AktUeller Senf vom Rollett
Immo-ESt Hauptwohnsitzbefreiung
Bei Verkauf des Hauptwohnsitzes fällt grundsätzlich keine Immo-ESt an, wenn man dort für eine bestimmte Zeit den Hauptwohnsitz hatte (Hauptwohnsitzbefreiung). Nach der bisherigen Ansicht der Finanzverwaltung galt die Befreiung auch für Grundstücksteile bis maximal 1000 Quadratmeter.
In einem unlängst ergangenen Erkenntnis hat der VwGH entschieden: Dem Eigenheim sei so viel Grundfläche zuzuordnen, wie „üblicherweise als Bauplatz erforderlich ist“, heißt es in der Entscheidung. Wie viel konkret, sei nach der Verkehrsauffassung zu beurteilen. Im Anlassfall maß die bebaute Fläche nur 317 Quadratmeter, der darüber hinausgehende Teil wäre demnach einkommensteuerpflichtig.
Dieses Erkenntnis hat in der Praxis (und in diversen Medienartikeln) unterschiedliche Interpretationen hervorgerufen. Nun ist offen, ob auch in Zukunft die Grenze von maximal 1.000 m2 steuerbefreitem Grund gelten werde. Der VwGH hat sich dazu nicht geäußert, man müsse auf die neuerliche Entscheidung des BFG warten. Vorerst wird die Finanz wohl an den 1.000 m2 festhalten.
Lesen Sie dazu den Blog-Eintrag der Experten von CMS Reich-Rohrwig Hainz, Sibylle Novak und Alexander Albl.
Kneussl gründet Crownd
Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern, nun ganz offiziell: der umtriebige Maximilian Kneussl ist aus Vestwerk ausgestiegen und hat ein neues Unternehmen gegründet. Name: CROWND Estates,
Die meisten Immoblien bzw. Projekte von Vestwerk nimmt Kneussl in seine neue Firma mit, heißt es in einer Presseaussendung. Darunter befinden sich jedenfalls die Wohnprojekte Trautsongasse 8, Grünentorgasse 23, Schützplatz 1 und Hanselmayergasse 12.
Das goldene Paradoxon
In den nächsten Tagen eröffnet das Aї im Wiener Goldenen Quartier, ein asiatisches Lokal der Extraklasse. Damit wird die letzte unvermietete Lücke in der Ladenzeile geschlossen, erzählt SIGNA-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber heute bei einer Pressekonferenz, die – so interpretiere ich das – im Wesentlichen eigentlich nur unterstreichen soll, wie wichtig ein das Goldene Quartier für die Innenstadt bzw. für Wien ist.Dazu wurde auch Hania Bomba von RegioPlan eingeladen. Als Expertin für den Handel bestätigt sie, die brutale Dynamik: „Der Handel geht dort hin, wo bereits Frequenz ist. Wenn man mal in der Spirale der Abwanderung drinnen ist, dann ist es unglaublich schwer, diese Spirale zu stoppen“, so Bomba und verweist als Beispiel auf die Wollzeile. Andere Lagen rund um das Goldene Quartier profitieren hingegen von der Magnetwirkung.
Konkurrenz sind andere Städte
Es klingt wie ein Weckruf für kleinkarrierte Österreicher. Nicht die Mikrolagen wie Herrengasse, Kohlmarkt oder Kärntnerstraße seien die Konkurrenten des Goldenen Quartiers, es seien andere Städte wie Barcelona, Mailand, Berlin, London usw., klärte Stadlhuber auf. Es mache Sinn Marken für ähnliche Zielgruppen in einem Areal, einem Cluster anzubieten und „es wäre absolut sinnlos, die Kärntner Straße im Goldenen Quartier zu wiederholen“, so Bomba. Verstehe ich, stimme ich zu, check.
Es muss sich demnach beim Goldenen Quartier um eine paradoxe Sonderstellung handeln: Es ist Mittelpunkt und internationales Schaufenster für Wiens Innenstadt und somit Treiber für die Aufwertung selbiger, zugleich ist gerade dort die Frequenz aber egal, wie Stadlhuber versichert. Der Umsatz sei maßgeblich und der passe.
Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu, heißt es im Handel. Im Goldenen Viertel der Signa sind es wohl Falken oder andere Edelvögel. Bleibt zu hoffen, dass sich irgendwann dann doch andere Gattungen auch reindrängen in die monokulturellen Millionärsshopper. Wir brauchen keine zweite Ringstraßengallerie.
Foto: SIGNA / Gregor Titze
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