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Ich habe im Economist einen spannenden Artikel über chinesische Dörfer gelesen. Darin ging es um Xiaotao, ein Dorf, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber plötzlich Cafés mit Baristas, kleine Bäckereien, Töpfereien und Galerien auftauchen lässt. Es ist Teil eines staatlichen Projekts, das die chinesische Regierung „rural revitalisation“ nennt. Ziel ist es, das Land wieder attraktiver zu machen, Einkommen im ländlichen Raum zu steigern und junge Leute zum Bleiben zu bewegen. Jahrzehntelang wurden Dörfer von den Städten ausgesaugt – Arbeitskräfte wanderten ab, das Dorfleben starb aus. Jetzt versucht die Politik, diesen Trend umzukehren.
 
Interessant fand ich, dass das Konzept nicht bedeutet, die Städte weiter aufzublähen, sondern Menschen auch in kleinere urbane Strukturen zu lenken – eben in Dörfer, die zunehmend städtischer wirken. Gerade weil Jobs in den Metropolen rar werden und die Jugendarbeitslosigkeit steigt, entdecken viele Junge den Reiz dieser neuen Dorfmodelle: weniger Druck, mehr Lebensqualität, trotzdem Perspektiven. Xiaotao dient als Versuchslabor, wie Tradition, Kultur und moderne Wirtschaft am Land zusammenspielen können.