Jetzt schaute es mal kurz nach Besserung am Immobilienmarkt aus, da drohen nun die Zinsen wieder rauf zu gehen. Das bestätigt nun auch der Kreditvermittler Infina. Die Eskalation im Nahen Osten wirkt halt zunehmend auf Europas Wirtschaft durch und verschärft die geldpolitische Lage. Steigende Ölpreise treiben die Inflation wieder an, während die Europäische Zentralbank ihre Wachstumserwartungen nach unten korrigiert. Zwar bleibt die Kerninflation vorerst rückläufig, doch das Risiko von Zweitrundeneffekten wächst. An den Finanzmärkten werden bereits mehrere Zinsschritte bis Ende 2026 erwartet, deren tatsächliches Ausmaß jedoch stark vom weiteren Verlauf des Konflikts abhängt.
Für die Immobilienfinanzierung bedeutet das eine Trendwende. Kurzfristige Zinsen wie der 3-Monats-Euribor steigen wieder, während sich langfristige Zinsen stabilisieren. Gleichzeitig treffen höhere Finanzierungskosten auf ein knappes Neubauangebot und hohe Baukosten. Nach einer Phase der Erholung dürfte sich der Zugang zu Wohnbaukrediten im Jahresverlauf wieder verschlechtern.
Die Gefahr einer Stagflation nimmt zu. Steigende Energiekosten belasten nicht nur die Inflation, sondern auch das Wirtschaftswachstum im Euroraum. Die EZB steht damit erneut im Spannungsfeld zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung.
Auch für private Haushalte verschärfen sich die Rahmenbedingungen. Der Infina-Leistbarkeitsindex zeigt für 2026 eine zunehmende Belastung: Steigende Immobilienpreise und Zinsen treiben die Schuldendienstquote nach oben. Aktuell liegt sie laut Schnellschätzung bei 38,5 Prozent des Einkommens österreichweit und bei 35,1 Prozent in Wien.