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Proptech in Österreich
Also hat in Österreich auch eine Proptech-Konferenz stattgefunden. Die Future: Proptech Vienna ging in den Sophiensälen über die Bühne und war alles in allem: sehr gut. Klar, wie immer sind die einen Beiträge besser, die anderen schlechter. Internationale Größen standen aber im Mittelpunkt, da verdaut man auch das ein oder andere Promotionreferat. So wichtig war und ist so eine Konferenz aber auch deswegen, weil sonst die Apps und Startups in einem Vakuum herumschwirren und niemand kann sie einordnen. Mit der Veranstaltung war endlich einmal eine Klammer geschaffen, die alle Teile einfängt udn überschaubar macht. Selbst für jene, die Proptech-Themen regelmäßig verfolgen, war einiges Neues dabei.
Außerdem macht eine aktuelle Untersuchung des Wiener Beratungsunternehmens Advicum Consulting klar, dass selbst die großen österreichischen Unternehmen noch nicht all zu viel mit der Digitalisierung anfangen können. „In vielen Unternehmen steht eine echte und nachhaltige Implementierung digitaler Anwendungen noch immer in den Startlöchern“, meint Josef Kleebinder, Mitgründer und Partner von Advicum, dazu zusammenfassend. „Es ist hoch an der Zeit, den Shift vom Reden zum Umsetzen zu schaffen, damit unsere Wirtschaft wettbewerbsfähig bleibt. Wegschauen und abwarten sei definitiv die falsche Strategie – und genau deswegen sind solche Events so wichtig, finde ich!
McMakler kapert Österreich
Warm anziehen heißt es für Wohnungsmakler. Meine Prognose ist eingetroffen und McMakler ist nun bereit den österreichischen Markt zu erobern. Seit August haben sie ein Büro in der Wiener Zeltgasse. Vier Makler sind dort bereits angestellt.
Ich halte McMakler für einen der absolut gelungenen Versuche den Massenmarkt mit digitaler Unterstützung modern, standardisiert und preis-kompetitiv zu bearbeiten.
Und eines muss man mitdenken: Das ist kein Franchisesystem, sondern McMakler hat über seine Büros die volle Kontrolle. In Deutschland sind das mittlerweile 50 Standorte, über 200 Mitarbeiter, davon 112 eigene Makler. Es ist das am stärksten wachsende Maklerbüro.
Dahinter steckt nämlich ein Haufen Geld. Globale Investoren wie Frog Capital, Piton Capital, Mutschler Ventures und Cavalry Ventures glauben an die Idee und pumpen Geld in das deutsche Unternehmen. Erst im Mai dieses Jahres stockten sie die Kriegskasse von McMakler um 16 Millionen Euro auf. Der Unternehmenswert wurde im Sommer auf rund 96 Millionen Euro geschätzt. Damit können die Gründer, Hanno Heintzenberg und Lukas Pieczonka (siehe Bild oben), schon was anstellen …
Die aktuelle Strategie setzt das Hauptaugenmerk auf den Verkauf von Immobilien. Der Anbieter verspricht eine persönliche Erstberatung für den Abgeber, die Bewertung basiere auf Daten und menschlichen Experten, ein Marktingkonzept werde ausgearbeitet. Vermarktet werde über die üblichen Kanäle, also auch über die großen Plattformen. Regelmäßiges Reporting ist ein zusätzliches Tool, das angeboten wird. Und dann natürlich der Vertrag. Für Immobilienverkäufer sei die Dienstleistungen von McMakler zu 100 Prozent kostenfrei, in der Vermietung werden günstige Pauschalpreise ab 498 Euro angeboten – so mein Letztstand.
Foto: McMakler
3 spannende Proptechs
Drei interessante Proptechs, die blackprint booster (ein Accelerator-Programm) in die zweite Runde ihres Förderprogramms aufgenommen hat: Wohnungshelden, VR Now und ALLVR. Jedes Starup erhält ein Coaching und je 50.000 Euro.
Zoomsquare mit neuem Management
Alles neu bei Zoomsquare: Anita Körbler und Jürgen Leger heißen die neuen Geschäftsführer. Auch einen neuen CTO gibt es: Bernd Artmüller. Der Gründer Andreas Langegger zieht sich zurück, bleibt aber beratend erhalten.
Der Kunstsupermarkt hat wieder offen!
Eine der besten Zwischennutzungen ist wieder da: der Kunstsupermarkt in der Mariahilfer Straße. Bis Ende Jänner 2018 sind dort mehrere tausende Werke von 90 Künstlern zu bewundern – und ausgesprochen fairen Preisen zu kaufen. Das Gebäude gehört der S IMMO AG, die die Räumlichkeiten jedes Jahr dem Projekt im Rahmen eines CSR-Programms zur Verfügung stellt.
„Der Kunstsupermarkt ist eine wirklich gelungene Idee, Kunst und Künstler mit Interessierten zusammenzubringen. Daher freuen wir uns besonders, diesem Projekt bereits zum elften Mal in Folge ein Zuhause geben zu können.“
Friedrich Wachernig, Vorstands der S IMMO AG
Foto: Kunstsupermarkt
Ex-IVD Vize geht zu McMakler

Ein starkes Zeichen ist das vor allem deswegen, weil McMakler die Digitalisierung lebt. Es ist das aus meiner Sicht am besten funktionierende Hybridmodell, in dem menschliche Diensteistungen mit digitalen Strukturen verbunden werden. Das Unternehmen ist das am schnellsten wachsende Maklerhaus Deutschlands, es hat über 200 Mitarbeiter, mehr als die Hälfte davon sind eigene Makler. In Deutschland hat McMakler bereits 50 Standorte, Österreich gilt wie berichtet als weiterer Zukunftsmarkt.
Foto: McMakler
Günstiger zur Future: Proptech
Nächste Woche findet die große, international top besetzte Proptech-Konferenz in Wien statt. Leser der immobranche erhalten 10 Prozent Rabatt.
Wie machen Sie das? Einfach bei der Buchung unter www.futureproptech.at im Feld „Enter Promotional Code“ den Code IMMOBRANCHEminus10 eintragen.
Das Programm für Europas größten Event für nachhaltige Städte ist online
URBAN FUTURE Global Conference (UFGC)
Aus welchen Fenstern sehe ich die Karlskirche?

Mittels digitaler Bildtechnik ist das keine Zukunftsmusik mehr. Denn zum einen könnten gut gemachte Innenaufnahmen im Rahmen der 3D-Vermarktung solche Fragen beantworten. Bei picmyplace werden zum Beispiel die Aussichten aus dem Fenster vom Profifotografen mit aufgenommen (normalerweise befinden sich bei Laienaufnahmen ja nur weiße, überbelichtete Flecken in diesem Bereich).
Eine Antwort auf die Aussicht liefert aber auch das Vermessungsbüro Meixner. Hier kann man sogar die Aussicht aus noch nicht gebauten, sondern geplanten Fenstern simulieren! Basis dafür ist das interaktive 3D Stadtmodell von Wien, das angeblich eine Genauigkeit von 10 cm aufweist.
Auch umgekehrt geht das: Von wo aus ist das eigene Gebäude sichtbar? „Gerade bei größeren Bauprojekten kann unser System als einziges System weltweit objektiv Sichtbarkeiten simulieren und so eine gewisse Rechtssicherheit schaffen. Wir konnten so unseren Kunden bei der Einreichung von Projekten behilflich sein und etwaige Bedenken von Seiten der Stadtplanung frühzeitig ausräumen“, heißt es aus dem Vermessungsbüro.
Der Vorläufer der S IMMO-Aktie ging justament am Schwarzen Montag 1987 an die Börse – erinnert sich S IMMO-Vorstand Ernst Vejdovszky, der seit 30 Jahren an der Spitze des erfolgreichen Unternehmens steht.
30 Jahre S Immo AG – begann am Schwarzen Montag
„Für 2017 prognostizieren wir aktuell eine Vermietungsleistung von ca. 200.000 m2 im Gesamtbestand und rechnen damit noch mit einem spannenden Schlussquartal. Der quantitative Anstieg der Vermietungsleistung wird sich auch 2018 bemerkbar machen.“
Thomas Schanda, Leiter Market Research bei EHL Immobilien
Der neue Immobilien-Marktplatz für Kooperation
Lange wurde darüber gemutmaßt, was denn die Plattform des immobilienrings, der WKO, und des ÖVI wirklich können wird. Am Bundesimmobilientag in Salzburg wurde sie einerseits vorgestellt, heute vom immobilienring auch der Presse. MLS (Multi Listing System) heißt sie nicht, von Sharing-Plattform ist die Rede, wie wohl man sagt, das MLS sei das Vorbild.
Die Plattform wird Daumen mal Pi 100.000 bis 150.000 Euro in der Erstellung kosten und soll im März 2018 in einer Betaphase starten, dann wird sich weisen, wie weit sich Makler auch zu einer Zusammenarbeit bekennen und sie als Chance verstehen, denn eines ist klar: Wenn die Plattform lediglich als Vertriebskanal für schwierig vermittelbare Objekte gesehen wird, dann darf man sich über ihren Lebenszyklus Gedanken machen.
Denn genau das wäre die Grundidee: alle eigenen Objekte dem Markt und den anderen Maklern zugänglich zu machen, und daher die Nachfrage schneller und effizienter zu bedienen. Wenn auch die Provision geteilt wird, mehr Geschäft in weniger Zeit macht für alle Sinn. Georg Spiegelfeld vom immobilienring: „Makler mit einer übergreifenden, transparenten Zusammenarbeit könne nur gewinnen. Alleingänge bringen keinen dauerhaften Erfolg.“
In die Plattform spielen die Makler also die Objekte ein teilen diese Daten mit ihren Kollegen und auch den suchenden Konsumenten werden diese Infos zugänglich gemacht.
Die Praxis wird jedenfalls spannend:
Wer der großen Befürworter wird nicht (all) seine Objekte in die Datenbank spielen?
Ziel für Wien wären 60 bis 70 Prozent der Wohnungen in der Datenbank zu haben, meint Spiegelfeld heute. Positiv außerdem: Inserate auf dem neuen Markplatz seien jedenfalls von seriösen Maklern, denn Missbrauch oder zweifelhafte Makler würden nicht zugelassen werden. Hierfür wird auch einen eigene Schlichtungsstelle gegründet. Ein Argument für das Einspeisen wird wahrscheinlich der Preis werden, denn die von WKO, ÖVI und immobilienring gemeinsam noch diesen Herbst zu gründende Gesellschaft wird nicht gewinnorientiert sein.
Weiters interessant:
Was sagen die bestehenden Plattformen wie willhaben, immoscout24 etc.?
Denn würde die neue Plattform funktionieren, bedeutet das ziemlich sicher Umsatzrückgänge für herkömmliche Marktplätze. Bei ImmobilienScout24 gibt man sich vorerst gelassen und komentiert die neue Plattform auf meine Anfrage so: „Wir sehen neue digitale Ansätze als Belebung des Marktes. Solch ein frischer Wind belebt die Digitalisierung des Marktes und liefert Mehrwerte für viele Beteiligte.“







