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Bestandsimmobilien Problem

Der neue Gebäudereport der Deutschen Energie-Agentur zeigt, dass der Gebäudesektor weiterhin über dem vorgesehenen Emissionspfad liegt und seine Klimaziele erneut verfehlt. Eine Reduktion auf 65 Mio. Tonnen CO₂ bis 2030 gilt zwar als erreichbar, allerdings nur mit stabilen politischen Rahmenbedingungen, Förderkontinuität und weniger Bürokratie.

Besonders problematisch ist der Gebäudebestand. Mehr als fünf Millionen Heizungen sind älter als 30 Jahre, der Anteil erneuerbarer Energien bleibt niedrig und der Hochlauf von Wärmepumpen ist zu langsam. Zwar hat sich ihr Anteil seit 2019 nahezu verdoppelt, lag 2024 aber erst bei 4,3 Prozent. Gleichzeitig ging der Ausbau von Dach-Photovoltaik 2025 zurück, während Batteriespeicher stark zulegten und die installierte Gesamtleistung auf rund 15,6 GW stieg.

Ökonomisch bleibt der Sektor bedeutend: Rund 3,7 Millionen Jobs hängen in Deutschland direkt an Bau, Industrie und Handwerk, doch die Neubautätigkeit ist rückläufig. Immerhin sank der Bauüberhang von etwa 858.000 genehmigten, aber nicht fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2022 auf rund 738.000 im Jahr 2024.

Aus österreichischer Perspektive sind die Ergebnisse ein warnendes Signal. Die strukturellen Herausforderungen – alter Gebäudebestand, schleppende Sanierungsraten, Förderabhängigkeit und Fachkräftedruck – sind in vielen Punkten vergleichbar. Der Report unterstreicht damit, dass die Gebäudewende weniger eine Frage technischer Lösungen ist als eine der politischen Planungssicherheit und Marktdynamik im gesamten DACH-Raum.