Im Juni habe ich mir Immobilien und Stadtentwicklungen in Hongkong angesehen. Mega.
Das beeindruckendste Gebäude, fand ich, war das M+, eine Museumsbau im neuen Kulturviertel in Kowloon.
Herzog & de Meuron haben mit diesem Museum etwas geschaffen, das die Widersprüche der Stadt selbst in Architektur übersetzt: horizontal und massiv, wo rundherum alles vertikal in den Himmel strebt. Der liegende Turm, der sich über die Straßenbahntunnel spannt, wirkt wie eine bewusste Verweigerung der Hochhauslogik von Kowloon. Innen dann diese Großzügigkeit, hohe Hallen, weite Blickachsen, die einen förmlich zwingen, langsamer zu gehen. Und oben drauf ein Dachgarten, der vielleicht einen der besten Blicke auf Hongkong bietet.
Von dort aus widerum hat man den besten Blick auf die Fassade des Hochhaus-Teils des M+. Sie wird abends zur riesigen LED-Leinwand und macht das Museum selbst zum Exponat.
Ein erster Bericht darüber und über andere Gebäude ist im Falstaff Residences erschienen: https://www.falstaff.com/living/news/hongkong-blueht-auf
Innen interessant: die Ausstellung der Sigg Collection, „From Revolution to Globalisation“. Sie zeigt den Wandel Chinas seit der Öffnungspolitik 1978 durch die Augen von Künstlerinnen und Künstlern, und man kann ihr nicht vorwerfen, dass sie angepasst wäre. Große Fragen werden da aufgeworfen auch mittels Werken von Ai Weiwei.
Bildcredit: M+ / beigestellt, Heimo Rollett (2)