Was in der Pressekonferenz (siehe unterer Post) weiters noch erwähnt wurde, in den Presseunterlagen aber nicht vorkam: die strukturelle Verschiebung des Marktes.
Neben den präsentierten Zahlen wurde deutlich, dass der Anstieg der Transaktionen nicht isoliert zu sehen ist. Das Gesamtvolumen am Markt ist 2025 deutlich stärker gewachsen als die Preise selbst. Ein Plus von rund 25 Prozent wird vor allem damit erklärt, dass wieder vermehrt hochpreisige Objekte gehandelt werden. Der Markt wird selektiver, nicht teurer.
Auch regional zeigt sich ein differenzierteres Bild, als es die Unterlagen vermuten lassen. Während Wien, Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich bereits wieder als stabile Märkte gelten, hinken Kärnten, die Steiermark und das Burgenland noch hinterher. Tirol zeigt eine schwächere Entwicklung. Von einem einheitlichen Aufschwung kann also keine Rede sein.
Bemerkenswert ist die Einordnung der Preisentwicklung. Die moderaten Steigerungen von rund ein bis zwei Prozent werden von der Branche ausdrücklich als gesund bewertet. Weder Kauf- noch Mietpreise seien „explodiert“, vielmehr habe sich der Markt mit realistischeren Erwartungen auf Käufer- und Verkäuferseite neu eingependelt.
Im Mietsegment wurde ein Aspekt betont, der in den Unterlagen fehlt: Die durchschnittlichen Steigerungen von rund zwei Prozent liegen unter der Inflation und auch unter den Lohnentwicklungen. Das relativiert die oft gefühlte Dynamik, zumindest im bundesweiten Durchschnitt. Gleichzeitig wurde aber eingeräumt, dass sich die Situation in Ballungsräumen bereits deutlich angespannter darstellt.
Ein weiterer Punkt betrifft den Neubau. Die leicht steigende Zahl an Grundstückstransaktionen wird als mögliches Frühsignal interpretiert. Wer heute Grundstücke kauft, wird morgen bauen. Daraus leitet die Branche die Hoffnung ab, dass der Neubau mittelfristig wieder anzieht. Gleichzeitig bleibt die Realität eine andere: Die aktuell notwendigen rund 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr sind unter den bestehenden Rahmenbedingungen nicht erreichbar.
Deutlich konkreter als in den Unterlagen wurde auch die Kritik an regulatorischen Hürden formuliert. Bauträger müssten derzeit oft 60 bis 70 Prozent Eigenmittel aufbringen, um Projekte zu finanzieren. Gleichzeitig sorgen rechtliche Unsicherheiten, etwa im Mietrecht, für Zurückhaltung bei Investoren. Der aktuelle Mietdeckel wird als bürokratisch und schwer handhabbar beschrieben.
Der zentrale Befund der Pressekonferenz geht damit über die Zahlen hinaus. Der Markt ist stabil, aber fragil. Die Erholung basiert weniger auf steigenden Preisen als auf wiederkehrender Aktivität. Gleichzeitig wächst der Druck auf der Angebotsseite.
Die Branche warnt daher klar vor der nächsten Phase. Bleiben strukturelle Maßnahmen aus, droht eine erneute Verknappung des Angebots. Die Folge wären dann nicht mehr moderate, sondern deutlich stärkere Preisanstiege.