Skip to content

So, nun ein wenig zum Inhalt der im vorigen Post genannten Pressekonferenz. Die Zahlen, die belegen, wie es um unseren Wohnbau steht, liefern sicher andere Medien und ich werde sie hier auch noch aufarbeiten. Aber viel wichtiger scheint mir, zusammenzufassen, wie man jetzt Wohnraum schaffen kann. 

Die Unternehmensvertreter(in) waren in ihren Forderungen eigentlich recht implizit bzw. ganz und gar nicht aggressiv, sie wirkten auf mich eher fast resigniert. Ich habe dennoch alle Forderungen und Ideen zusammengefasst:

 

1. Schnellere und einfachere Genehmigungsverfahren

Kernforderung: Bürokratie abbauen.

Beschleunigte Bauverfahren

Schnellere Umwidmungen

Raschere Baubewilligungen

Digitale Behördenprozesse

Begründung: Lange Verfahren verteuern Projekte massiv. Je schneller gebaut werden kann, desto günstiger wird es – und desto eher kann bezahlbarer Wohnraum entstehen.

 

2. Deregulierung im Mietrecht

Forderung: Vereinfachung bzw. „Ausmisten“ des Mietrechts.

Weniger regulatorische Eingriffe

Vermeidung kurzfristiger politischer Eingriffe (z.B. Mietpreisdeckel)

Mehr Rechtssicherheit für Investoren

Argument: Politische Ankündigungen ohne klare Umsetzung erzeugen Unsicherheit. Unsicherheit hemmt Investitionen.

 

3. Erleichterter Zugang zu Finanzierung

Obwohl die KIM-Verordnung formal ausgelaufen ist, argumentieren die Sprecher, dass Banken weiterhin restriktiv vergeben.

Gefordert wird:

Erleichterter Kreditzugang

Absetzbarkeit von Finanzierungszinsen

Steuerliche Anreize für Eigentumsbildung

Einfachere, weniger komplexe Förderlandschaften

Begründung: Ohne Finanzierung kein Eigentumserwerb und ohne Eigentumsmarkt fehlt ein wichtiger Baustein im Gesamtsystem.

 

4. Anpassung 2/3-Regelung

Ein besonders konkreter Punkt: Die verpflichtende Quote (bei z.B. Neuwidmungen) 2/3 geförderten Wohnungen zu errichten, sei wirtschaftlich nicht darstellbar.

Forderung:

Anpassung des Verhältnisses geförderter zu freifinanzierten Wohnungen

Begründung: Freifinanzierter Wohnraum querfinanziert geförderten Wohnbau. Wenn das Verhältnis nicht wirtschaftlich darstellbar ist, wird gar nicht gebaut.

 

5. Antizyklisches Bauen politisch unterstützen

Die Branche fordert Rahmenbedingungen, die antizyklisches Bauen ermöglichen.

Argument:
Jetzt sei das Zeitfenster, um Projekte zu starten, damit in drei bis vier Jahren kein massiver Angebotsmangel entsteht.

 

6. Kostensenkung durch Systembau

Gefordert wird:

Bundesweite Typengenehmigungen für Systembau (Serielle Bauweise)

 

7. Steuerliche und finanzielle Anreize für Investoren

Förderung nachhaltiger Bauweisen

Anreize für Modernisierung und Sanierung

Attraktivere Rahmenbedingungen für institutionelle Investoren

Viele institutionelle Investoren hätten sich zurückgezogen. Diese müssten zurückgewonnen werden