Immobilie anfallen. Zweitens die laufende Besteuerung: Mieteinnahmen werden in der Modellrechnung mit 48 Prozent versteuert, Vermieter können aber eine Abschreibung von 1,5 Prozent pro Jahr auf 80 Prozent des Gebäudewerts geltend machen. Drittens der Verkauf: Während der Hauptwohnsitz beim Verkauf steuerfrei bleibt, fällt bei vermieteten Immobilien die 30-prozentige Immobilienertragsteuer an. Diese Kombination aus vergleichsweise niedrigen Erwerbsnebenkosten und einer spürbaren Besteuerung von Vermietungsgewinnen sorgt dafür, dass sich Eigennutzung in Österreich unter dem Strich etwas mehr lohnt als Vermietung, wenn auch nur leicht.
Aktuelle Politik: Der bestehende Vorteil bröckelt gerade
Während die IW-Studie den Status quo beschreibt, verändert sich die Ausgangslage in Österreich derzeit selbst. Seit 1. Juli 2024 waren Grundbucheintragungsgebühr (1,1 Prozent) und Pfandrechtseintragungsgebühr (1,2 Prozent) beim Kauf eines Hauptwohnsitzes bis zu einer Bemessungsgrundlage von 500.000 Euro befreit, ein Vorteil von bis zu rund 11.500 Euro für Selbstnutzer. Diese befristete Regelung ist am 30. Juni 2026, also erst wenige Tage vor Veröffentlichung der IW-Studie, ausgelaufen. Käufer, die jetzt einen Hauptwohnsitz erwerben, zahlen die Gebühren wieder voll.
Eine weitergehende Entlastung ist zwar im Regierungsprogramm 2025 bis 2029 angekündigt: Die Abschaffung der Grunderwerbsteuer beim Erwerb des ersten Eigenheims soll geprüft werden. Ein Gesetzentwurf liegt dafür bislang aber nicht vor, und Fachleute rechnen aufgrund der damit verbundenen Einnahmeausfälle für Bund und Länder frühestens mittelfristig mit einer Umsetzung. Der ohnehin schon moderate steuerliche Vorteil für Selbstnutzer, den die IW-Studie für Österreich errechnet, dürfte sich damit im laufenden Jahr eher verkleinern als vergrößern.
Einordnung: Wenig Grund zur Entwarnung
Der internationale Vergleich zeigt Österreich also nicht als Belastungsfall wie Deutschland, aber auch nicht als Vorzeigeland wie die Niederlande oder Irland. Das passt zum Befund, dass die heimische Wohneigentumsquote mit rund 51 bis 55 Prozent zwar über dem deutschen Wert von 44 Prozent liegt, den EU-Schnitt von rund 70 Prozent aber ebenfalls deutlich verfehlt. Die IW-Autoren empfehlen Deutschland als Ausweg unter anderem eine Differenzierung der Grunderwerbsteuer zugunsten von Selbstnutzern, wie sie in mehreren Vergleichsländern bereits Praxis ist. Genau eine solche Differenzierung fehlt aber auch im österreichischen Steuerrecht bis heute: Die Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent gilt unabhängig von der Nutzungsart. Der leichte steuerliche Vorsprung des Eigenheims in Österreich entsteht damit vor allem über die Besteuerung der laufenden Mieteinnahmen und den Verkaufsgewinn, nicht über eine gezielte Förderung von Käufern. Ob die im Regierungsprogramm angekündigte Prüfung einer Ersterwerbs-Befreiung daran künftig etwas ändert, bleibt offen.
Start-up Challenge beim ÖGNI Symposium 2026
Die ÖGNI vergibt in Kooperation mit der Nachhaltigkeitsplattform Orbyz 12 kostenfreie Ausstellungsplätze beim ÖGNI Symposium 2026 an innovative Start-ups. Das Symposium findet am 22. Oktober 2026 unter dem Motto „Sustainability: Turning Intentions into Impact“ im Wiener Ronacher Theater statt, mit rund 800 Entscheidungsträger:innen der Branche als Publikum.
Voraussetzungen
- Neu am Markt
- Tätig in einem der Bereiche: Energie, Abfall, Ressourcen, Mobilität oder Tourismus
- Echte Innovation mit Bezug zur Bau- und Immobilienbranche
So bewirbst du dich
- Registriere dein Start-up auf orbyz.world
- Klicke im Start-up-Challenge-Highlight auf „Join now“ und dann auf „Contribute“
- Stell dein Unternehmen, Produkt und deine Vision vor, gerne mit Bildern
- Aktiviere deine Community: Die Votingphase startet im Sommer auf Orbyz!
Bewerbungsschluss: 31. Juli 2026. Je früher du dich bewirbst, desto mehr Sichtbarkeit bekommt dein Start-up vor dem Voting.
Alle Infos: ogni.at/aktivitaeten/symposium
Die neue IMMOBILIENWIRTSCHAFT
BK werden zentrales Thema
Der MVDI (Marketing‑Vereinigung deutscher Immobilienunternehmen) hat gemeinsam mit der Bauakademie Performance GmbH den ImmoBench‑Marktbericht 2025 veröffentlicht, der zeigt, dass die durchschnittlichen Betriebskosten für Wohnimmobilien im Median von 2,32 €/m²·Monat im Vorjahr auf 2,69 €/m²·Monat gestiegen sind – ein Anstieg von rund 16 % und insbesondere bei warmen Betriebskosten um etwa 42 %. Diese Entwicklung macht Betriebskosten zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor für Wohnungsunternehmen.
Klassifizierung für Green Leases
Die gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. hat ein neues System zur Bewertung nachhaltiger gewerblicher Mietverträge vorgestellt. Die „Green Lease Klassifizierung nach gif“ soll ESG-Regelungen in Mietverträgen erstmals standardisiert, vergleichbar und nachvollziehbar bewerten.
Das Modell basiert auf einem Sterne-System und berücksichtigt sowohl die rechtliche Verbindlichkeit als auch die ökologische Relevanz einzelner Vertragsklauseln.
★ Green Lease (50–65 % der Punkte): grundlegende Maßnahmen mit Sensibilisierungscharakter
★★ Green Lease (65–80 %): verbindliche Vereinbarungen mit messbaren Nachhaltigkeitseffekten
★★★ Green Lease (ab 80 %): besonders ambitionierte Vertragsgestaltung mit klaren KPIs und Vorbildfunktion im Markt
Die Methodik basiert auf einem differenzierten Punktesystem, das zwischen unverbindlichen Bemühungsklauseln (1 Punkt) und rechtlich bindenden Verpflichtungsklauseln (2 Punkte) unterscheidet. Ergänzend erfolgt eine Gewichtung nach ökologischer Relevanz der jeweiligen Regelung. Das Online-Tool ist ab sofort verfügbar.
3D-Druck trifft Modulbau
Jetzt habe ich etwas Tolles gelesen, das zwei Technologien verbindet: Modulbau und 3D-Druck.
Das Architekturbüro KTGY hat ein Konzept namens Hexagon House entwickelt, das genau diese Kombination konsequent durchdenkt. Bisher war 3D-Druck im Wohnbau fast ausschließlich bei eingeschossigen Einfamilienhäusern im Einsatz. Der Grund: Beton als Material ist schwer, trocknungsintensiv und lässt sich schwer transportieren. Das Konzept löst dieses Problem elegant, indem die Module nicht auf der Baustelle gedruckt werden, sondern in der Fabrik. Dort kommen neue Materialien zum Einsatz, zum Beispiel Geopolymere, Biokunststoffe und Recyclingmaterialien. Die fertigen Module werden dann gestapelt, zu drei- oder viergeschossigen Mehrfamilienhäusern.
Handelsimmobilien
Peek & Cloppenburg prüft Verkauf in Kärntner Straße
Im letzten Newsletter berichtete die deutsche Immobilienzeitung: „Die Eigentümerfamilie von Peek & Cloppenburg Düsseldorf prüft einen Verkauf der Peek-&-Cloppenburg-Filiale auf der Kärntner Straße in Wien. Der Asset-Manager der Familie, Midstad, hat Angebote eingeholt. Das Modekaufhaus wurde vom Architekturbüro David Chipperfield entworfen und könnte 300 Mio. Euro einbringen.“
Was in Deutschland passiert: Der digitale Notarvertrag kommt
Der klassische Papiervertrag beim Notar hat in Deutschland ausgedient – zumindest optional. Der Deutsche Bundestag hat am 7. Mai 2026 ein Gesetz zur Digitalisierung des Vollzugs von Immobilienverträgen beschlossen.
Die Reform hat zwei Seiten: Notare können künftig ein elektronisches Dokument auch direkt beim persönlichen Termin erstellen, beurkunden und digital signieren. Und alles, was danach kommt, also Mitteilungen an Grundbuchamt, Finanzverwaltung und Banken, soll ebenfalls vollständig digital laufen. Bürger:innen profitieren von einem beschleunigten Vollzug von Immobilienverträgen und zügigeren Eigentumsumschreibungen im Grundbuch.
In Österreich ist eine vergleichbare Reform noch nicht in Sicht. Dabei gelten eigentlich dieselben Argumente: weniger Bürokratie, kürzere Wartezeiten, mehr Flexibilität. Deutschland zeigt, dass es geht.
Ortner warnt
Der österreichische Wohnungsmarkt gerät laut Advicum Consulting durch die neue Mietpreisbremse weiter unter Druck. Seit April 2026 greift der Staat erstmals auch in den privaten Mietmarkt ein. Für Matthias Ortner ist das ein riskanter Schritt.
„Kurzfristig hat die Deckelung mit Sicherheit einen positiven Effekt für viele Haushalte“, sagt Ortner. Langfristig drohe jedoch das Gegenteil: „Ohne Geldgeber wird kein neuer Wohnraum geschaffen.“
Grund dafür seien sinkende Investitionsanreize, hohe Baukosten und teure Finanzierungen. Viele Projekte würden verschoben oder gestoppt. „Die Prognose für Fertigstellungen 2026 liegt auf einem historischen Tiefstand“, so Ortner.
Zusätzliche Unsicherheit durch geopolitische Krisen und mögliche Zinsschritte der European Central Bank verschärfe die Lage weiter. Ortner fordert daher mehr staatliche Anreize, schnellere Genehmigungen und Maßnahmen zur Ausweitung des Wohnungsangebots.
Gemeinnütziges Bauen: weniger, aber stabiler
Elf Komma neun. Das ist die Zahl, mit der der Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) dieser Tage in die Öffentlichkeit tritt. 11.900 Wohnungen haben die gemeinnützigen Bauträger im Jahr 2025 fertiggestellt – um 13 Prozent weniger als im Jahr davor. Das klingt zunächst nach schlechten Nachrichten. Aber, und das ist eben das Interessante an dieser Geschichte: Gemessen an dem, was rund herum passiert, ist das eigentlich eine Erfolgsmeldung.
Denn während der gewerbliche Wohnbau in der Krise schlicht die Projekte auf Eis legt, bauen die Gemeinnützigen weiter. Kontinuierlich, planbar, unspektakulär. Ergebnis: Ihr Marktanteil bei Baubewilligungen im Mehrgeschoßwohnbau ist auf über 50 Prozent gestiegen. Jede zweite neu bewilligte Wohnung in diesem Segment geht also auf das Konto eines GBVs. Das ist keine Kleinigkeit.

Das Investitionsvolumen bleibt beträchtlich: 2,7 Milliarden Euro im Neubau, weitere 1,7 Milliarden in Sanierung und Instandhaltung. Wobei gerade letzteres eine eigene Geschichte verdient – denn bei der thermischen Sanierung legen die Gemeinnützigen richtig zu: 7.900 Wohnungen wurden 2025 saniert, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Umstellungen auf klimafreundliche Heizsysteme gibt es ebenfalls einen Zuwachs von 6 Prozent auf rund 6.900 Wohneinheiten. Klimaschutz und leistbares Wohnen – man täte gut daran, diese beiden Themen nicht länger gegeneinander auszuspielen.
Was den Gemeinnützigen weiterhin schlaflose Nächte bereitet: Grundstücke. Oder vielmehr deren Fehlen. „Leistbare Grundstücke sind das Fundament für leistbare Wohnungen“, sagt Verbandsobmann Michael Gehbauer – und hat damit natürlich völlig recht, aber leider auch wenig Gehör gefunden bisher. Die Forderung, dass öffentliche Liegenschaften vorrangig dem gemeinnützigen Wohnbau zugute kommen sollten, ist so alt wie sie berechtigt ist.
Ab 2027 soll es übrigens wieder aufwärts gehen – ein „sanfter Aufwärtstrend“ wird erwartet. Bis dahin gilt: stabil bauen, fleißig sanieren, und hoffen, dass die Politik das Fundament nicht weiter dem Zufall überlässt.Das Burgenland mit +65 % ist übrigens der stille Ausreißer dieser Statistik – fast könnte man einen eigenen Text darüber schreiben, was dort gerade passiert. Falls du willst, mache ich das.
Expo Real erweitert ums Thema Infrastruktur
Die Immobilienmesse Expo Real nimmt künftig Infrastrukturprojekte stärker in den Fokus. Ab der kommenden Ausgabe soll das Thema als eigenständiger Bestandteil der Veranstaltung etabliert werden.
Hintergrund ist die wachsende Bedeutung von Infrastrukturinvestitionen im Zuge von Energiewende, Mobilitätsumbau und Digitalisierung. Laut Veranstalter sollen damit neue Zielgruppen angesprochen und Schnittstellen zwischen Immobilien- und Infrastruktursektor stärker vernetzt werden.
Geplant sind eigene Ausstellungsflächen sowie inhaltliche Formate, die Projekte, Finanzierungsmodelle und regulatorische Rahmenbedingungen abbilden. Ziel ist es, die Messe thematisch breiter aufzustellen und aktuelle Entwicklungen im Markt stärker zu berücksichtigen.
Ui, die Zinsen!
Jetzt schaute es mal kurz nach Besserung am Immobilienmarkt aus, da drohen nun die Zinsen wieder rauf zu gehen. Das bestätigt nun auch der Kreditvermittler Infina. Die Eskalation im Nahen Osten wirkt halt zunehmend auf Europas Wirtschaft durch und verschärft die geldpolitische Lage. Steigende Ölpreise treiben die Inflation wieder an, während die Europäische Zentralbank ihre Wachstumserwartungen nach unten korrigiert. Zwar bleibt die Kerninflation vorerst rückläufig, doch das Risiko von Zweitrundeneffekten wächst. An den Finanzmärkten werden bereits mehrere Zinsschritte bis Ende 2026 erwartet, deren tatsächliches Ausmaß jedoch stark vom weiteren Verlauf des Konflikts abhängt.
Für die Immobilienfinanzierung bedeutet das eine Trendwende. Kurzfristige Zinsen wie der 3-Monats-Euribor steigen wieder, während sich langfristige Zinsen stabilisieren. Gleichzeitig treffen höhere Finanzierungskosten auf ein knappes Neubauangebot und hohe Baukosten. Nach einer Phase der Erholung dürfte sich der Zugang zu Wohnbaukrediten im Jahresverlauf wieder verschlechtern.
Die Gefahr einer Stagflation nimmt zu. Steigende Energiekosten belasten nicht nur die Inflation, sondern auch das Wirtschaftswachstum im Euroraum. Die EZB steht damit erneut im Spannungsfeld zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung.
Auch für private Haushalte verschärfen sich die Rahmenbedingungen. Der Infina-Leistbarkeitsindex zeigt für 2026 eine zunehmende Belastung: Steigende Immobilienpreise und Zinsen treiben die Schuldendienstquote nach oben. Aktuell liegt sie laut Schnellschätzung bei 38,5 Prozent des Einkommens österreichweit und bei 35,1 Prozent in Wien.
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Die relevantesten Meldungen der letzten 7 Tage (8. – 15. Juli 2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft: Markttrends bei Investment, Wohnen und Gewerbe, ergänzt um Hospitality, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung.
Kärnten: Wohnbauförderung voll zweckgebunden
In Kärnten fließen rund 150 Millionen Euro Wohnbauförderung fast vollständig in den gemeinnützigen Wohnbau, bereits 52 % des Mietwohnungsbaus stammen von gemeinnützigen Trägern.
Soravia baut Hotelprojekt am Traunsee
Nach langer Diskussion wird das Hotelprojekt am ehemaligen Seebahnhof in Gmunden realisiert: 110 Hotelzimmer, 90 Wohnungen, rund 170 Mio. Euro Investitionsvolumen, Baustart Frühjahr 2027.
Kleinere Wohnungen für mehr Klimaschutz
Eine Studie mit TU-Graz-Beteiligung zeigt: Schon zwei Quadratmeter weniger Wohnfläche pro Person hätten den größten Hebel, um die EU-Klimaziele im Gebäudesektor bis 2050 zu erreichen.
Indigenous-led Wohnprojekt in Vancouver
Das Mietwohnprojekt Sen̓áḵw entsteht auf traditionellem Territorium der Sḵwx̱wú7mesh-Nation in Vancouver und verbindet nachhaltiges, fußgängerfreundliches Wohnen mit dem kulturellen Erbe der Ureinwohner.
Investmentmarkt startet verhalten ins Jahr
Laut EHL-Marktupdate lag das Transaktionsvolumen am österreichischen Immobilieninvestmentmarkt im ersten Halbjahr 2026 bei rund 1,15 Mrd. Euro, knapp unter dem Vorjahreswert.
Offene Immobilienfonds verkaufen weiter ab
Seit 2023 flossen den offenen Immobilienfonds fast 5 Mrd. Euro an Anlegergeldern ab, seither wurden bereits Objekte im Wert von 1,5 Mrd. Euro veräußert, betroffen ist u. a. der Fonds LLB Semper Real Estate.
Auszeichnung für regeneratives Bauen
Das Studio tono Inc. gewinnt bei den Architizer A+ Awards 2026 den Titel „Best in Sustainability“ für ein Konzept, das Pilznetzwerke und traditionelle japanische Bauweisen in zeitgenössische Architektur integriert.
Logistikmarkt Wien: Leerstand sinkt erstmals
Die Leerstandsquote am Wiener Logistikmarkt sank im ersten Halbjahr 2026 erstmals seit Jahren auf 9 %, CBRE bleibt mit über 50 % Marktanteil führend bei einer Spitzenmiete von 7,25 €/m².
Wiener Gewerbemarkt zeigt sich stabil
OTTO Immobilien zieht eine vorsichtig optimistische Halbjahresbilanz: Die Büro-Spitzenmiete erreicht mit 29,50 €/m²/Monat einen Höchststand, die Leerstandsquote liegt bei rund 4,4 %.
Wiener Mieten steigen weiter kräftig
Laut Immo-Analytics-Halbjahresbericht ziehen die Mieten in Wien wegen knappen Neubauvolumens weiter an, während sich Käufer zunehmend Premium-Immobilien und sanierten Altbauwohnungen zuwenden.
News im Überblick
Top 10 Immobilien-News Österreich
Die relevantesten Meldungen der letzten 14 Tage (27. Juni – 11. Juli 2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft – von Investmentmarkt über Wohnprojekte bis PropTech und Hospitality.
Investmentmarkt hält die Stellung
EHL-Marktupdate: Österreichs Immobilieninvestmentvolumen liegt im 1. Halbjahr 2026 bei rund 1,15 Mrd. Euro – nur knapp unter dem Vorjahreswert.
Fonds-Abverkauf hält an
Offene Immobilienfonds verkaufen weiter: Seit Oktober 2023 wurden bereits Objekte um 1,5 Mrd. Euro veräußert, am stärksten betroffen ist der LLB Semper Real Estate Fonds.
Wiener Mieten explodieren weiter
Immo-Analytics-Halbjahresbericht: Neubaumieten steigen in fast allen Bezirken stärker als die Inflation, Käufer wandern zunehmend zu Premium-Immobilien.
Wohnen bleibt Lieblings-Assetklasse
BNP Paribas Real Estate: Wohnportfolios waren im 1. Halbjahr 2026 die stärkste Assetklasse – 4,4 Mrd. Euro flossen in Pakete ab 30 Einheiten.
Ruf nach einheitlichen Bau-Daten
Die ÖGNI fordert verbindliche, standardisierte Datenerfassung für Gebäude – nötig, um EU-Vorgaben wie Taxonomie, CSRD und EPBD überhaupt umsetzen zu können.
Smarter Turm in der Donau City
Pocket House digitalisiert den neuen DC2 Tower der Commerz Real und baut damit seine PropTech-Präsenz in Wiens Donau City weiter aus.
Sonnenstrom auch bei Nacht
Heizma startet die Energiegemeinschaft „Teilma“: Photovoltaik plus Speicher decken bis zu 98 % des Mitgliederbedarfs – auch ohne eigene PV-Anlage.
Hotel-Comeback in Wien
Crowne Plaza kehrt nach Österreich zurück: IHG eröffnet im 6. Bezirk einen von David Chipperfield entworfenen Neubau mit 195 Zimmern, Ende Q3 2026.
Zement wird grüner
Holcim Österreich aktualisiert seine Umweltproduktdeklarationen: Der CO₂-Fußabdruck von Zement & Betonzusatzstoffen sinkt um über 17 % gegenüber Branchenwerten.
Stille als neuer Luxus
„Quietcations“: Beim Alpine Hospitality Summit 2026 setzen Häuser wie Refugium Lunz auf Ruhe und Entschleunigung statt Masse – und erzielen damit höhere Preise.
Aufschwung trifft auf Handelsflächen unter Druck
Der Gewerbeimmobilienmarkt in Österreich zeigt sich 2026 auf Erholungskurs. Laut CBRE stieg das Investmentvolumen 2025 auf 4,1 Milliarden Euro, ein Plus von 40 Prozent. Wien allein kam auf 3,1 Milliarden Euro. Größere Transaktionen wie der Verkauf des Bürogebäudes Business Center Muthgasse in Wien-Döbling und des Komplexes Arcade Meidling belegen die wachsende Investorennachfrage.
Im Einzelhandel geht die Entwicklung auseinander. Toplagen wie die Wiener Innenstadt profitieren von internationalen Marken und Spitzenmieten um 380 Euro pro Quadratmeter, während abseits davon rund zehn Prozent der Fachmarktflächen leer stehen, trotz weiterer Expansion von Diskontern wie Action und Woolworth.
Mehr Transparenz bringt ein neues Dashboard der Oesterreichischen Nationalbank, das erstmals rund 50 Indikatoren zu Österreichs 285.000 Gewerbeimmobilien öffentlich zugänglich macht.
Österreich belohnt Eigenheimbesitzer
Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) sorgt in Deutschland gerade für Aufsehen: Wer dort eine Immobilie kauft und selbst einzieht, zahlt am Ende drauf, und zwar bis zu 87.000 Euro mehr als ein Anleger, der dieselbe Wohnung vermietet. Für Österreich liefert die Studie einen Nebenbefund, der hierzulande zu wenig Beachtung findet: Anders als beim großen Nachbarn wird Wohneigentum in Österreich steuerlich nicht benachteiligt, sondern leicht bevorzugt. Der Vorsprung ist allerdings kleiner, als man erwarten würde, und aktuelle politische Entwicklungen drohen ihn noch zu schmälern.
Die Grundidee: Wohnen als Investition oder als Konsumgut
Die IW-Ökonomen Michael Voigtländer und Lisa Wagner rechnen in ihrer Studie ein Standardbeispiel durch: eine Bestandswohnung um 300.000 Euro, finanziert zu 80 Prozent mit Kredit, gehalten über 15 Jahre. Einmal wird sie vermietet, einmal selbst bewohnt. Der Unterschied liegt darin, wie die jeweiligen Länder Wohneigentum steuerlich behandeln: als Investitionsgut, bei dem Mieteinnahmen versteuert, aber auch Kosten wie Abschreibung, Zinsen und Instandhaltung geltend gemacht werden können, oder als Konsumgut, bei dem beides entfällt. In Deutschland gilt für Selbstnutzer Letzteres, während Vermieter kräftig von Abschreibungsmöglichkeiten profitieren. Das treibt dort die Rendite der Vermietung auf 7,1 Prozent, während Selbstnutzer nur auf 5,0 Prozent kommen, in Metropolen ist der Abstand mit rund drei Prozentpunkten sogar noch größer.
Österreich liegt im europäischen Mittelfeld, mit leichtem Vorteil fürs Eigenheim
Im Ländervergleich der Studie, der neben Deutschland auch die Niederlande, Dänemark, Belgien, Frankreich und Irland umfasst, ist Österreich das Land mit dem knappsten Vorsprung für Selbstnutzer. Nach dem Modell der Autoren erzielen Vermieter in Österreich eine Rendite von 6,8 Prozent, Selbstnutzer 7,8 Prozent, ein Vorteil von etwa einem Prozentpunkt. Zum Vergleich: In den Niederlanden liegt die Selbstnutzungsrendite mit rund 12 Prozent fast fünfmal so hoch wie jene der Vermietung, auch in Irland und Belgien ist der Abstand mit acht beziehungsweise vier Prozentpunkten deutlich größer. Österreich gehört damit zwar zu den Ländern, die dem Eigenheim keine steuerlichen Steine in den Weg legen, tut das aber vergleichsweise zurückhaltend.
Ausschlaggebend sind drei Stellschrauben im österreichischen Steuerrecht, die die Studie skizziert. Erstens die Kaufnebenkosten: Sie liegen laut Modell pauschal bei 7 Prozent des Kaufpreises, unabhängig davon, ob die Immobilie vermietet oder selbst bewohnt wird, deutlich unter den bis zu 32.500 Euro, die in NRW allein an Grunderwerbsteuer für eine 500.000-Euro-Immobilie anfallen. Zweitens die laufende Besteuerung: Mieteinnahmen werden in der Modellrechnung mit 48 Prozent versteuert, Vermieter können aber eine Abschreibung von 1,5 Prozent pro Jahr auf 80 Prozent des Gebäudewerts geltend machen. Drittens der Verkauf: Während der Hauptwohnsitz beim Verkauf steuerfrei bleibt, fällt bei vermieteten Immobilien die 30-prozentige Immobilienertragsteuer an. Diese Kombination aus vergleichsweise niedrigen Erwerbsnebenkosten und einer spürbaren Besteuerung von Vermietungsgewinnen sorgt dafür, dass sich Eigennutzung in Österreich unter dem Strich etwas mehr lohnt als Vermietung, wenn auch nur leicht.
Aktuelle Politik: Der bestehende Vorteil bröckelt gerade
Während die IW-Studie den Status quo beschreibt, verändert sich die Ausgangslage in Österreich derzeit selbst. Seit 1. Juli 2024 waren Grundbucheintragungsgebühr (1,1 Prozent) und Pfandrechtseintragungsgebühr (1,2 Prozent) beim Kauf eines Hauptwohnsitzes bis zu einer Bemessungsgrundlage von 500.000 Euro befreit, ein Vorteil von bis zu rund 11.500 Euro für Selbstnutzer. Diese befristete Regelung ist am 30. Juni 2026, also erst wenige Tage vor Veröffentlichung der IW-Studie, ausgelaufen. Käufer, die jetzt einen Hauptwohnsitz erwerben, zahlen die Gebühren wieder voll.
Eine weitergehende Entlastung ist zwar im Regierungsprogramm 2025 bis 2029 angekündigt: Die Abschaffung der Grunderwerbsteuer beim Erwerb des ersten Eigenheims soll geprüft werden. Ein Gesetzentwurf liegt dafür bislang aber nicht vor, und Fachleute rechnen aufgrund der damit verbundenen Einnahmeausfälle für Bund und Länder frühestens mittelfristig mit einer Umsetzung. Der ohnehin schon moderate steuerliche Vorteil für Selbstnutzer, den die IW-Studie für Österreich errechnet, dürfte sich damit im laufenden Jahr eher verkleinern als vergrößern.
Einordnung: Wenig Grund zur Entwarnung
Der internationale Vergleich zeigt Österreich also nicht als Belastungsfall wie Deutschland, aber auch nicht als Vorzeigeland wie die Niederlande oder Irland. Das passt zum Befund, dass die heimische Wohneigentumsquote mit rund 51 bis 55 Prozent zwar über dem deutschen Wert von 44 Prozent liegt, den EU-Schnitt von rund 70 Prozent aber ebenfalls deutlich verfehlt. Die IW-Autoren empfehlen Deutschland als Ausweg unter anderem eine Differenzierung der Grunderwerbsteuer zugunsten von Selbstnutzern, wie sie in mehreren Vergleichsländern bereits Praxis ist. Genau eine solche Differenzierung fehlt aber auch im österreichischen Steuerrecht bis heute: Die Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent gilt unabhängig von der Nutzungsart. Der leichte steuerliche Vorsprung des Eigenheims in Österreich entsteht damit vor allem über die Besteuerung der laufenden Mieteinnahmen und den Verkaufsgewinn, nicht über eine gezielte Förderung von Käufern. Ob die im Regierungsprogramm angekündigte Prüfung einer Ersterwerbs-Befreiung daran künftig etwas ändert, bleibt offen.
Start-up Challenge beim ÖGNI Symposium 2026
Die ÖGNI vergibt in Kooperation mit der Nachhaltigkeitsplattform Orbyz 12 kostenfreie Ausstellungsplätze beim ÖGNI Symposium 2026 an innovative Start-ups. Das Symposium findet am 22. Oktober 2026 unter dem Motto „Sustainability: Turning Intentions into Impact“ im Wiener Ronacher Theater statt, mit rund 800 Entscheidungsträger:innen der Branche als Publikum.
Voraussetzungen
- Neu am Markt
- Tätig in einem der Bereiche: Energie, Abfall, Ressourcen, Mobilität oder Tourismus
- Echte Innovation mit Bezug zur Bau- und Immobilienbranche
So bewirbst du dich
- Registriere dein Start-up auf orbyz.world
- Klicke im Start-up-Challenge-Highlight auf „Join now“ und dann auf „Contribute“
- Stell dein Unternehmen, Produkt und deine Vision vor, gerne mit Bildern
- Aktiviere deine Community: Die Votingphase startet im Sommer auf Orbyz!
Bewerbungsschluss: 31. Juli 2026. Je früher du dich bewirbst, desto mehr Sichtbarkeit bekommt dein Start-up vor dem Voting.
Alle Infos: ogni.at/aktivitaeten/symposium
Die neue IMMOBILIENWIRTSCHAFT
BK werden zentrales Thema
Der MVDI (Marketing‑Vereinigung deutscher Immobilienunternehmen) hat gemeinsam mit der Bauakademie Performance GmbH den ImmoBench‑Marktbericht 2025 veröffentlicht, der zeigt, dass die durchschnittlichen Betriebskosten für Wohnimmobilien im Median von 2,32 €/m²·Monat im Vorjahr auf 2,69 €/m²·Monat gestiegen sind – ein Anstieg von rund 16 % und insbesondere bei warmen Betriebskosten um etwa 42 %. Diese Entwicklung macht Betriebskosten zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor für Wohnungsunternehmen.
Klassifizierung für Green Leases
Die gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. hat ein neues System zur Bewertung nachhaltiger gewerblicher Mietverträge vorgestellt. Die „Green Lease Klassifizierung nach gif“ soll ESG-Regelungen in Mietverträgen erstmals standardisiert, vergleichbar und nachvollziehbar bewerten.
Das Modell basiert auf einem Sterne-System und berücksichtigt sowohl die rechtliche Verbindlichkeit als auch die ökologische Relevanz einzelner Vertragsklauseln.
★ Green Lease (50–65 % der Punkte): grundlegende Maßnahmen mit Sensibilisierungscharakter
★★ Green Lease (65–80 %): verbindliche Vereinbarungen mit messbaren Nachhaltigkeitseffekten
★★★ Green Lease (ab 80 %): besonders ambitionierte Vertragsgestaltung mit klaren KPIs und Vorbildfunktion im Markt
Die Methodik basiert auf einem differenzierten Punktesystem, das zwischen unverbindlichen Bemühungsklauseln (1 Punkt) und rechtlich bindenden Verpflichtungsklauseln (2 Punkte) unterscheidet. Ergänzend erfolgt eine Gewichtung nach ökologischer Relevanz der jeweiligen Regelung. Das Online-Tool ist ab sofort verfügbar.
3D-Druck trifft Modulbau
Jetzt habe ich etwas Tolles gelesen, das zwei Technologien verbindet: Modulbau und 3D-Druck.
Das Architekturbüro KTGY hat ein Konzept namens Hexagon House entwickelt, das genau diese Kombination konsequent durchdenkt. Bisher war 3D-Druck im Wohnbau fast ausschließlich bei eingeschossigen Einfamilienhäusern im Einsatz. Der Grund: Beton als Material ist schwer, trocknungsintensiv und lässt sich schwer transportieren. Das Konzept löst dieses Problem elegant, indem die Module nicht auf der Baustelle gedruckt werden, sondern in der Fabrik. Dort kommen neue Materialien zum Einsatz, zum Beispiel Geopolymere, Biokunststoffe und Recyclingmaterialien. Die fertigen Module werden dann gestapelt, zu drei- oder viergeschossigen Mehrfamilienhäusern.
Handelsimmobilien
Peek & Cloppenburg prüft Verkauf in Kärntner Straße
Im letzten Newsletter berichtete die deutsche Immobilienzeitung: „Die Eigentümerfamilie von Peek & Cloppenburg Düsseldorf prüft einen Verkauf der Peek-&-Cloppenburg-Filiale auf der Kärntner Straße in Wien. Der Asset-Manager der Familie, Midstad, hat Angebote eingeholt. Das Modekaufhaus wurde vom Architekturbüro David Chipperfield entworfen und könnte 300 Mio. Euro einbringen.“
Was in Deutschland passiert: Der digitale Notarvertrag kommt
Der klassische Papiervertrag beim Notar hat in Deutschland ausgedient – zumindest optional. Der Deutsche Bundestag hat am 7. Mai 2026 ein Gesetz zur Digitalisierung des Vollzugs von Immobilienverträgen beschlossen.
Die Reform hat zwei Seiten: Notare können künftig ein elektronisches Dokument auch direkt beim persönlichen Termin erstellen, beurkunden und digital signieren. Und alles, was danach kommt, also Mitteilungen an Grundbuchamt, Finanzverwaltung und Banken, soll ebenfalls vollständig digital laufen. Bürger:innen profitieren von einem beschleunigten Vollzug von Immobilienverträgen und zügigeren Eigentumsumschreibungen im Grundbuch.
In Österreich ist eine vergleichbare Reform noch nicht in Sicht. Dabei gelten eigentlich dieselben Argumente: weniger Bürokratie, kürzere Wartezeiten, mehr Flexibilität. Deutschland zeigt, dass es geht.
Ortner warnt
Der österreichische Wohnungsmarkt gerät laut Advicum Consulting durch die neue Mietpreisbremse weiter unter Druck. Seit April 2026 greift der Staat erstmals auch in den privaten Mietmarkt ein. Für Matthias Ortner ist das ein riskanter Schritt.
„Kurzfristig hat die Deckelung mit Sicherheit einen positiven Effekt für viele Haushalte“, sagt Ortner. Langfristig drohe jedoch das Gegenteil: „Ohne Geldgeber wird kein neuer Wohnraum geschaffen.“
Grund dafür seien sinkende Investitionsanreize, hohe Baukosten und teure Finanzierungen. Viele Projekte würden verschoben oder gestoppt. „Die Prognose für Fertigstellungen 2026 liegt auf einem historischen Tiefstand“, so Ortner.
Zusätzliche Unsicherheit durch geopolitische Krisen und mögliche Zinsschritte der European Central Bank verschärfe die Lage weiter. Ortner fordert daher mehr staatliche Anreize, schnellere Genehmigungen und Maßnahmen zur Ausweitung des Wohnungsangebots.
Gemeinnütziges Bauen: weniger, aber stabiler
Elf Komma neun. Das ist die Zahl, mit der der Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) dieser Tage in die Öffentlichkeit tritt. 11.900 Wohnungen haben die gemeinnützigen Bauträger im Jahr 2025 fertiggestellt – um 13 Prozent weniger als im Jahr davor. Das klingt zunächst nach schlechten Nachrichten. Aber, und das ist eben das Interessante an dieser Geschichte: Gemessen an dem, was rund herum passiert, ist das eigentlich eine Erfolgsmeldung.
Denn während der gewerbliche Wohnbau in der Krise schlicht die Projekte auf Eis legt, bauen die Gemeinnützigen weiter. Kontinuierlich, planbar, unspektakulär. Ergebnis: Ihr Marktanteil bei Baubewilligungen im Mehrgeschoßwohnbau ist auf über 50 Prozent gestiegen. Jede zweite neu bewilligte Wohnung in diesem Segment geht also auf das Konto eines GBVs. Das ist keine Kleinigkeit.

Das Investitionsvolumen bleibt beträchtlich: 2,7 Milliarden Euro im Neubau, weitere 1,7 Milliarden in Sanierung und Instandhaltung. Wobei gerade letzteres eine eigene Geschichte verdient – denn bei der thermischen Sanierung legen die Gemeinnützigen richtig zu: 7.900 Wohnungen wurden 2025 saniert, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Umstellungen auf klimafreundliche Heizsysteme gibt es ebenfalls einen Zuwachs von 6 Prozent auf rund 6.900 Wohneinheiten. Klimaschutz und leistbares Wohnen – man täte gut daran, diese beiden Themen nicht länger gegeneinander auszuspielen.
Was den Gemeinnützigen weiterhin schlaflose Nächte bereitet: Grundstücke. Oder vielmehr deren Fehlen. „Leistbare Grundstücke sind das Fundament für leistbare Wohnungen“, sagt Verbandsobmann Michael Gehbauer – und hat damit natürlich völlig recht, aber leider auch wenig Gehör gefunden bisher. Die Forderung, dass öffentliche Liegenschaften vorrangig dem gemeinnützigen Wohnbau zugute kommen sollten, ist so alt wie sie berechtigt ist.
Ab 2027 soll es übrigens wieder aufwärts gehen – ein „sanfter Aufwärtstrend“ wird erwartet. Bis dahin gilt: stabil bauen, fleißig sanieren, und hoffen, dass die Politik das Fundament nicht weiter dem Zufall überlässt.Das Burgenland mit +65 % ist übrigens der stille Ausreißer dieser Statistik – fast könnte man einen eigenen Text darüber schreiben, was dort gerade passiert. Falls du willst, mache ich das.
Expo Real erweitert ums Thema Infrastruktur
Die Immobilienmesse Expo Real nimmt künftig Infrastrukturprojekte stärker in den Fokus. Ab der kommenden Ausgabe soll das Thema als eigenständiger Bestandteil der Veranstaltung etabliert werden.
Hintergrund ist die wachsende Bedeutung von Infrastrukturinvestitionen im Zuge von Energiewende, Mobilitätsumbau und Digitalisierung. Laut Veranstalter sollen damit neue Zielgruppen angesprochen und Schnittstellen zwischen Immobilien- und Infrastruktursektor stärker vernetzt werden.
Geplant sind eigene Ausstellungsflächen sowie inhaltliche Formate, die Projekte, Finanzierungsmodelle und regulatorische Rahmenbedingungen abbilden. Ziel ist es, die Messe thematisch breiter aufzustellen und aktuelle Entwicklungen im Markt stärker zu berücksichtigen.
Ui, die Zinsen!
Jetzt schaute es mal kurz nach Besserung am Immobilienmarkt aus, da drohen nun die Zinsen wieder rauf zu gehen. Das bestätigt nun auch der Kreditvermittler Infina. Die Eskalation im Nahen Osten wirkt halt zunehmend auf Europas Wirtschaft durch und verschärft die geldpolitische Lage. Steigende Ölpreise treiben die Inflation wieder an, während die Europäische Zentralbank ihre Wachstumserwartungen nach unten korrigiert. Zwar bleibt die Kerninflation vorerst rückläufig, doch das Risiko von Zweitrundeneffekten wächst. An den Finanzmärkten werden bereits mehrere Zinsschritte bis Ende 2026 erwartet, deren tatsächliches Ausmaß jedoch stark vom weiteren Verlauf des Konflikts abhängt.
Für die Immobilienfinanzierung bedeutet das eine Trendwende. Kurzfristige Zinsen wie der 3-Monats-Euribor steigen wieder, während sich langfristige Zinsen stabilisieren. Gleichzeitig treffen höhere Finanzierungskosten auf ein knappes Neubauangebot und hohe Baukosten. Nach einer Phase der Erholung dürfte sich der Zugang zu Wohnbaukrediten im Jahresverlauf wieder verschlechtern.
Die Gefahr einer Stagflation nimmt zu. Steigende Energiekosten belasten nicht nur die Inflation, sondern auch das Wirtschaftswachstum im Euroraum. Die EZB steht damit erneut im Spannungsfeld zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung.
Auch für private Haushalte verschärfen sich die Rahmenbedingungen. Der Infina-Leistbarkeitsindex zeigt für 2026 eine zunehmende Belastung: Steigende Immobilienpreise und Zinsen treiben die Schuldendienstquote nach oben. Aktuell liegt sie laut Schnellschätzung bei 38,5 Prozent des Einkommens österreichweit und bei 35,1 Prozent in Wien.