AktUeller Senf vom Rollett
Expo Real erweitert ums Thema Infrastruktur
Die Immobilienmesse Expo Real nimmt künftig Infrastrukturprojekte stärker in den Fokus. Ab der kommenden Ausgabe soll das Thema als eigenständiger Bestandteil der Veranstaltung etabliert werden.
Hintergrund ist die wachsende Bedeutung von Infrastrukturinvestitionen im Zuge von Energiewende, Mobilitätsumbau und Digitalisierung. Laut Veranstalter sollen damit neue Zielgruppen angesprochen und Schnittstellen zwischen Immobilien- und Infrastruktursektor stärker vernetzt werden.
Geplant sind eigene Ausstellungsflächen sowie inhaltliche Formate, die Projekte, Finanzierungsmodelle und regulatorische Rahmenbedingungen abbilden. Ziel ist es, die Messe thematisch breiter aufzustellen und aktuelle Entwicklungen im Markt stärker zu berücksichtigen.
Ui, die Zinsen!
Jetzt schaute es mal kurz nach Besserung am Immobilienmarkt aus, da drohen nun die Zinsen wieder rauf zu gehen. Das bestätigt nun auch der Kreditvermittler Infina. Die Eskalation im Nahen Osten wirkt halt zunehmend auf Europas Wirtschaft durch und verschärft die geldpolitische Lage. Steigende Ölpreise treiben die Inflation wieder an, während die Europäische Zentralbank ihre Wachstumserwartungen nach unten korrigiert. Zwar bleibt die Kerninflation vorerst rückläufig, doch das Risiko von Zweitrundeneffekten wächst. An den Finanzmärkten werden bereits mehrere Zinsschritte bis Ende 2026 erwartet, deren tatsächliches Ausmaß jedoch stark vom weiteren Verlauf des Konflikts abhängt.
Für die Immobilienfinanzierung bedeutet das eine Trendwende. Kurzfristige Zinsen wie der 3-Monats-Euribor steigen wieder, während sich langfristige Zinsen stabilisieren. Gleichzeitig treffen höhere Finanzierungskosten auf ein knappes Neubauangebot und hohe Baukosten. Nach einer Phase der Erholung dürfte sich der Zugang zu Wohnbaukrediten im Jahresverlauf wieder verschlechtern.
Die Gefahr einer Stagflation nimmt zu. Steigende Energiekosten belasten nicht nur die Inflation, sondern auch das Wirtschaftswachstum im Euroraum. Die EZB steht damit erneut im Spannungsfeld zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung.
Auch für private Haushalte verschärfen sich die Rahmenbedingungen. Der Infina-Leistbarkeitsindex zeigt für 2026 eine zunehmende Belastung: Steigende Immobilienpreise und Zinsen treiben die Schuldendienstquote nach oben. Aktuell liegt sie laut Schnellschätzung bei 38,5 Prozent des Einkommens österreichweit und bei 35,1 Prozent in Wien.
Modulare Elemente vom MIT
Die Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben das Heirloom House-Projekt vorgestellt, das aus neun modularen Betonelementen besteht, die manuell umgestaltet werden können und für eine Lebensdauer von 1.000 Jahren ausgelegt sind. In Zusammenarbeit mit dem mexikanischen Baustoffunternehmen Cemex hat das MIT-Studio Matter Design diese Elemente unter Berücksichtigung von Kinetik und Physik entwickelt.
Das Projekt thematisiert das Paradoxon von Beständigkeit und Anpassungsfähigkeit in der Architektur. Während Menschen im Durchschnitt 12 verschiedene Wohnungen im Leben bewohnen, werden Gebäude oft mit der Absicht errichtet, viel länger zu bestehen. Um den sich ändernden Anforderungen gerecht zu werden, müssen diese Gebäude jedoch ständig renoviert werden, was zusätzlichen Energieaufwand und Abfall verursacht. Brandon Clifford, Direktor von Matter Design, betont, dass Architektur nicht scheitert, weil sie einstürzt, sondern weil sie obsolet wird.
Die schweren Elemente des Heirloom House sind so gestaltet, dass sie schnell bewegt und in unterschiedlichen Konfigurationen kombiniert werden können. Sie verfügen über abgerundete Fußelemente, die es ermöglichen, sie einfach zu platzieren. Das Team hat bereits drei dieser Komponenten in Originalgröße fertiggestellt und zeigt die restlichen Konfigurationen im Maßstab eines Puppenhauses.
Die Forschung basiert auf der Erkenntnis, dass die Lebensdauer von Gebäuden oft kürzer ist als die durchschnittliche Lebenserwartung. Die Klimakrise verdeutlicht die Grenzen des Konsumverhaltens in Bezug auf Gebäude. Cemex sieht in diesem Projekt die Möglichkeit, die Funktionalität von Beton neu zu denken und innovative Lösungen im Bereich Materialwissenschaft zu entwickeln, um die Langlebigkeit und Anpassungsfähigkeit von Beton zu verbessern.
Darüber hinaus wird die wirtschaftliche Dimension angesprochen: Der Bau mit anpassbaren Komponenten könnte den Bedarf an zusätzlichen Materialien und Arbeitskräften minimieren. Diese Elemente könnten mit der Zeit an Wert gewinnen und als Erbstücke betrachtet werden. Das Heirloom House-Projekt ist das Ergebnis jahrelanger Forschung am MIT und stellt einen innovativen Ansatz dar, um Gebäude für die Zukunft zu gestalten.
Bildcredits: Image courtesy of Matter Design / Brandon Clifford
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