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Grand Ferdinand: urbaner Beachclub?
Vor drei Wochen habe ich mir das neue Hotel aus dem Hause Weitzer angeschaut, das Grand Ferdinand am Wiener Ring. Die grundlegenden Eckpunkte haben schon viele beschrieben, zum Beispiel Wojciech Czaja hier.
Was bleibt noch zu sagen? Dass es ein haus mit ganz eigenem Charakter ist, das finde ich gut. Alles gut gemacht, ja mitunter großartig. Schon allein die Presseunterlagen sind mit Liebe und Geschmack gestaltet, so ästhetisch habe ich das in meinen 15 Jahren als Journalist noch nicht gesehen.
Was ist sonst noch wichtig? Das Haus gehört der Amisola, der Pachtvertrag läuft 40 Jahre. Die Zimmer sind mit ab 220 Euro meiner Meinung nach dann doch recht schwierig zu vermarkten. Florian Weitzer ist auf meine Nachfrage diesbezüglich aber gewohnt gelassen: Jedes Hotel von ihm laufe super und er kenne keinen Grund warum das hier anders sein sollte. Interessant ist jedenfalls das ausgebaute Dach, das derzeit nur für Hotelgäste zugänglich ist und später eventuell ähnliche wie ein Beachclub vermarktet werden könnte – eine gehobene Chillzone mitten in der Stadt.
Und schon denken die Weitzers an ein neues Haus – und spähen ins Ausland. Vielleicht München, London, Berlin. Man weiß noch nicht genau.
Europäischer Immobilienmarkt tendiert zu verkäuferfreundlichen Vertragsklauseln
Der Markt für Immobilientranskationen in Europa ist weiter im Aufwind. Über die vergangenen fünf Jahre, nach dem Tief zwischen 2008 und 2009, sind ein steter Bedeutungszuwachs der Portfolio-Transaktionen und ein deutlicher Abwärtstrend bei Handelsimmobilien festzustellen. Internationale Investoren treten verstärkt am Markt auf, wobei ihr Anteil in deutschsprachigen Länder am niedrigsten liegt. Es sprechen starke Anzeichen für einen insgesamt verkäuferfreundlichen Markt in Europa. Die internationale Sozietät CMS hat für ihre aktuelle „CMS European Real Estate Deal Point Study 2015“ die Vertragsklauseln von 675 eigenbetreuten Immobilientransaktionen in 13 Ländern analysiert und dabei regionale Unterschiede und Trends identifiziert. Die Studie folgt als nun gesamteuropäische Auswertung den vorangegangen vier deutschen „CMS Real Estate Deal Point Studies“.
„Die Analyse gibt einen Überblick über die aktuelle Best Practice in Immobilienkauf-Verträgen, und zwar sowohl bei Asset- als auch bei Share Deals. Sie dokumentiert das Verhalten von strategischen Verkäufern und Käufern, Finanzinvestoren und privaten Anlegern im Hinblick auf die Häufigkeit bestimmter Vertragskonditionen“,
so Gregor Famira, Partner und Leiter des Bereichs Real Estate CEE bei CMS in Wien. Die Studie ist hier kostenlos verfügbar.
Schreibtisch für neue Arbeitswelt
Geiles Teil, find ich – ein Crowdfunding Projekt. Mehr Infos unter: https://www.kickstarter.com/projects/10872355/multiholz-der-schreibtisch-neu-definiert/?ref=kicktraq
Destinationsstudie Österreich
„Die 16. ÖHV-Destinationsstudie ist der neuste Gradmesser in puncto Destinations-Performance und setzt neue Standards im Destinationsmanagement“, erklärt Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Der österreichweite Benchmark ist eine Mischung aus Nächtigungen, Auslastung, Marktanteil, Internationalität und Saisonalität.
Als geborener Admonter wundere ich mich übrigens gar nicht über den fetten grauen Fleck in der Mitte Österreichs. Dort habe ich noch nie ein professionelles Tourismusmarketing (heißt auch: Produktfindung) erlebt. Leider.
Hundekacke und Makler: Sag niemals nie!
Können Sie sich noch an Wiens Hundescheiße auf den Gehsteigen erinnern? Niemand hätte gedacht, dass sie jemals verschwinden würde. Es gibt Wunder. Die Kacke klebt heute tatsächlich nur mehr in Ausnahmefällen zwischen den Ritzen der Schuhsohlen.
Ich glaube an ein weiteres Wunder: Immobilienmakler werden zu Helfern, die gut verdienen – WEIL sie es verdienen.
Bevor es soweit kommt, wird es allerdings noch einiges zu bewältigen und auch zu leiden geben. Manche Makler werden es auch nicht überleben, aber das kommt so oder so. Und zurecht, sie verabsäumen es, ihr Geschäftsmodell auf die aktuellen Rahmenbedingungen zu adaptieren. Das ist das der Tod für jeden Unternehmer.
Meist kommt die Veränderung nicht aus den eigenen Reihen. Warum sollte es bei Maklern anders sein? Um so beachtenswerter ist es, wenn ganz konkrete Vorschläge für eine bessere Zukunft aus der eigenen Zunft kommen. So war die Pressekonferenz des Immobilienrings IR eigentlich ein Wahnsinn (ein positiver)!
Was haben Georg Spiegelfeld (Präsident des IR) und Andreas G. Gressenbauer (Vizepräsident) da vorgeschlagen? Zum Beispiel die Einführung eines MLS (Multi Listing System), bei dem wie in den USA allen seriösen Maklern EINE Datenbank mit allen Objekten zur Verfügung steht. Somit können viel mehr Geschäfte, viel schneller und unkomplizierter abgewickelt werden. Grundsätzlich könnten Makler mit einer übergreifenden und transparenten Zusammenarbeit nur gewinnen, Alleingänge seien Schnee von gestern, so Spiegelfeld. Funktionierende Systeme wie in Kanada zeigen, dass solche MLS zu deutlich mehr Transparenz und Kundennutzen führt, als dies derzeit bei uns der Fall ist, das habe ich selbst schon in Amerika kennen gelernt.
Aber es kommt noch besser. Spiegelfeld stellt das gesamte Provisionssystem in Frage. Zurecht meiner Meinung nach. Er meint, vor allem für Mietwohnungen müsse man überdenken, ob das System „noch zeitgemäß“ sei. Man könne sich auch Alternativen wie ein Modulsystem vorstellen. Wie bei anderen Dienstleistern – etwa Rechtsanwälten, Ärzten, Steuerberatern etc. – zahlt man einfach je nachdem, welche Leistungen man in Anspruch nimmt. So könnten neben einem kostenlosen Erstgespräch mit Kurzexposée weitere Einzelleistungen wie Besichtigung, Verhandlung mit dem Vermieter etc. genau abgerechnet werden.
Ein weiteres neues Provisionsmodell wäre, die Kosten der Vermittlung in die Betriebskosten reinzurechnen. Bei Versicherungen funktioniere das ja auch, warum nicht auch bei Immobilien? Die Logik dieses Systems würde serviceorientierte Makler stärker honorieren.
Was der IR hier mit dieser Pressekonferenz gemacht hat, finde ich großartig! Endlich traut sich wer, das heikle Thema anzusprechen. Bitte dranbleiben – und irgendwann muss die Politik auch mitmachen!
PS: Es hätte sich nur zu sehr angeboten, hier ein ungustiöses Foto von Hundekot zu verwenden. Nachdem die Vierbeiner und ihr Output aber nichts mit Maklern zu tun haben, außer dass ich auch bei letztern auf ein Wunder hoffe, habe ich es weggelassen.
Größte CEE-Transaktion
Die bislang größte Transaktion im CEE-Bereich ging über die Bühne. Der Immo-Entwickler Skanska hat ein Portfolio mit vier Bürogebäuden in zwei polnischen Städten (Krakau und Katowice) an den schwedischen Fonds Niam verkauft. Der Fonds hat Immos im Wert von 2,7 Mrd. Euro under management. Der Verkauf ist auch der größte in der Geschichte von Skanska in dieser Region. Die Gebäude haben zusammen mehr als 63.000 Quadratmeter. Übrigens: Mehr als 60 Prozent der Transaktionen fanden heuer außerhalb Warschaus statt – also in B-Städten.
Eine Richtlinie für E-Ladestationen
Die deutschen haben was Interessantes! Und zwar eine Richtlinie die zeigt, was bei der Planung von Ladestationen sowie von neuen Elektroinstallationen in öffentlichen und privaten Gebäuden zu beachten ist. Die Richtlinie soll Planer, Architekten und Bauherrn dabei unterstützen, Ladeinfrastrukturen für E-Autos und E-Bikes in oder an Gebäuden zu integrieren. Die Ausführung und Ausstattung von und mit Ladeplätzen kann je nach Gebäudetyp oder Nutzung abweichen. Jedenfalls gibt das Werk schwerpunktmäßig Empfehlungen für Wohngebäude, Verkaufs- und Arbeitsstätten sowie Parkhäuser und Tiefgaragen. Näheres dazu hier.
Warum ich Starbucks hasse und trotzdem dort sitze
Ich mag mich nicht anstellen, damit ich was bekomme. Ich mag die Preise bei Starbucks nicht. Ich mag auch keine komischen Varianten Super-Frozen-Anabolica-Chai-Latte ohne Soja bestellen müssen.
Und trotzdem sitze ich gerade wieder in einer Filiale dieses US-Giganten. Und zwar, weil die verlässlich einen Tisch mit Steckdosen haben, bei dem man kurz mal arbeiten kann. Das WiFi funktioniert auch.
Alle reden sie die ganze Zeit von neuen Arbeitswelten, Third Places und dergleichen. Und dann haben neue Lokale oft gerade einmal eine Steckdose für den Staubsauger. Da stimmt doch was nicht!
60.000-Euro für alleinerziehende Mütter in Wohnungsnot
Na bumm! Das war ein Erfolg, das Benefizkonzert für „immo-humana – Verein für Mütter in Wohnungsnot“, initiiert von EHL Immobilien. 60.000 Euro konnten für den Verein generiert werden, und nicht nur das:
„Das Konzert war nicht nur wegen der hohen Spendensumme ein großer Erfolg, es hat uns auch für unsere weitere Arbeit einen riesigen Auftrieb gegeben“,
meinte immo-humana-Obmann Georg Slawik, als er den Scheck von EHL-Chef Michael Ehlmaier überreicht bekommen hat.
Mehrere Immobilienprofis waren nicht nur als passive Kunstgenießer dabei: Michael Ehlmaier und Geschäftsführer-Kollegin Sandra Bauernfeind waren als Geiger aktiv, ÖVI-Geschäftsführer Anton Holzapfel brillierte als Solist an der Orgel. Gespielt wurden das Konzert für Orgel, Streicher und Pauke, von Francis Poulenc, die „Carmen Fantasie“ für Violine und Orchester von Franz Waxman (interpretiert vom jungen Stargeiger Emmanuel Tjeknavorian) und die Sinfonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorak.
Was tun bei Niedrigzinsen?
CEO Ernst Vejdovszky: "Wir haben uns das aktuell niedrige Zinsniveau für 10 Jahre gesichert." #JournalistenAkademie pic.twitter.com/LbYg3yZE0V
— S IMMO (@simmoag) 14. Oktober 2015
Verdichtung und Flüchtlinge auf der EXPO
Über die heurige EXPO REAL können Sie ja in vielen Medien lesen. Ich möchte hier kurz die Aufmerksamkeit auf zwei Soft Facts legen, die zwischen Renditen und Marketing-Trara unterzugehen drohen.
1) Thema Verdichtung
Zur Verdichtung als Chance sowohl für wachsende als auch schrumpfende Städte organisierte das Urban Land Institute (ULI) eine eigene Veranstaltung. Vorgestellt wurde eine Studie zum Thema, sie untersucht beispielhaft anhand von sechs Städten (Birmingham, Dresden, Istanbul, London, Stockholm und Warschau) unterschiedliche Ansätze für Verdichtungsprojekte und greift potenzielle soziale, ökonomische und ökologische Vorteile von Verdichtungsmaßnahmen auf. „Vorgestellt werden Verdichtungsmaßnahmen in Städten, die sich in verschiedenen Entwicklungszyklen befinden. Wir hoffen, dass diese Studie dazu beiträgt Anreize zu schaffen, wie Verdichtungsmaßnahmen Städte heute und in Zukunft attraktiver machen können“, sagte Lisette van Doom, CEO ULI Europe.
2) Flüchtlinge – ganz konkrete Zahlen
Zum einen wurden Black Swan Risiken diskutiert, also nicht vorhersehbare Ereignisse wie der Krieg in der Ukraine oder die Migrationsbewegung, die aber große Auswirkungen auf z.B. Rückversicherer und auf die Immobilienbranche haben. Zum anderen ging eine Podiumsdiskussion sehr konkret auf die Raumbedürfnisse von Flüchtlingen in Deutschland ein:
Die deutsche Bundesregierung erwartet mindestens 800.000 Flüchtlinge, die 2015 nach Deutschland kommen. Hierzu werden nach Analysen von Aengevelt-Research bei einer angenommenen mittleren „Verweildauer“ von 1,5 Monaten kurzfristig ca. 100.000 Plätze mit – bei ca. 15 m² Individual- und Gemeinschaftsfläche pro Person – rund 1,5 Millionen m² Wohn- und Nutzfläche in Erstaufnahme-Einrichtungen (EA) aller Art benötigt. Alleine hierfür dürften die fiktiven Jahres-(Kalt-)Mietkosten wegen des überstürzten Beschaffungscharakters nicht unter 200 Millionen Euro liegen. Außerdem spannend:
– Von 2016 bis 2024 gehen Zuwanderungsexperten nach vorsichtigen Kalkulationen von mindestens weiteren 2,4 Mio. Flüchtlingen aus, die nach Deutschland kommen. – Neben Erstaufnahme-Einrichtungen werden für das „Anschlußwohnen“ weitere Flächen in Gemeinschaftseinrichtungen (GU) und konventionellen Wohnungen (WE) benötigt. – Insgesamt ergibt sich daraus nach Analysen von Aengevelt-Research im best case ein zusätzlicher Bedarf von ca. 35 Millionen m² Nettowohnfläche bzw. bei einer mittleren Wohnungsgröße von 50 bis 80 m² von mehr als 500.000 Wohnungen. Dies bedeutet einen mittleren Netto-Jahresbedarf von 3,5 Millionen m² Wohnfläche bzw. über 50.000 Wohneinheiten und entspricht jährlichen Investitionen von mindestens 8 Milliarden Euro in Neubau bzw. Refurbishment demografiebedingt freiwerdender Einheiten. – Ein sehr großer Teil davon wird allerdings „sofort“ und in den nächsten fünf Jahren benötigt, so dass der akute Bedarf den derzeitigen Wohnungsneubau von rd. 245.000 Einheiten p.a. deutlich um etwa 100.000 Einheiten bzw. 40% übersteigt, zumal nur ein Teil des aus dem Zensus 2011 ermittelten Leerstands von bundesweit 1,7 Millionen Wohnungen nutzbar ist, ebenso wie ein geringer Teil nicht marktfähiger, leerstehender Bürogebäude. – Mehrfach wurden Appelle von Bürgermeistern wurden laut, die Situation nicht auszunützen und die Geschäftemacherei über die Menschlichkeit zu stellen. Schon jetzt gingen Ladenhüter für Schweinegeld über die Theke, hieß es.
(Foto: Creative Commons/zodiac)
Neue Arbeitswelten auf Ö1
Nun hat das Tehma Neuen Arbeitswelten auch Ö1 erreicht. Das heißt, eigentlich eh schon länger und ich danke dafür, denn wie gewohnt baut die Redaktion das wirklich seriös auf und bleibt nicht auf simplen Plattitüden kleben. Als Experte wurde u.a. Andreas Gnesda interviewt. Jedenfalls spannend nachzulesen und zu hören – noch geht das in der Mediathek!
Problemlos: spanische Luxusimmos
Das PGA Catalunya Resort liegt unweit von Barcelona und ist eines dieser komischen modernen Dörfer, das über bzw. neben Golfplätzen verstreut ist. Hier ein paar Häuser, dort ein paar und zwischendrinn auch.
Das Spezielle (außer natürlich sicher eine einzigartige Architektur, die super Lage und der einmalige Platz zum Bälle wegschießen) ist: die Dinger gehen wie die warmen Semmeln. Krise? Nix da. Spanien-Unsicherheit? Mitnichten.
Und jetzt werden schon wieder Reihenhäuser gebaut, die X-te Baustufe. La Balca Townhouses nennen sie sich, alles tipptopp natürlich, preislich liegen die Villen zwischen 710.000 € und 745.000 €. Bin echt gespannt, wie lange es braucht, bis die auch weg sind.
Details zu dem Projekt von GroupEstate
Das Video zu meinem vorigen Post.




