AktUeller Senf vom Rollett
Und Wien?
Ach ja, was sagt der Emerging Trend Report (siehe voriges Post) über Österreich bzw. Wien aus?
Während andere Metropolen wie London, Paris oder Berlin die Schlagzeilen dominieren, punktet Wien mit Stabilität und soliden Fundamentaldaten – das war eigentlich früher schon so, bleibt auch. Und das macht die Stadt für Investoren interessant, die weniger auf schnelle Gewinne aus sind, sondern auf langfristige Sicherheit setzen.
Besonders im Bereich Vorsorgewohnungen zeigt sich die Stadt robust. Die Nachfrage bleibt stabil, eingebettet in einen österreichweiten Trend, bei dem Anleger zunehmend auf diese Form der Absicherung setzen. Wien profitiert dabei von seiner hohen Lebensqualität, politischen Stabilität (ja, man mag es nicht meinen, aber international gesehen dann doch …) und einer konstanten Mieternachfrage. Innovations-Hotspot ist es hingegen ganz und gar nicht.
Als Preissteigerungen bei Neubauwohnungen nennt der Bericht rund +3 % im Jahr 2025. Damit befindet sich Wien im moderaten Bereich. Das ist deutlich weniger als etwa in der Steiermark (+8,97 %) oder in Oberösterreich (+6,65 %).
2026: Pragmatismus statt Optimismus
Bald gehen wieder die Fragen los, was uns denn 2026 erwarten wird. Hier schon mal eine Antwort für den europäischen Immobilienmarkt, basierend auf der ULI/PwC Studie „Emerging Trends“:
Die Stimmung im europäischen Immobilienmarkt im Jahr 2026 hat sich von dem vorsichtigen Optimismus des Vorjahres hin zu einer deutlich pragmatischeren Haltung entwickelt. Zwar besteht die Aussicht auf eine Wiederbelebung der Investitionstätigkeit, doch wird diese durch wirtschaftliche Unsicherheiten und geopolitische Spannungen – von der Ukraine über den Nahen Osten bis hin zu Veränderungen in der US-Handelspolitik – gebremst.
Die Branche befindet sich in einer längeren Übergangsphase, da frühere Rückenwinde wie niedrige Zinsen und die Globalisierung nachgelassen haben. Immobilienverantwortliche sind gezwungen, den Wert der Anlageklasse neu zu definieren, da Infrastruktur zunehmend als Konkurrenz wahrgenommen wird. Gleichzeitig passt sich die Industrie an langfristige strukturelle Veränderungen an: ESG bleibt ein zentrales Thema, wenngleich Strategien angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage angepasst werden. Die Digitalisierung schreitet weiter voran, insbesondere durch den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in verschiedenen Bereichen der Immobilienwirtschaft.
Während Kernmärkte wie London, Paris, Madrid und Berlin weiterhin im Fokus stehen, agieren Investoren selektiver und richten ihr Augenmerk verstärkt auf Städte und Sektoren mit soliden Fundamentaldaten und langfristigem Potenzial. Insgesamt zeigt sich der Markt geprägt von Pragmatismus, Anpassung und einer stärkeren Fokussierung auf nachhaltige und zukunftsfähige Standorte.
Immo-Klima verbessert sich leicht
Zitate von Ingo Martin, Leiter Real Estate Finance Origination bei NORD/LB:
„Wohnen nimmt seit zwei Jahren im Deutsche Hypo Immobilienklima die Spitzenposition ein und erweist sich als die attraktivste und widerstandsfähigste Anlageklasse.“
„Immer mehr Investoren erweitern zudem ihre Anlagestrategien und richten ihren Fokus auf “Moderne Wohnformen“ wie studentisches Wohnen, Co-/Micro Living, Serviced Apartments und Servicewohnen für Senioren.“
„Unser aktuelles Research Special zeigt, dass sich Modernes Wohnen langfristig als zentraler Baustein zukunftsorientierter Immobilienportfolios etablieren wird.“
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