AktUeller Senf vom Rollett
Deutsche treffen sich zu Jahrestagung, um Corona zu diskutieren
Einigermaßen skurril finde ich das: In Deutschland will die Immobilien Investment Akademie (IIA) auf ihrer Jahreskonferenz Anfang April die Auswirkungen von Covid-19 diskutieren.
Konkret will sie „das Thema „Covid-19 und die wirtschaftlichen Auswirkungen“ in den Mittelpunkt der Tagung stellen“, heißt es in der Aussendung vom 10. März 2020. Die IIA erwartet rund 250 Teilnehmer.
Bei uns schließen Schulen, Museen, Unis etc. und die wollen sich in realiter treffen, um Viren schneller auszutauschen – eigenartig, die sonst so peniblen Deutschen … Aber immerhin, ein Tagungspunkt beschäftigt sich auch mit: „Szenarien bezüglich Firmen- und Privat-Insolvenzen“.

Heimo Rollett kauft eine Hose und geht mit sich essen

Der Vienna Airport gespenstisch still, der MIPIM-Bomber am Dienstag nach Nizza praktisch leer. Jede U-Bahn ist derzeit gefährlicher als nach Cannes zu fliegen. Die MIPIM ist abgesagt, ich schau es mir trotzdem an, weil als digitaler Nomade ist mir ja wurscht, wo ich arbeite. Und ich sag’s Ihnen: Es ist herrlich. So normal. Die Preise nur übertrieben und nicht komplett irre. Die Menschen entspannt, Touristen, wie sie an die Côte d’Azur gehören. Nur ganz vereinzelt trifft man Immobilien-Typen. Kennt man auch ohne Bandl um den Hals sofort heraus, naja, eine eigene Spezies halt. Aber jeder hat Zeit, alles ist gelassener und die wenigen Gespräche, die ich führe, sind sehr gut.

Zahlt es sich also aus herzufahren? Absolut nicht. Als Journalist finde ich immer Stoff zum Schreiben. Aber der dichte Terminplan, der die enormen Ausgaben rechtfertigen würde, kommt nie und nimmer zustande. Die Immo-Menschen muss man schon wirklich wie im Wimmelbild suchen.
Ich pflege unterdessen zum ersten Mal seit Anbeginn meiner MIPIM-Karriere, auch mal alleine was essen zu gehen, es zu genießen und weil diesmal sogar Zeit für ein Privatleben bleibt, habe ich mir eben spontan eine Hose gekauft. Die Nicht-MIPIM 2020 ist herrlich! À bientôt!
Ein Preis und viel Arbeit
Also, dass das Wall Street Journal den FIABCI Prix d’Excellence als “Oscar of the property world” bezeichnet, stimmt nur halb. Es handelt sich um eine bezahlte Anzeige, in der davon gesprochen wird. Und wenn wir schon von Qualität reden, wollen wir Promotion-Strecken und Redaktion schon auseinander halten.
Nichts desto trotz geht es bei dem Preis, der exzellente Immobilien auszeichnet, durch und durch um Qualität. Der Award wird weltweit verliehen, jedes FIABCI-Land entwickelt aber eigene Bewertungskriterien. Die klingen in Österreich durchaus sinnvoll. Eine zehnköpfige Jury bewertet die eingereichten Gebäude in fünf Kategorien (Wohnen, Gewerbe, Hotel, Altbau, Spezialimmobilien) mittels folgender Kriterien:
Projektkonzept, Projektentwicklung, Architektur, Nachhaltigkeit, Innovation und Nutzungsperspektiven, Integration in das Umfeld, Zukunftsperspektiven und gesellschaftliche Relevant, Projektabwicklung, Logistik und Prozesse, Finanzen, wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Marketing und Kommunikation.
Dass das für die ehrenamtlichen Juroren nicht leicht ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Als Jury-Mitglied des damaligen Austrian FM Awards ackerte ich mich durch unzählige Unterlagen, besichtigte sehr unterschiedliche Gebäude und versuchte in der Diskussion diese zu vergleichen und zu bewerten.
Da macht eine vielköpfige Jury und der Diskurs schon Sinn, um Herausragendes auszufiltern und auszuzeichnen. Und deswegen halte ich den FIABCI Prix auch für wichtig, denn neben häßlicher Investorenarchitektur gibt es auch geniale Immobilien, die die Nutzer ernst nehmen. Und die gehören voller Stolz vor den Vorhang!
Eingereicht können Projekte bits 3. Juni 2020 werden. Details hier.
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