Die Bewertung der Energieeffizienz von Gewerbeimmobilien in Europa ist uneinheitlich und erschwert länderübergreifende Vergleiche. Laut einem aktuellen Artikel der Savills-Publikationsreihe Impacts unterscheiden sich die nationalen und regionalen Standards bei Energieausweisen (EPC) teils erheblich.
So kann eine Immobilie, die in einem Land die Bestnote erhält, in einem anderen um bis zu vier Klassenstufen schlechter bewertet werden. In Belgien etwa bedeutet dieselbe Energieperformance in Flandern ein „C“, in Brüssel dagegen ein „D“ oder sogar „F“. Ähnliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Niederlanden und Deutschland: Ein niederländisches „A“ kann dort einem deutschen „D“ oder „E“ entsprechen.
Die EU arbeitet mit der überarbeiteten Gebäuderichtlinie (EPBD) zwar an einer stärkeren Harmonisierung. Vollständig beseitigen lassen sich die Abweichungen aber nicht. Lokale politische Prioritäten, technische Anforderungen, Klimarisiken und die Vielfalt der Bestandsgebäude führen weiterhin zu großen regionalen Differenzen.