AktUeller Senf vom Rollett
Kerbler investiert in der Seestadt
In einer Woche (am 15. Februar), bei der Kranensee-Vorstellung in der Seestadt Aspern wird Günter Kerbler bekannt geben, dass er in der Seestadt investieren wird. Damit geht Kerbler abermals einen neuen, eigenwilligen und „mutigen Weg“ (so haben es mir andere Investoren wortwörtlich beschrieben). Geplant sind 50.000 Quadratmeter BGF. In erster Stufe soll einmal ein Hotel entwickelt werden soll. Die restliche Fläche wird dann, wenn alles klappt, Büronutzung.
Somit kommt neues Leben und vor allem wieder Fantasie in die Geister-Seestadt. Die Hoffnung, dass nach einigen Hindernissen und Imageproblemen das Projekt wieder neuen Schwung bekommt, wächst. Denn ursprünglich gab es ja ganz andere Ideen zur Belebung des Stadtteils. Gerüchten zufolge hätte ein Großteil der Verwaltung Wiens in die Seestadt ziehen sollen. Kein blöder Schachzug, wie ich meine. Damit wären innerstädtisch unglaublich viele äußerst attraktive Flächen frei geworden, die – klug verwertet – das Budget der Stadt ordentlich pimpen hätten können. Hätti-Wari. Die Beamten wehrten sich dagegen und damit war diese intelligente Idee zur Druchmischung in der Seestadt vom Tisch.
Euromall will von Immofinanz 7 Mio. Euro
Ruft mich doch ein Rumäne an und macht mich auf folgendes aufmerksam: Der rumänische Immobilienentwickler Euromall hat einen Antrag auf ein Schiedsverfahren gegen eine Tochter der Immofinanz eingebracht. Konkret beschuldigt das rumänische Unternehmen in dem Antrag (der mir vorliegt), dass die Immoeast Projekt Montano Holding GmbH, eine Immofinanz-Tochter, ihre Verpflichtungen an einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt nicht erfüllt hätte. Euromall will daher nun 7.331.081 Euro Schadensersatz von der Immofinanz bekommen.
Bei dem Projekt handelt es sich um Wohnbauten im nordwestlichen Bukarester Stadtteil Baneasa, dort waren rund 1.000 Wohneinheiten geplant – und zwar im Jahre 2007. Daher heißt es bei der Immofinanz auf meine Nachfrage auch:
„Generell sind die von Euromall in Umlauf gebrachten Anschuldigungen falsch. Es handelt sich um ein Vorkrisen-Projekt, dessen Profitabilität nicht länger gegeben ist.“
Außerdem sei noch keine Klage eingelangt, erfuhr ich weiters. „Falls Euromall diesen Schritt setzt, werden wir unsere Position jedenfalls energisch verteidigen.“
Immofinanz-Anleger brauchen sich von dem Wirbel also eher nicht stören lassen. Auch unabhängige heimische (und CEE-kundige) Anwälte schätzen die Chance von Euromall eher dürftig ein. „Man versucht halt, aus einem ehemaligen Projekt noch irgendetwas heraus zu bekommen. Bei einem Schiedsgericht in Österreich wären die Chancen für so etwas absolut null“, erklärte mir dazu ein Anwalt einer großen – nicht involvierten – Kanzlei. Gut so, müsste man eigentlich sagen, weil wenn nun alle anfangen, ihre Partner für die entgangenen Gewinne von nicht entwickelte Vorkrisen-Projektideen zu klagen, dann Grüß Gott!
Auf der Website von Euromall ist das Projekt nach wie vor zu finden. “With construction set to start in Q3 2010″, heißt es dort allerdings noch immer.
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