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UN-Habitat-Direktorin kommt nach Wien
Die Direktorin von UN-Habitat, Anacláudia Rossbach, wird die zentrale Keynote beim FIABCI World Real Estate Congress 2026 in Wien halten. Das gab FIABCI im Vorfeld des Kongresses bekannt, der von 8. bis 12. Juni 2026 stattfindet.
In ihrer rund 30-minütigen Keynote will Rossbach eine systemische Perspektive auf die globale Wohnungsfrage entwickeln. Im Fokus stehen die gesamte Wertschöpfungskette des Wohnens sowie die Frage, wie sich Wohnbau in großem Maßstab skalieren lässt. Thematisch geht es dabei um neue Koalitionen im Wohnbau, die Abstimmung unterschiedlicher Interessengruppen sowie um strukturelle Engpässe, die zur anhaltenden Wohnraumknappheit beitragen.
Der Kongress steht unter dem Motto „ACT – Action. Collaboration. Transformation.“ und versammelt rund 700 internationale Branchenvertreter in Wien. Neben Rossbach sind auch der Ökonom Kjell A. Nordström sowie Unternehmer Florian Gschwandtner als Keynote-Speaker angekündigt. Veranstaltungsort ist das Hilton Vienna Park, Gastgeber ist FIABCI Austria.
Bildcredit: Julius Mwelu
Preisspiegel, Teil 2
Was in der Pressekonferenz (siehe unterer Post) weiters noch erwähnt wurde, in den Presseunterlagen aber nicht vorkam: die strukturelle Verschiebung des Marktes.
Neben den präsentierten Zahlen wurde deutlich, dass der Anstieg der Transaktionen nicht isoliert zu sehen ist. Das Gesamtvolumen am Markt ist 2025 deutlich stärker gewachsen als die Preise selbst. Ein Plus von rund 25 Prozent wird vor allem damit erklärt, dass wieder vermehrt hochpreisige Objekte gehandelt werden. Der Markt wird selektiver, nicht teurer.
Auch regional zeigt sich ein differenzierteres Bild, als es die Unterlagen vermuten lassen. Während Wien, Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich bereits wieder als stabile Märkte gelten, hinken Kärnten, die Steiermark und das Burgenland noch hinterher. Tirol zeigt eine schwächere Entwicklung. Von einem einheitlichen Aufschwung kann also keine Rede sein.
Bemerkenswert ist die Einordnung der Preisentwicklung. Die moderaten Steigerungen von rund ein bis zwei Prozent werden von der Branche ausdrücklich als gesund bewertet. Weder Kauf- noch Mietpreise seien „explodiert“, vielmehr habe sich der Markt mit realistischeren Erwartungen auf Käufer- und Verkäuferseite neu eingependelt.
Im Mietsegment wurde ein Aspekt betont, der in den Unterlagen fehlt: Die durchschnittlichen Steigerungen von rund zwei Prozent liegen unter der Inflation und auch unter den Lohnentwicklungen. Das relativiert die oft gefühlte Dynamik, zumindest im bundesweiten Durchschnitt. Gleichzeitig wurde aber eingeräumt, dass sich die Situation in Ballungsräumen bereits deutlich angespannter darstellt.
Ein weiterer Punkt betrifft den Neubau. Die leicht steigende Zahl an Grundstückstransaktionen wird als mögliches Frühsignal interpretiert. Wer heute Grundstücke kauft, wird morgen bauen. Daraus leitet die Branche die Hoffnung ab, dass der Neubau mittelfristig wieder anzieht. Gleichzeitig bleibt die Realität eine andere: Die aktuell notwendigen rund 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr sind unter den bestehenden Rahmenbedingungen nicht erreichbar.
Deutlich konkreter als in den Unterlagen wurde auch die Kritik an regulatorischen Hürden formuliert. Bauträger müssten derzeit oft 60 bis 70 Prozent Eigenmittel aufbringen, um Projekte zu finanzieren. Gleichzeitig sorgen rechtliche Unsicherheiten, etwa im Mietrecht, für Zurückhaltung bei Investoren. Der aktuelle Mietdeckel wird als bürokratisch und schwer handhabbar beschrieben.
Der zentrale Befund der Pressekonferenz geht damit über die Zahlen hinaus. Der Markt ist stabil, aber fragil. Die Erholung basiert weniger auf steigenden Preisen als auf wiederkehrender Aktivität. Gleichzeitig wächst der Druck auf der Angebotsseite.
Die Branche warnt daher klar vor der nächsten Phase. Bleiben strukturelle Maßnahmen aus, droht eine erneute Verknappung des Angebots. Die Folge wären dann nicht mehr moderate, sondern deutlich stärkere Preisanstiege.
WKO-Preisspiegel: ja, Erholung
Österreichs Immobilienmarkt hat 2025 spürbar an Dynamik gewonnen. Laut aktuellem Immobilienpreisspiegel des Fachverbands der Immobilien- und Vermögenstreuhänder (wurde heute vormittag vorgestellt) stieg die Zahl der Transaktionen um 8,98 Prozent auf rund 91.000. Besonders stark legte der Wohnbereich zu, mit einem Plus von 20,96 Prozent bei Wohnungskäufen.
Die Preise entwickelten sich hingegen moderat. Eigentumswohnungen im Erstbezug verteuerten sich um 1,23 Prozent auf durchschnittlich 3.602,97 Euro pro Quadratmeter, gebrauchte Wohnungen um 1,82 Prozent auf rund 2.273 Euro pro Quadratmeter. Damit bleibt der Bestand deutlich günstiger als Neubauten.
Auch am Mietmarkt zeigt sich Stabilität. Neuwertige Wohnungen kosten im Schnitt 9,49 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 2,04 Prozent.
Ein klares Signal kommt aus Wien. Der Zinshausmarkt überschritt (nach dem Zinshausmarktbericht von Otto Immobilien) 2025 wieder die Milliardengrenze beim Transaktionsvolumen, bei gleichzeitig steigender Anzahl an Deals.
In Summe spricht die Branche von einer „gesunden Erholung“. Gleichzeitig warnen Vertreter vor einem künftig knappen Angebot und fordern politische Maßnahmen für Neubau und Sanierung.
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