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Blogbeiträge von Rollett, weil er es nicht lassen kann
KI-Hype in der Immobilienwirtschaft
Was für ein Weckruf mitten im KI-Hype.
IREBS-Standpunkt 154 von Viktor Weber, Geschäftsführer von Acquirepad, sollte man sich in der Immobilienbranche zu Gemüte führen. Sein Befund: Wer glaubt, ein Copilot- oder ChatGPT-Chat lese den Mietvertrags-Ordner einmal durch und liefere danach verlässliche Antworten, irrt. Dieselben Dokumente können in unterschiedlichen Chats zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, ein Nachtrag landet beim falschen Vertrag, eine Zahl stimmt nicht, eine veraltete Regelung gilt plötzlich als aktuell.
Das liegt laut Weber selten am Sprachmodell selbst. Es liegt an unsauberen Datenbasen, fehlenden fachlichen Beziehungen zwischen Dokumenten und einem überfüllten Kontext. Und es liegt an einer Eigenschaft, die viele gern ausblenden: Halluzinationen sind bei Sprachmodellen mathematisch nachweisbar unvermeidbar, nicht restlos abstellbar.
Was mich an dem Text überzeugt: Weber fordert keinen Rückzug von KI, im Gegenteil. Seine Empfehlung ist nüchtern. Berechnungen wie Cashflows oder Mietpreisschätzungen gehören in deterministische Algorithmen, nicht ins Sprachmodell. Wissen über Objekte, Mieter und Verträge gehört in sauber modellierte Datenstrukturen. Das Sprachmodell soll verstehen und formulieren, nicht rechnen und entscheiden.
Eine unbequeme, aber wichtige Lektüre für alle, die gerade überlegen, wie viel sie einem KI-Chat wirklich zutrauen sollten.
Yes in God’s Backyard
In den Vereinigten Staaten formiert sich eine neue Antwort auf die Wohnungsnot, und sie kommt von einem ungewöhnlichen Akteur: den Glaubensgemeinschaften. Unter dem Schlagwort „Yes in God’s Backyard“ (YIGBY) öffnen immer mehr Bundesstaaten Kirchen, Synagogen und anderen religiösen Organisationen die Möglichkeit, auf eigenem Grund Wohnraum zu errichten, oft unter erleichterten Genehmigungsbedingungen. In einem Bericht des Branchenmediums Inman habe ich gelesen, wie weit die Bewegung bereits fortgeschritten ist und wo die eigentlichen Hürden liegen – spannend!
Ein gewaltiges, ungenütztes Landreservoir
Der Ausgangspunkt ist eine schlichte Zahl: Glaubensgemeinschaften besitzen in den USA gemeinsam mehr als 2,6 Millionen Acres Land, ein Großteil davon ungenützt oder unterausgelastet. Laut Realtor.com könnte dieses Land theoretisch bis zu 800.000 neue Wohneinheiten aufnehmen.
Allein in New York City summiert sich der Grundbesitz religiöser Organisationen laut einem Policy Brief des NYU Furman Center aus dem Jahr 2025 auf über 7,8 Millionen m². Rund 511.000 m² davon sind unbebaute Grundstücke oder Parkplätze, genug für schätzungsweise 22.000 Wohneinheiten.
Die Gesetzeslage zieht nach
Kalifornien gilt mit einem 2023 verabschiedeten Gesetz als Vorreiter: Religiöse Institutionen und gemeinnützige Colleges dürfen seither leistbaren Mehrfamilienwohnbau auf eigenem Grund errichten, mit vereinfachten Genehmigungsverfahren und ohne lokale Zonierungsvorschriften einhalten zu müssen. Die Auflage: Sämtliche Einheiten müssen für einkommensschwache Haushalte leistbar sein, bis zu 20 % dürfen für Haushalte mit mittlerem Einkommen reserviert werden.
Florida folgte 2025 mit einem Gesetz, das lokalen Behörden erlaubt, leistbaren Wohnbau auf kirchlichem Grund zu genehmigen, selbst wenn dieser bislang nicht für Wohnnutzung gewidmet war. St. Petersburg hat daraus als erste Stadt Floridas im heurigen Jahr ein eigenes YIGBY-Programm mit Beratungsangebot für Kirchengemeinden gemacht.
Virginia zieht mit dem „Faith in Housing Act“ nach, so der Bericht, unterzeichnet im April von Gouverneurin Abigail Spanberger. Das Gesetz streicht für religiöse Organisationen und steuerbefreite Non-Profit-Träger den Umwidmungsschritt zur Gänze, es tritt mit 1. Jänner 2027 in Kraft. Mehr als ein Dutzend weiterer Bundesstaaten prüfen derzeit ähnliche Vorhaben, auf Bundesebene liegt seit Jänner ein entsprechender Gesetzesentwurf im Kongress.
Wo die Theorie an die Praxis stößt
Zwischen Gesetzestext und gebautem Wohnraum liegt allerdings ein weiter Weg, wie sich weiter zeigt. Ein Bericht der Non-Profit-Organisation YIMBY Law von Februar 2025 untersuchte fünf kalifornische Erleichterungsgesetze, darunter das YIGBY-Gesetz SB 4, und kam zu einem ernüchternden Befund: Bis zum Erscheinen des Berichts hatte kein einziges Projekt von der neuen Option Gebrauch gemacht. Als Gründe nennt der Bericht Auflagen zur Leistbarkeit, Vorgaben zu Arbeitsstandards und Widerstand auf lokaler Ebene. Zonierungsreformen öffnen die Tür, ob dahinter tatsächlich gebaut wird, entscheiden Finanzierung, technisches Know-how und der politische Wille vor Ort.
Ein Beispiel ganz ohne Landesgesetz
Dass es auch ohne neue Gesetze geht, zeigt ein Fall aus Mint Hill, einer Kleinstadt südöstlich von Charlotte in North Carolina. Die Shiloh Truelight Church erwirkte über ein lokales Umwidmungsverfahren die Genehmigung für die Erweiterung ihres 150 Acres großen Campus um 30 Acres. Geplant sind Wohnheime, Schulungsräume, ein Familienzentrum und zwölf Einfamilienhaus-Grundstücke, die laut dem langjährigen Pastor Mike McGee später auch für Cottages im Stil bereits bestehender kirchlicher Wohnhäuser für ukrainische Flüchtlinge genutzt werden könnten. Das Projekt versteht sich als Übergangswohnprogramm für obdachlose Personen und Familien, mit Berufsausbildung und einem suchtmittelfreien Umfeld als Grundprinzipien.
Die Genehmigung erfolgte nicht ohne Diskussion: Während Sydney Newell von One7 Ministries den Bedarf an Übergangswohnraum betonte, argumentierte Jim Ford von einer benachbarten Nachbarschaftsvereinigung, Dichte und Nutzungsart passten nicht zum halben Acre großen Grundstücksstandard der Gemeinde. Der Stadtrat genehmigte das Vorhaben dennoch.
Was das für Immobilienprofis bedeutet
Anna Granger, Immobilienmaklerin bei 1st Choice Properties in Mint Hill, sieht in solchen Projekten einen Faktor, der Vergleichswerte und Angebot in der unmittelbaren Umgebung verändern kann. Nach ihrer Einschätzung sollten Fachleute derartige Vorhaben eher wie Partnerschaften mit institutionellen Bauträgern behandeln als wie klassische Wohnimmobiliengeschäfte. Besonders bei Eigentumsfragen, Dienstbarkeiten und Grundbuchbeschränkungen rät sie zu erhöhter Sorgfalt, wenn eine religiöse Organisation als Grundeigentümerin oder Bauträgerin auftritt.
Auch die Frage, ob neu geschaffene Einheiten der Allgemeinheit offenstehen oder Gemeindemitgliedern vorbehalten bleiben, hat laut Granger praktische wie politische Bedeutung: Bleibt der Eindruck einer rein internen Nutzung bestehen, wächst die Wahrscheinlichkeit von Widerstand bei künftigen Umwidmungsverfahren.
Für einzelne Kleinstädte wie Mint Hill dürfte ein einzelnes Projekt den Markt kaum verschieben. Granger geht aber davon aus, dass sich das Bild ändert, sobald mehrere Gemeinden in derselben Region ähnliche Vorhaben verfolgen und sich die Effekte über Zeit summieren.
Quelle: Jessi Healey, „Faith-based housing is coming. Is your market ready?“, Inman, 17. Juli 2026.
Ich hab’s verschwitzt
Aha, auch Chicago hat eine stillgelegte Güterbahntrasse in einen grünen Freizeitweg verwandelt, so wie die High Line in New York – das wusste ich gar nicht. Bin ich gerade erst durch eine PR.Meldung drauf gestoßen. Aber gut! The 606, benannt nach der gemeinsamen Postleitzahlen-Kennung der Stadt, erstreckt sich die Achse auf rund 4,3 Kilometern entlang der ehemaligen Bloomingdale Line.
Gibt es eh schon seit 2015 – so lange habe ich das also nicht gekannt! Super Sache jedenfalls, weil alte Infrastruktur zu öffentlichem Raum ummodeliert wird, umliegende Grundstücke gewinnen an Attraktivität und Wert.
Bildcredit: Choose Chicago
Mein Favorit: M+
Im Juni habe ich mir Immobilien und Stadtentwicklungen in Hongkong angesehen. Mega.
Das beeindruckendste Gebäude, fand ich, war das M+, eine Museumsbau im neuen Kulturviertel in Kowloon.
Herzog & de Meuron haben mit diesem Museum etwas geschaffen, das die Widersprüche der Stadt selbst in Architektur übersetzt: horizontal und massiv, wo rundherum alles vertikal in den Himmel strebt. Der liegende Turm, der sich über die Straßenbahntunnel spannt, wirkt wie eine bewusste Verweigerung der Hochhauslogik von Kowloon. Innen dann diese Großzügigkeit, hohe Hallen, weite Blickachsen, die einen förmlich zwingen, langsamer zu gehen. Und oben drauf ein Dachgarten, der vielleicht einen der besten Blicke auf Hongkong bietet.
Von dort aus widerum hat man den besten Blick auf die Fassade des Hochhaus-Teils des M+. Sie wird abends zur riesigen LED-Leinwand und macht das Museum selbst zum Exponat.
Ein erster Bericht darüber und über andere Gebäude ist im Falstaff Residences erschienen: https://www.falstaff.com/living/news/hongkong-blueht-auf
Innen interessant: die Ausstellung der Sigg Collection, „From Revolution to Globalisation“. Sie zeigt den Wandel Chinas seit der Öffnungspolitik 1978 durch die Augen von Künstlerinnen und Künstlern, und man kann ihr nicht vorwerfen, dass sie angepasst wäre. Große Fragen werden da aufgeworfen auch mittels Werken von Ai Weiwei.
Bildcredit: M+ / beigestellt, Heimo Rollett (2)
Neues Fachbuch: „BIM für Facility Manager“
Im Juli 2026 wurde das Fachbuch „BIM für Facility Manager“ herausgegeben von Stefanie Radek veröffentlicht. Es ist im bSD Verlag in Zusammenarbeit mit DIN Media erschienen und bietet eine kompakte Einführung in die Anwendung der Building Information Modeling (BIM) Methode im Facility Management.
Das Autorenteam, bestehend aus Fachleuten wie Sven Axt und Michael Maaß, legt besonderen Wert auf den Praxisbezug und erläutert, wie BIM verschiedene Aspekte des Facility Managements effizienter gestalten kann. Die Publikation richtet sich an Facility Manager, Betreiberfirmen, Bauherren, sowie Studierende des Bauwesens und Facility Managements.
Das Buch beleuchtet, wie die Digitalisierung durch BIM genutzt werden kann, um Gebäude effizient zu betreiben, Informationen gezielt einzusetzen und Prozesse nachhaltig zu optimieren. Es behandelt die Lebenszyklusphasen von der digitalen Planung über die Bewirtschaftung bis hin zum digitalen Zwilling.
Ein zentrales Anliegen des Buches ist die Unterstützung bei der digitalen Transformation im Bau- und Immobilienwesen, die nicht nur technische Aspekte umfasst, sondern auch organisatorische und kulturelle Veränderungen erfordert. Lean-Ansätze und professionelles Change-Management werden als Methoden vorgestellt, um diese Transformation schrittweise zu realisieren.
„BIM für Facility Manager“ ist sowohl als Buch als auch als E-Book erhältlich. Die ISBN-Nummern sind: 978-3-410-38221-8 (DIN Media) und 978-3-910476-55-4 (bSD Verlag).
Globales Baugeschäft erholt sich
Die Ergebnisse des RICS Global Construction Monitor (GCM) für das zweite Quartal 2026 zeigen einen Anstieg des Construction Sentiment Index (CSI) auf +13, verglichen mit +8 im ersten Quartal. Diese moderate Verbesserung ist in den meisten Regionen weltweit zu verzeichnen, insbesondere im Nahen Osten und Afrika (MEA), wo der CSI auf +19 stieg, sowie in Europa mit einem Anstieg auf +17. Die Region Amerika bleibt mit +29 der stärkste Markt, während die APAC-Region leicht auf -2 nachgibt. Die Aussichten für die Kreditbedingungen haben sich verbessert, und die Erwartungen hinsichtlich der Arbeitsauslastung in allen Sektoren sind gestiegen. Der Kostendruck zeigt Anzeichen einer Abschwächung, während der Mangel an Arbeitskräften zunehmend als Herausforderung wahrgenommen wird. Die Materialkosten bleiben das größte Problem, gefolgt von finanziellen Einschränkungen und dem Fachkräftemangel.
Insgesamt deuten die Ergebnisse auf eine positive Marktdynamik hin, insbesondere im Bereich Infrastruktur, der als stabilster Sektor gilt. Die Erwartungen für die kommenden 12 Monate sind in den Bereichen Gewerbe- und Wohnungsbau gestiegen, was einen optimistischen Ausblick für die Bauwirtschaft in 2026 signalisiert.
SHIFT! Vom globalen Süden lernen!
Heiß! Das braucht man aktuell niemanden erklären, dass wir mit extremeren Wetterereignisen zu tun haben, aber Achtung, das ist noch nicht die Klimaerwärmung!
Aber die Hitze passte gut zu der gestrigen ÖGNI-Veranstaltung, die ich wieder moderieren durfte. Warum? Es ging um den Auftritt von SHIFT, einer internationalen Initiative, die unser Bauen radikal neu denken will. SHIFT ist Partner der ÖGNI, vermittelt über die deutsche Schwesterorganisation DGNB. Deren geschäftsführender Vorstand Christine Lemaitre hat die Initiative gemeinsam mit Thomas Auer, Professor für Gebäudetechnologie an der TU München, ins Leben gerufen.
Bauen wir noch die richtigen Gebäude?
SHIFT steht für „Southern Heritage and Insights for Transformation“ und wurde vor rund anderthalb Jahren in Paris gegründet. Die Kernthese: Die Bauwelt hat sich weltweit an einem Bild von Modernität orientiert, das aus Glas, Stahl und Beton besteht und praktisch nur mit Vollklimatisierung funktioniert. Dieses Bild wird exportiert, ohne Rücksicht auf Klima, Kultur oder lokale Ressourcen, und ist längst nicht mehr zukunftsfähig.
Christine Lemaitre zeigte das eindrücklich am Beispiel des Bosco Verticale in Mailand: gefeiert als grünes Vorzeigeprojekt, tatsächlich aber mit hohem Betonaufwand, kaum Mehrwert für die Biodiversität und einem enormen Pflegeaufwand verbunden.
Ihre These: Länder des globalen Südens bauen seit Jahrhunderten mit Hitze, Rohstoffknappheit und großen Temperaturunterschieden und haben dafür Lösungen entwickelt, die wir in Europa gerade neu lernen müssen.
Querlüftung und Deckenventilatoren statt Vollklimatisierung, regionale Materialien statt globaler Lieferketten, robuste Gebäude mit hundertjähriger Nutzungsdauer statt kurzlebiger Technik.
Fünf Erfolgsprinzipien
Aus der Gründungsdiskussion in Paris sind fünf Prinzipien entstanden, an denen sich Projekte messen lassen sollen: Abkehr von One-Fits-All-Architektur, verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, kein rein kurzfristiges Gewinndenken, Mobilität jenseits des Autos und echte soziale Verantwortung gegenüber allen Menschen im gebauten Raum, auch gegenüber Obdachlosen und Randgruppen.
Konkret arbeitet SHIFT an drei Schwerpunkten. Erstens werden jährlich gute Praxisbeispiele weltweit gesammelt und sichtbar gemacht, der Aufruf für 2027 läuft bereits. Zweitens entsteht ein Universitätsnetzwerk, das erste Kooperationsprojekt zwischen der TU München und der ETH Zürich ist bereits abgeschlossen. Drittens will SHIFT auf politischer Ebene wirken, gerade in Ländern des globalen Südens, die ihre Bauregulatorik gerade erst aufbauen und dabei im Idealfall gleich die richtigen Weichen stellen sollen, statt europäische Standards wie Passivhaus unreflektiert zu übernehmen.
Hitze – auch in Indien…
Lemaitre berichtete auch von aktuellen SHIFT-Stationen: In Bangalore und Mysuru, unter anderem beim indischen Solar Decathlon, zeigte sich, wie präsent das Hitzethema für junge Architekturschaffende bereits ist, gleichzeitig aber auch, wie sehr selbst dort in Fachkreisen wieder nach Daten und Belegen für Low-Tech-Lösungen gefragt wird. Daraus entsteht nun ein Projekt, das Kennzahlen aus 30 bis 40 guten indischen Gebäuden sammelt. In Barcelona ging es beim internationalen Architektenkongress UIA vor allem um Begrünung und Klimaanpassung im öffentlichen Raum, trotz anhaltender Dürre in Spanien.
24-Stunden-Konferenz und viel mehr
Für die kommenden Monate plant SHIFT ein Online-Trainingsmodul für Architekturbüros, eine 24-Stunden-Konferenz im kommenden Frühjahr rund um den Globus, eine Wissensausstellung zum Thema Klimatisierung mit Thomas Auer in der Pinakothek der Moderne in München, einen internationalen Runden Tisch zum Thema Lehmbau sowie eine Pilotphase namens SHIFT Resilienz, in der Low-Tech-Lösungen an Schulgebäuden getestet werden sollen. Genau dafür sucht die Initiative auch Partnerschulen in Österreich.
Mitmachen
Die Diskussion, die im Anschluss mit Andrea Rieger-Jandl (Leiterin des Masterlehrgangs Architektur Green Building an der FH Campus Wien), Daniel Fügenschuh (Präsident des Architects‘ Council of Europe) und dem in Wien tätigen ghanaischen Architekten Abdul Rauf Isahak geführt wurde, hat gezeigt: Das Thema ist in der europäischen und österreichischen Architekturausbildung zwar angekommen, bleibt aber noch ein Randthema.
Wer mehr erfahren oder sich als Büro, Universität oder Schule beteiligen möchte, findet alle Informationen unter shift.global.
Aufschwung trifft auf Handelsflächen unter Druck
Der Gewerbeimmobilienmarkt in Österreich zeigt sich 2026 auf Erholungskurs. Laut CBRE stieg das Investmentvolumen 2025 auf 4,1 Milliarden Euro, ein Plus von 40 Prozent. Wien allein kam auf 3,1 Milliarden Euro. Größere Transaktionen wie der Verkauf des Bürogebäudes Business Center Muthgasse in Wien-Döbling und des Komplexes Arcade Meidling belegen die wachsende Investorennachfrage.
Im Einzelhandel geht die Entwicklung auseinander. Toplagen wie die Wiener Innenstadt profitieren von internationalen Marken und Spitzenmieten um 380 Euro pro Quadratmeter, während abseits davon rund zehn Prozent der Fachmarktflächen leer stehen, trotz weiterer Expansion von Diskontern wie Action und Woolworth.
Mehr Transparenz bringt ein neues Dashboard der Oesterreichischen Nationalbank, das erstmals rund 50 Indikatoren zu Österreichs 285.000 Gewerbeimmobilien öffentlich zugänglich macht.
Österreich belohnt Eigenheimbesitzer
Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) sorgt in Deutschland gerade für Aufsehen: Wer dort eine Immobilie kauft und selbst einzieht, zahlt am Ende drauf, und zwar bis zu 87.000 Euro mehr als ein Anleger, der dieselbe Wohnung vermietet. Für Österreich liefert die Studie einen Nebenbefund, der hierzulande zu wenig Beachtung findet: Anders als beim großen Nachbarn wird Wohneigentum in Österreich steuerlich nicht benachteiligt, sondern leicht bevorzugt. Der Vorsprung ist allerdings kleiner, als man erwarten würde, und aktuelle politische Entwicklungen drohen ihn noch zu schmälern.
Die Grundidee: Wohnen als Investition oder als Konsumgut
Die IW-Ökonomen Michael Voigtländer und Lisa Wagner rechnen in ihrer Studie ein Standardbeispiel durch: eine Bestandswohnung um 300.000 Euro, finanziert zu 80 Prozent mit Kredit, gehalten über 15 Jahre. Einmal wird sie vermietet, einmal selbst bewohnt. Der Unterschied liegt darin, wie die jeweiligen Länder Wohneigentum steuerlich behandeln: als Investitionsgut, bei dem Mieteinnahmen versteuert, aber auch Kosten wie Abschreibung, Zinsen und Instandhaltung geltend gemacht werden können, oder als Konsumgut, bei dem beides entfällt. In Deutschland gilt für Selbstnutzer Letzteres, während Vermieter kräftig von Abschreibungsmöglichkeiten profitieren. Das treibt dort die Rendite der Vermietung auf 7,1 Prozent, während Selbstnutzer nur auf 5,0 Prozent kommen, in Metropolen ist der Abstand mit rund drei Prozentpunkten sogar noch größer.
Österreich liegt im europäischen Mittelfeld, mit leichtem Vorteil fürs Eigenheim
Im Ländervergleich der Studie, der neben Deutschland auch die Niederlande, Dänemark, Belgien, Frankreich und Irland umfasst, ist Österreich das Land mit dem knappsten Vorsprung für Selbstnutzer. Nach dem Modell der Autoren erzielen Vermieter in Österreich eine Rendite von 6,8 Prozent, Selbstnutzer 7,8 Prozent, ein Vorteil von etwa einem Prozentpunkt. Zum Vergleich: In den Niederlanden liegt die Selbstnutzungsrendite mit rund 12 Prozent fast fünfmal so hoch wie jene der Vermietung, auch in Irland und Belgien ist der Abstand mit acht beziehungsweise vier Prozentpunkten deutlich größer. Österreich gehört damit zwar zu den Ländern, die dem Eigenheim keine steuerlichen Steine in den Weg legen, tut das aber vergleichsweise zurückhaltend.
Ausschlaggebend sind drei Stellschrauben im österreichischen Steuerrecht, die die Studie skizziert. Erstens die Kaufnebenkosten: Sie liegen laut Modell pauschal bei 7 Prozent des Kaufpreises, unabhängig davon, ob die Immobilie vermietet oder selbst bewohnt wird, deutlich unter den bis zu 32.500 Euro, die in NRW allein an Grunderwerbsteuer für eine 500.000-Euro-Immobilie anfallen. Zweitens die laufende Besteuerung: Mieteinnahmen werden in der Modellrechnung mit 48 Prozent versteuert, Vermieter können aber eine Abschreibung von 1,5 Prozent pro Jahr auf 80 Prozent des Gebäudewerts geltend machen. Drittens der Verkauf: Während der Hauptwohnsitz beim Verkauf steuerfrei bleibt, fällt bei vermieteten Immobilien die 30-prozentige Immobilienertragsteuer an. Diese Kombination aus vergleichsweise niedrigen Erwerbsnebenkosten und einer spürbaren Besteuerung von Vermietungsgewinnen sorgt dafür, dass sich Eigennutzung in Österreich unter dem Strich etwas mehr lohnt als Vermietung, wenn auch nur leicht.
Aktuelle Politik: Der bestehende Vorteil bröckelt gerade
Während die IW-Studie den Status quo beschreibt, verändert sich die Ausgangslage in Österreich derzeit selbst. Seit 1. Juli 2024 waren Grundbucheintragungsgebühr (1,1 Prozent) und Pfandrechtseintragungsgebühr (1,2 Prozent) beim Kauf eines Hauptwohnsitzes bis zu einer Bemessungsgrundlage von 500.000 Euro befreit, ein Vorteil von bis zu rund 11.500 Euro für Selbstnutzer. Diese befristete Regelung ist am 30. Juni 2026, also erst wenige Tage vor Veröffentlichung der IW-Studie, ausgelaufen. Käufer, die jetzt einen Hauptwohnsitz erwerben, zahlen die Gebühren wieder voll.
Eine weitergehende Entlastung ist zwar im Regierungsprogramm 2025 bis 2029 angekündigt: Die Abschaffung der Grunderwerbsteuer beim Erwerb des ersten Eigenheims soll geprüft werden. Ein Gesetzentwurf liegt dafür bislang aber nicht vor, und Fachleute rechnen aufgrund der damit verbundenen Einnahmeausfälle für Bund und Länder frühestens mittelfristig mit einer Umsetzung. Der ohnehin schon moderate steuerliche Vorteil für Selbstnutzer, den die IW-Studie für Österreich errechnet, dürfte sich damit im laufenden Jahr eher verkleinern als vergrößern.
Einordnung: Wenig Grund zur Entwarnung
Der internationale Vergleich zeigt Österreich also nicht als Belastungsfall wie Deutschland, aber auch nicht als Vorzeigeland wie die Niederlande oder Irland. Das passt zum Befund, dass die heimische Wohneigentumsquote mit rund 51 bis 55 Prozent zwar über dem deutschen Wert von 44 Prozent liegt, den EU-Schnitt von rund 70 Prozent aber ebenfalls deutlich verfehlt. Die IW-Autoren empfehlen Deutschland als Ausweg unter anderem eine Differenzierung der Grunderwerbsteuer zugunsten von Selbstnutzern, wie sie in mehreren Vergleichsländern bereits Praxis ist. Genau eine solche Differenzierung fehlt aber auch im österreichischen Steuerrecht bis heute: Die Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent gilt unabhängig von der Nutzungsart. Der leichte steuerliche Vorsprung des Eigenheims in Österreich entsteht damit vor allem über die Besteuerung der laufenden Mieteinnahmen und den Verkaufsgewinn, nicht über eine gezielte Förderung von Käufern. Ob die im Regierungsprogramm angekündigte Prüfung einer Ersterwerbs-Befreiung daran künftig etwas ändert, bleibt offen.
Die neue IMMOBILIENWIRTSCHAFT
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Kurzmeldungen und Schnispel aus der Redaktion der immobranche
Aufgeschnappt
Secret-Sale an der Mariahilfer Straße
EHL und Immobilien Funk starten den exklusiven Vorabverkauf der Grand Museum Residences in der Mariahilfer Straße 10-18. Zwischen MuseumsQuartier und Ring entstehen rund 200 Eigentums- und Vorsorgewohnungen.
Zinsen bremsen den Wohnbau weiter
Engel & Völkers Wien Commercial kritisiert, dass höhere Zinsen als Antwort auf eine energiepreisgetriebene Inflation das falsche Mittel seien. Die Finanzierungskosten machen Wohnbauprojekte unwirtschaftlich, der ohnehin schwache Neubau hat sich bis heute nicht erholt.
Globale Investments ziehen an
Laut Global Capital Flows Report von Colliers legten die weltweiten Immobilieninvestments im zweiten Quartal um 21,2 % gegenüber dem Vorjahr zu und erreichen damit 96,5 % des Fünfjahresschnitts. In EMEA führt Büro mit rund 59 Mrd. US-Dollar das Feld an.
Die Mitte gerät unter Druck
Sotheby’s International Realty sieht den deutschen Wohnmarkt heuer stark polarisiert: Luxus ab drei Millionen Euro bleibt robust, mittelpreisiger Bestand mit Sanierungsbedarf verliert rund 20 % im Preis. Kleinere Tickets und Top-Lagen bleiben gefragt.
Erste CO2-Benchmarks für Österreich
Zwei Jahre nach dem Start von INDICATE LIFE legen ÖGNI, TU Graz, ATP sustain und einszueins architektur erstmals belastbare Whole-Life-Carbon-Benchmarks für Österreich vor. Sie sollen die Datengrundlage für die ab 2027 verpflichtenden nationalen Roadmaps zu CO2-Grenzwerten im Bauwesen liefern, präsentiert am 13. Oktober an der FHWien der WKW.
Allergikerfreundliches Hochhaus in Wien
Das Projekt „Weitblick“ von STRABAG Real Estate in der Leopoldstadt bekommt als erstes Gebäude Österreichs das AFBA-Siegel für gesunde Innenräume. Bis 2028 entstehen dort das Dorint Hotel Weitblick Wien und rund 26.800 m² Bürofläche.
Gebäudetyp E kommt in die Schulen
Bayern weitet den bisher für Nichtwohngebäude genutzten Gebäudetyp E auf Bildungsbauten aus, um Schulbauten zu standardisieren und zu beschleunigen, berichtet die Immobilien Zeitung.
Aufgeschnappt
EZB dreht an der Zinsschraube
Die Europäische Zentralbank hat den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 % angehoben, die Inflation lag im August bei rund 3,3 %. Für Projektentwicklung und Transaktionsmarkt bedeutet das teurere Finanzierung, laut Medienbericht ein handfestes Risiko für die Branche.
AUA zieht an den Flughafen
Austrian Airlines verlegt ihr Headquarter ab 2028 in den Office Park 4 NEXT am Flughafen Wien, rund 12.000 m² Bürofläche für etwa 4.700 Mitarbeitende. Insgesamt wächst das Büroangebot am Standort um 17.000 m², die AUA ist der erste fixe Mieter des Neubaus.
Europas Bau hält dagegen
Eine Deloitte-Studie zeigt: Europas Bauunternehmen steigerten ihre Erlöse 2025 um rund 9 %, während das Umsatzvolumen der weltweiten Top 100 leicht um 0,4 % sank. Aus Österreich sind Strabag mit 21,2 Mrd. US-Dollar auf Rang 21 und Porr mit 7,1 Mrd. US-Dollar auf Rang 52 vertreten. Bis 2030 werden 5,9 % jährliches Wachstum erwartet.
Preiskluft zwischen den Landeshauptstädten
Raiffeisen Immobilien hat die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen in den Landeshauptstädten erhoben, Stand Juni 2026. St. Pölten ist mit durchschnittlich 2.800 Euro pro m² am günstigsten, Innsbruck mit 6.400 Euro am teuersten. Innerhalb der Städte variieren Neubau, Bestand und Lage weiterhin stark.
Glorit baut am Bisamberg
Spatenstich in Wien-Strebersdorf: In der Mayerweckstraße entstehen auf Eigengrund 16 Häuser, 14 Einzelhäuser und ein Doppelhaus, mit vier bis fünf Zimmern und Grundstücken von 224 bis 370 m². Preise starten bei 811.900 Euro, fertig soll es Ende 2027 sein.
Bewegung am Leiner-Areal
Die Alpenland Bau- und Wohngenossenschaft übernimmt den Rossmarkthof im Leiner-Areal in der St. Pöltner Innenstadt und will die Entwicklung des Quartiers damit einen Schritt weiterbringen.
Food Hall im DC Waterline wächst
Die S+B Gruppe erweitert gemeinsam mit der Strabag die Food Hall im Projekt DC Waterline. Konkrete Zahlen zur Erweiterung nennt die Aussendung noch nicht.
Schlüsselübergabe für die bafep21
Der Neubau in Wien-Floridsdorf ist fertig und nimmt ab heuer den ersten Jahrgang auf, Platz gibt es für 1.000 Studierende in 36 Klassen. Umgesetzt wurde das Projekt im PPP-Modell von Apleona Austria, HABAU und RBI Leasing, der Schlüssel ging Ende August an die Stadt Wien.
Aufgeschnappt
Wien nähert sich dem Rekordjahr
Der Wiener Wohnungsmarkt kommt im ersten Halbjahr 2026 auf ein Transaktionsvolumen von 1,62 Mrd. Euro bei Eigentumswohnungen, nur noch 8 % unter dem Rekordwert von 2022. OTTO Immobilien rechnet gleichzeitig damit, dass der Anteil gewerblich errichteter Mietwohnungen an den Fertigstellungen bis 2027 auf rund 3 % oder etwa 260 Einheiten sinkt.
Mieten klettern weiter
Laut Mikrozensus Wohnen der Statistik Austria sind die Nettomieten privater Hauptmietwohnungen im zweiten Quartal um 3,2 % auf 10,7 Euro je m² gestiegen, Genossenschaftswohnungen um 2,5 % auf 6,5 Euro je m². Im Schnitt über alle Hauptmietwohnungen liegt der Wert bei 5,7 Euro je m², ein Plus von 3,7 % gegenüber dem Vorjahr.
Bauwerksbuch: Der Stau kommt
Rund 93 % der etwa 31.000 Wiener Altbauten haben noch kein Bauwerksbuch, brauchen es aber bis Ende 2027. APHELION Baumanagement hat bislang rund 150 solcher „Pickerl“ erstellt und warnt vor Engpässen bei den Prüfkapazitäten.
Leiner-Areal St. Pölten bewegt sich
Die Alpenland Bau- und Wohngenossenschaft übernimmt den Rossmarkthof im Leiner-Areal mitten in St. Pölten. Damit soll das Vorhaben „Neue Perspektiven für das Leiner-Areal“ in die nächste Phase gehen.
ImmoESt-Erhöhung sorgt für Ärger
Der ÖHGB kritisiert die Anhebung der Immobilienertragsteuer von 4,2 % auf 6 %, ein Plus von rund 43 %, die vor allem langjährige private Eigentümer trifft. Eigentum müsse als Baustein der Altersvorsorge erhalten bleiben, während Zukunftsfonds und Zukunftsdepot neue Vorsorgeformen fördern sollen, so der Medienbericht.
KI-Hype trifft auf Datenrealität
Der aktuelle IREBS Standpunkt Nr. 154 argumentiert, dass KI in der Immobilienwirtschaft erst dann etwas bringt, wenn Prozesse und Datenstrukturen stimmen. Ohne saubere Datenbasis bleibt der Rest Show.
Gipsplatten müssen im Kreislauf bleiben
Seit 1. Jänner 2026 gilt in Österreich ein Deponierungsverbot für Gipsplatten. Der neue ÖWAV-Leitfaden liefert der Baupraxis Vorgaben zum getrennten, trockenen und störstofffreien Sammeln, damit die rund 100.000 Tonnen Gipsabfälle pro Jahr recycelt werden können.
Onlinehandel erreicht Rekordanteil
Rund 15 % der österreichischen Konsumausgaben laufen inzwischen online, ein Rekordwert laut RegioData Research. Nur etwa 40 % davon landen bei heimischen Shops, Temu, Shein und AliExpress kommen zusammen bereits auf 7,9 % Marktanteil, was den stationären Handel weiter unter Druck setzt.
Aufgeschnappt
Immobilie bleibt Lieblingsanlage
Laut aktueller willhaben-Marktforschung halten 81,4 % der Immobiliensuchenden in Österreich Immobilien für eine sinnvolle Kapitalanlage, 17,1 % sogar für die beste Anlageform überhaupt. Der Traum bleibt das Haus mit Garten (46,2 %), größter Bremsklotz sind fehlende Eigenmittel (37,7 %). Basis sind 1.551 Interviews von Marketagent aus dem Mai.
Spatenstich im Linzer Sompark
Die Real-Treuhand errichtet mit „Das Prime“ 50 Eigentumswohnungen und 66 Tiefgaragenstellplätze, fertig soll das Projekt Mitte 2028 sein. Gebaut wird in Holzhybridbauweise, dazu entstehen rund 6.000 m² öffentliche Grünfläche und eine Gedenkstätte.
Globales Investmentvolumen zieht an
Im zweiten Quartal 2026 stieg das weltweite Immobilieninvestitionsvolumen laut Savills um 13 % auf rund 250 Mrd. US-Dollar. Europa kam auf 54 Mrd. Euro (plus 7,7 %), Nordamerika legte bei Portfolioinvestments um 60 % zu. Für das Gesamtjahr hält Savills ein Plus von 16 % für möglich.
Deutschland dreht ins Minus
Von Jänner bis August wechselten in Deutschland Gewerbe- und Wohnimmobilien im Wert von rund 17,7 Mrd. Euro den Eigentümer, das sind 4 % weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Transaktionen stieg dagegen um 4,5 % auf knapp 1.200. Savills stellt die Zahlen in einem eigenen Dashboard laufend zur Verfügung.
Anlegen wie die Superreichen
Im Gewinn gelesen: Vermögende setzen auf die Bucket-Strategie und breite Streuung über Aktien, Anleihen, Immobilien, Private Markets und Edelmetalle, wichtigster Renditeturbo bleibt die Zeit. Laut UBS-Umfrage stecken 27 % der Portfolios in Aktien aus Industrieländern, 65 % der Family Offices investieren bereits in Künstliche Intelligenz.
Aufgeschnappt
Deutschland: weniger Volumen, mehr Deals
Von Jänner bis August 2026 wechselten deutsche Gewerbe- und Wohnimmobilien um rund 17,7 Mrd. Euro den Eigentümer, um 4 % weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Transaktionen liegt mit knapp unter 1.200 dagegen um 4,5 % höher, Savills stellt die Daten laufend in einem digitalen Dashboard bereit.
Globale Deals ziehen wieder an
Im zweiten Quartal 2026 stieg das weltweite Immobilieninvestmentvolumen laut Savills um 13 % auf rund 250 Mrd. US-Dollar. Europa kommt auf 54 Mrd. Euro (+7,7 %), Nordamerika legt bei Portfoliodeals um 60 % zu. Für das Gesamtjahr hält Savills ein Plus von 16 % für möglich.
Betongold bleibt beliebt
81,4 % der heimischen Immobiliensuchenden halten Immobilien für eine sinnvolle Kapitalanlage, 17,1 % sogar für die beste Anlageform. Das zeigt eine willhaben-Marktforschung mit 1.551 Interviews. Gewünscht wird vor allem das Haus mit Garten (46,2 %), größte Bremse sind fehlende Eigenmittel (37,7 %).
Holzhybrid im Linzer Sompark
Die Real-Treuhand hat den Spatenstich für „Das Prime“ gesetzt: 50 Eigentumswohnungen und 66 Tiefgaragenstellplätze in Holzhybridbauweise, Fertigstellung voraussichtlich Mitte 2028. Dazu kommen rund 6.000 m² öffentliche Grünfläche und eine Gedenkstätte.
Wie die Superreichen veranlagen
Im Gewinn gelesen: Vermögende setzen auf die Bucket-Strategie und breite Streuung über Aktien, Anleihen, Immobilien, Private Markets und Edelmetalle. Laut einer UBS-Umfrage stecken 27 % der Portfolios in Aktien aus Industrieländern, 65 % der Family Offices investieren bereits in KI. Zu Wort kommen unter anderem Private Banker von BKS, Erste Bank, RLB OÖ und Kathrein.
Aufgeschnappt
96 Eigentumswohnungen an der Hohm-Promenade
immo 360 grad errichtet mit THE HOHM 7 aktuell 96 freifinanzierte Eigentumswohnungen am Quartiersplatz der Willi-Hohm-Promenade, in einem autofreien Umfeld mit großzügigen Gemeinschaftsflächen. Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2027 geplant, Herzstück ist ein energieeffizientes Temperierungskonzept.
Fernablesbare Zähler werden Pflicht
Ab 1. Jänner 2027 müssen laut EEffG alle Wärmemengenzähler, Heizkostenverteiler und Warmwasserzähler fernablesbar sein. Für Hausverwaltungen und Eigentümer:innen wirft das offene Kosten- und Verantwortungsfragen auf, ein kostenfreies Webinar von Techem Austria am 22. September klärt die Details.
Hitzeschutz braucht mehr als Klimaanlagen
Die IG Lebenszyklus Bau legt ein Sechs-Punkte-Programm für den Gebäudebestand vor, von vereinfachten Genehmigungsverfahren über steuerliche Anreize bis zu Entsiegelung und einer besseren Berücksichtigung im Mietrecht. Ziel ist es, Überhitzung zu verhindern und gleichzeitig den Energiebedarf zu senken.
Aufgeschnappt
250.000 Euro als Traum-Kredit
Rund 250.000 Euro sind hierzulande die Wunschsumme beim Immobilienkredit. Ein guter Gradmesser dafür, in welcher Preisklasse sich Häuslbauer und Wohnungskäufer derzeit bewegen.
Kaufkraft wandert nach Osten
RegioData Research hat die europäische Kaufkraftentwicklung von 2020 bis 2025 analysiert: In Mittel-, Ost- und Südosteuropa ist die Kaufkraft kräftig gestiegen, etablierte Märkte wie Österreich wachsen dagegen nur moderat. Für Handels- und Investmentstrategien verschiebt sich damit das Gefüge spürbar.
Gebäude werden robotik-ready
Drees & Sommer und NEURA Robotics haben eine strategische Partnerschaft geschlossen, um Gebäude für den Einsatz kognitiver Roboter vorzubereiten. Im Facility Management sollen Menschen und Maschinen zusammenarbeiten, als Antwort auf fehlende Fachkräfte, steigende Kosten und höhere Hygienestandards.
Betonexperimente am PORR Campus
20 Studierende aus sechs Ländern entwickeln heuer bis 29. August bei der Masterclass der Concrete Design Competition am PORR Campus in Wien eigene Betonrezepturen und Prototypen, darunter eine Sitzbank, die sich in einen Tisch verwandeln lässt. Organisiert wird die Woche von Beton Dialog Österreich.
Aufgeschnappt
Kurzmeldungen und Schnipsel aus der Redaktion der immobranche – aus den letzten beiden Tagen (24.08.2026 – 26.08.2026).
Investmentmarkt bricht um ein Drittel ein
Im ersten Halbjahr 2026 wurden am österreichischen Immobilieninvestmentmarkt rund 1,08 Mrd. Euro umgesetzt, ein Minus von 34 % gegenüber dem Vorjahr. Der Handel legt laut OTTO Immobilien Research um 287 % zu und stellt mit rund 31 % den größten Anteil, Büro, Wohnen und Logistik gehen deutlich zurück.
Unsanierter Altbau wird zum Ladenhüter
Immo Analytics sieht den Wiener Altbaubestand in der Krise: Verkäufe unsanierter Wohnungen in den Innenbezirken sind fast zum Stillstand gekommen. Sanierte Bestandsobjekte und Neubau erzielen dagegen stabile bis steigende Preise.
BUWOG verwertet „drygalski“ komplett
Alle 94 freifinanzierten Eigentumswohnungen im Projekt „drygalski“ sind noch vor der Fertigstellung im Herbst 2026 verkauft. Das Vorhaben liegt im Stadtentwicklungsgebiet „An der Schanze“ in Wien-Floridsdorf, die Wohnungen reichen von 45 m² bis 150 m².
Spatenstich für MABELLE in Hietzing
Real-Treuhand Immobilien hat heuer im August den Spatenstich für das Wohnensemble MABELLE gefeiert: zwei Häuser, 50 Eigentumswohnungen, 28 Tiefgaragenplätze, dazu Pool, Fitnessraum und Sauna. Fertigstellung ist für das Frühjahr 2028 geplant.
Gebäude sollen robotik-ready werden
Drees & Sommer und NEURA Robotics haben heuer eine strategische Partnerschaft geschlossen, um Gebäude für den Robotereinsatz vorzubereiten. Kognitive Roboter sollen im Facility Management gegen Fachkräftemangel, steigende Kosten und höhere Hygienestandards helfen.
Faserbewehrung gewinnt PropTech Challenge
Soul of Concrete aus Dresden gewinnt die deutsche PropTech Innovation Challenge 2026 des ULI mit einer automatisierten, korrosionsfreien 3-D-Faserbewehrung für Beton. Sie soll Kosten um bis zu 40 % senken, die Montage bis zu 20-mal beschleunigen und den CO²-Fußabdruck um bis zu 80 % reduzieren. Im September folgt das paneuropäische Finale.
Frisch aufgeschnappt
Kurzmeldungen und Schnipsel aus der Redaktion der immobranche – aus den letzten beiden Tagen (22. August 2026 – 24. August 2026).
Wohnbau: Erholung nur auf Pump
Der österreichische Neubaubericht erwartet heuer 30.900 fertiggestellte Wohneinheiten, deutlich unter dem Höchststand von 46.500 im Jahr 2022. Für 2027 warnt der WKÖ-Fachverband vor einem Rückfall auf rund 25.000 Einheiten, in Wien von 12.100 auf etwa 9.600.
Faserbewehrung gewinnt ULI-Challenge
Soul of Concrete aus Dresden gewinnt die deutsche PropTech Innovation Challenge 2026 des ULI mit einer korrosionsfreien 3-D-Faserbewehrung für Beton, die Kosten um bis zu 40 % senken und den CO₂-Fußabdruck um bis zu 80 % reduzieren soll. Das paneuropäische Finale folgt im September, der Gesamtsieger wird am 5. November in Dublin verkündet.
Parkhaus wird zu Wohnhaus
Ein Entwurf an der Universität Liechtenstein zeigt unter dem Titel „Wohnen im Kreislauf“, wie Betonbauteile des ehemaligen Parkhauses Lysbüchel in Basel für ein neues Wohnprojekt wiederverwendet werden können.
Plattenbau wird Einfamilienhaus
Im Standard gelesen: Plattenbauten werden zu „Einfamilienhaus-Häusern“ umgebaut. Der Ansatz nutzt bestehende Bausubstanz und schafft dabei neue Wohnformen im Bestand.
Bangkok baut Gartenbrücke
Bangkok plant eine reine Fuß- und Radbrücke über den Chao Phraya, die die Stadtteile Phra Nakhon und Thonburi verbindet. Ein goldfarbenes Metallgitter sorgt für passive Beschattung, in der Flussmitte entsteht ein öffentlicher Platz mit Gartenfläche.
Frisch aufgeschnappt
Kurzmeldungen und Schnipsel aus der Redaktion der immobranche – aus den letzten beiden Tagen (19. – 21. August 2026).
Bauteilaktivierung als Kühl-Standard
Nach einem Hitzesommer mit bis zu 41,2 Grad Celsius fordert Beton Dialog Österreich, die thermische Bauteilaktivierung bei allen Neubauten zum Standard zu machen. Als Referenzen dienen das Plusenergiequartier Campo Breitenlee und die Wientalterrassen in Wien, die bereits fossilfrei heizen und kühlen.
RICS: Stimmung hellt sich leicht auf
Der globale Commercial Property Sentiment Index klettert im zweiten Quartal von –3 auf –1. In Deutschland verschlechtern sich die Kreditkonditionen dagegen dramatisch, von –42 % auf –70 %, und die Mehrheit der Befragten verortet den Markt im Abschwung oder am zyklischen Tiefpunkt.
Motel One kommt ins VIO PLAZA
Real-Treuhand Immobilien hat das Hotel im VIO PLAZA in Wien-Meidling langfristig an die Motel One Group verpachtet. Die 265 Zimmer ergänzen den Nutzungsmix des Quartiers aus Büro, Wohnen, Handel und Gastronomie.
Hitze verändert die Nachfrage
s REAL Immobilien beobachtet, dass Hitzewellen die Anforderungen an Wohnraum verschieben, 2024 gab es in Österreich 14 Wüstentage und 23 Tropennächte. Bis 2050 soll sich der Kühlbedarf mehr als verdoppeln, Beschattung und Kühlung werden damit zum festen Kriterium bei Suche, Planung und Sanierung.
Wiener Büromarkt bleibt wählerisch
Laut Market Beat Q2 2026 von Cushman & Wakefield CBS Austria liegt die Vermietungsleistung im ersten Halbjahr bei 64.843 m², rund die Hälfte des Jahresziels von 150.000 m². Der Leerstand moderner Flächen beträgt 4,42 %, die Spitzenmieten legten um etwa 1,8 % zu.
Quick Review
Quick Review
Die relevantesten Meldungen der letzten zwei Wochen (7. August – 20. August 2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft: Marktzahlen, Deals, Hospitality und Innovation im Überblick.
Wiener Büromarkt bleibt wählerisch
Cushman & Wakefield CBS Austria meldet im Market Beat Q2 2026 eine Vermietungsleistung von 64.843 m² im ersten Halbjahr, rund die Hälfte des Jahresziels von 150.000 m². Die Leerstandsquote moderner Flächen liegt bei 4,42 %, Spitzenmieten legten um etwa 1,8 % zu.
Motel One kommt ins VIO PLAZA
Real-Treuhand Immobilien hat das Hotel im VIO PLAZA in Wien-Meidling langfristig an die Motel One Group verpachtet. Die 265 Zimmer ergänzen den Nutzungsmix des Quartiers aus Büro, Wohnen, Handel und Gastronomie.
Wiener Städtische kauft in der Seestadt
Die Wiener Städtische erwirbt eine 2021 fertiggestellte Wohnanlage in der Barbara-Prammer-Allee 15 mit 105 geförderten Wohnungen, 15 Mikrobüros und zwei Gewerbeflächen. Das Objekt ist voll vermietet und erreicht Energieklasse A++, der Kaufpreis blieb unter Verschluss.
Neubau findet keinen Boden
Der Neubaubericht des WKÖ-Fachverbands rechnet heuer mit 30.900 fertiggestellten Wohneinheiten, weit unter dem Rekordjahr 2022 mit rund 46.500. Für 2027 wird ein neuerlicher Rückgang auf etwa 25.000 Einheiten prognostiziert, ein Minus von rund 19 %.
Hitze wird zum Marktfaktor
s REAL erwartet bis 2050 mehr als eine Verdopplung des Kühlbedarfs und entwickelt neue Kriterien für Suche, Planung und Beratung. Beschattung, Kühlung und thermischer Komfort rücken bei Neubau und Sanierung nach vorne.
Modulbau wird schlüsselfertig
Mit CONTAINEX PROJECT entsteht ein eigenständiges Unternehmen für schlüsselfertige Modulbauprojekte, von der Planung bis zur Übergabe. Erstes Referenzprojekt ist ein Ladehub- und Lounge-Komplex für Burgenland Energie.
RPHI baut FOREST Offices in Sofia
Raiffeisen Property Holding International errichtet als Nachfolger des EXPO 2000 Office Parks einen Bürobau mit 21.458 m² Bruttogeschossfläche, Fertigstellung Anfang 2027. Zertifiziert wird nach EU-Taxonomie, LEED und ÖGNI/DGNB, der Bestand in Sofia ist zu 96,3 % ausgelastet.
Habyt Vienna öffnet im Nordbahnviertel
Das Premium-Aparthotel Habyt Vienna hat mit 319 Studios auf sieben Etagen ein Soft Opening gefeiert. Coworking, Fitness und Wellness richten sich an Geschäftsreisende und Expats, das Gastronomiekonzept folgt im Herbst.
Kochroboter am Vienna Airport
Im Leonardo Smart Vienna Airport bereitet ein vollautomatischer Kochroboter von goodBytz rund um die Uhr Salate und Bowls zu. Das Haus mit 510 Zimmern gilt als weltweit größtes Hotel in Holzbauweise.
Gen Alpha formt die Mall von morgen
Eine US-Analyse zeigt, dass junge Konsument:innen Erlebnis, offene Räume und verzahnte digitale wie physische Kundenreisen einfordern: 73 % kaufen am liebsten stationär ein. 2025 entstanden in Malls netto 4.120 neue Geschäfte, die Frequenz in offenen Centern stieg um 4,7 %.
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Mein Favorit: M+
Im Juni habe ich mir Immobilien und Stadtentwicklungen in Hongkong angesehen. Mega.
Das beeindruckendste Gebäude, fand ich, war das M+, eine Museumsbau im neuen Kulturviertel in Kowloon.
Herzog & de Meuron haben mit diesem Museum etwas geschaffen, das die Widersprüche der Stadt selbst in Architektur übersetzt: horizontal und massiv, wo rundherum alles vertikal in den Himmel strebt. Der liegende Turm, der sich über die Straßenbahntunnel spannt, wirkt wie eine bewusste Verweigerung der Hochhauslogik von Kowloon. Innen dann diese Großzügigkeit, hohe Hallen, weite Blickachsen, die einen förmlich zwingen, langsamer zu gehen. Und oben drauf ein Dachgarten, der vielleicht einen der besten Blicke auf Hongkong bietet.
Von dort aus widerum hat man den besten Blick auf die Fassade des Hochhaus-Teils des M+. Sie wird abends zur riesigen LED-Leinwand und macht das Museum selbst zum Exponat.
Ein erster Bericht darüber und über andere Gebäude ist im Falstaff Residences erschienen: https://www.falstaff.com/living/news/hongkong-blueht-auf
Innen interessant: die Ausstellung der Sigg Collection, „From Revolution to Globalisation“. Sie zeigt den Wandel Chinas seit der Öffnungspolitik 1978 durch die Augen von Künstlerinnen und Künstlern, und man kann ihr nicht vorwerfen, dass sie angepasst wäre. Große Fragen werden da aufgeworfen auch mittels Werken von Ai Weiwei.
Bildcredit: M+ / beigestellt, Heimo Rollett (2)
Aufgeschnappt
Secret-Sale an der Mariahilfer Straße
EHL und Immobilien Funk starten den exklusiven Vorabverkauf der Grand Museum Residences in der Mariahilfer Straße 10-18. Zwischen MuseumsQuartier und Ring entstehen rund 200 Eigentums- und Vorsorgewohnungen.
Zinsen bremsen den Wohnbau weiter
Engel & Völkers Wien Commercial kritisiert, dass höhere Zinsen als Antwort auf eine energiepreisgetriebene Inflation das falsche Mittel seien. Die Finanzierungskosten machen Wohnbauprojekte unwirtschaftlich, der ohnehin schwache Neubau hat sich bis heute nicht erholt.
Globale Investments ziehen an
Laut Global Capital Flows Report von Colliers legten die weltweiten Immobilieninvestments im zweiten Quartal um 21,2 % gegenüber dem Vorjahr zu und erreichen damit 96,5 % des Fünfjahresschnitts. In EMEA führt Büro mit rund 59 Mrd. US-Dollar das Feld an.
Die Mitte gerät unter Druck
Sotheby’s International Realty sieht den deutschen Wohnmarkt heuer stark polarisiert: Luxus ab drei Millionen Euro bleibt robust, mittelpreisiger Bestand mit Sanierungsbedarf verliert rund 20 % im Preis. Kleinere Tickets und Top-Lagen bleiben gefragt.
Erste CO2-Benchmarks für Österreich
Zwei Jahre nach dem Start von INDICATE LIFE legen ÖGNI, TU Graz, ATP sustain und einszueins architektur erstmals belastbare Whole-Life-Carbon-Benchmarks für Österreich vor. Sie sollen die Datengrundlage für die ab 2027 verpflichtenden nationalen Roadmaps zu CO2-Grenzwerten im Bauwesen liefern, präsentiert am 13. Oktober an der FHWien der WKW.
Allergikerfreundliches Hochhaus in Wien
Das Projekt „Weitblick“ von STRABAG Real Estate in der Leopoldstadt bekommt als erstes Gebäude Österreichs das AFBA-Siegel für gesunde Innenräume. Bis 2028 entstehen dort das Dorint Hotel Weitblick Wien und rund 26.800 m² Bürofläche.
Gebäudetyp E kommt in die Schulen
Bayern weitet den bisher für Nichtwohngebäude genutzten Gebäudetyp E auf Bildungsbauten aus, um Schulbauten zu standardisieren und zu beschleunigen, berichtet die Immobilien Zeitung.
Aufgeschnappt
EZB dreht an der Zinsschraube
Die Europäische Zentralbank hat den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 % angehoben, die Inflation lag im August bei rund 3,3 %. Für Projektentwicklung und Transaktionsmarkt bedeutet das teurere Finanzierung, laut Medienbericht ein handfestes Risiko für die Branche.
AUA zieht an den Flughafen
Austrian Airlines verlegt ihr Headquarter ab 2028 in den Office Park 4 NEXT am Flughafen Wien, rund 12.000 m² Bürofläche für etwa 4.700 Mitarbeitende. Insgesamt wächst das Büroangebot am Standort um 17.000 m², die AUA ist der erste fixe Mieter des Neubaus.
Europas Bau hält dagegen
Eine Deloitte-Studie zeigt: Europas Bauunternehmen steigerten ihre Erlöse 2025 um rund 9 %, während das Umsatzvolumen der weltweiten Top 100 leicht um 0,4 % sank. Aus Österreich sind Strabag mit 21,2 Mrd. US-Dollar auf Rang 21 und Porr mit 7,1 Mrd. US-Dollar auf Rang 52 vertreten. Bis 2030 werden 5,9 % jährliches Wachstum erwartet.
Preiskluft zwischen den Landeshauptstädten
Raiffeisen Immobilien hat die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen in den Landeshauptstädten erhoben, Stand Juni 2026. St. Pölten ist mit durchschnittlich 2.800 Euro pro m² am günstigsten, Innsbruck mit 6.400 Euro am teuersten. Innerhalb der Städte variieren Neubau, Bestand und Lage weiterhin stark.
Glorit baut am Bisamberg
Spatenstich in Wien-Strebersdorf: In der Mayerweckstraße entstehen auf Eigengrund 16 Häuser, 14 Einzelhäuser und ein Doppelhaus, mit vier bis fünf Zimmern und Grundstücken von 224 bis 370 m². Preise starten bei 811.900 Euro, fertig soll es Ende 2027 sein.
Bewegung am Leiner-Areal
Die Alpenland Bau- und Wohngenossenschaft übernimmt den Rossmarkthof im Leiner-Areal in der St. Pöltner Innenstadt und will die Entwicklung des Quartiers damit einen Schritt weiterbringen.
Food Hall im DC Waterline wächst
Die S+B Gruppe erweitert gemeinsam mit der Strabag die Food Hall im Projekt DC Waterline. Konkrete Zahlen zur Erweiterung nennt die Aussendung noch nicht.
Schlüsselübergabe für die bafep21
Der Neubau in Wien-Floridsdorf ist fertig und nimmt ab heuer den ersten Jahrgang auf, Platz gibt es für 1.000 Studierende in 36 Klassen. Umgesetzt wurde das Projekt im PPP-Modell von Apleona Austria, HABAU und RBI Leasing, der Schlüssel ging Ende August an die Stadt Wien.
Aufgeschnappt
Wien nähert sich dem Rekordjahr
Der Wiener Wohnungsmarkt kommt im ersten Halbjahr 2026 auf ein Transaktionsvolumen von 1,62 Mrd. Euro bei Eigentumswohnungen, nur noch 8 % unter dem Rekordwert von 2022. OTTO Immobilien rechnet gleichzeitig damit, dass der Anteil gewerblich errichteter Mietwohnungen an den Fertigstellungen bis 2027 auf rund 3 % oder etwa 260 Einheiten sinkt.
Mieten klettern weiter
Laut Mikrozensus Wohnen der Statistik Austria sind die Nettomieten privater Hauptmietwohnungen im zweiten Quartal um 3,2 % auf 10,7 Euro je m² gestiegen, Genossenschaftswohnungen um 2,5 % auf 6,5 Euro je m². Im Schnitt über alle Hauptmietwohnungen liegt der Wert bei 5,7 Euro je m², ein Plus von 3,7 % gegenüber dem Vorjahr.
Bauwerksbuch: Der Stau kommt
Rund 93 % der etwa 31.000 Wiener Altbauten haben noch kein Bauwerksbuch, brauchen es aber bis Ende 2027. APHELION Baumanagement hat bislang rund 150 solcher „Pickerl“ erstellt und warnt vor Engpässen bei den Prüfkapazitäten.
Leiner-Areal St. Pölten bewegt sich
Die Alpenland Bau- und Wohngenossenschaft übernimmt den Rossmarkthof im Leiner-Areal mitten in St. Pölten. Damit soll das Vorhaben „Neue Perspektiven für das Leiner-Areal“ in die nächste Phase gehen.
ImmoESt-Erhöhung sorgt für Ärger
Der ÖHGB kritisiert die Anhebung der Immobilienertragsteuer von 4,2 % auf 6 %, ein Plus von rund 43 %, die vor allem langjährige private Eigentümer trifft. Eigentum müsse als Baustein der Altersvorsorge erhalten bleiben, während Zukunftsfonds und Zukunftsdepot neue Vorsorgeformen fördern sollen, so der Medienbericht.
KI-Hype trifft auf Datenrealität
Der aktuelle IREBS Standpunkt Nr. 154 argumentiert, dass KI in der Immobilienwirtschaft erst dann etwas bringt, wenn Prozesse und Datenstrukturen stimmen. Ohne saubere Datenbasis bleibt der Rest Show.
Gipsplatten müssen im Kreislauf bleiben
Seit 1. Jänner 2026 gilt in Österreich ein Deponierungsverbot für Gipsplatten. Der neue ÖWAV-Leitfaden liefert der Baupraxis Vorgaben zum getrennten, trockenen und störstofffreien Sammeln, damit die rund 100.000 Tonnen Gipsabfälle pro Jahr recycelt werden können.
Onlinehandel erreicht Rekordanteil
Rund 15 % der österreichischen Konsumausgaben laufen inzwischen online, ein Rekordwert laut RegioData Research. Nur etwa 40 % davon landen bei heimischen Shops, Temu, Shein und AliExpress kommen zusammen bereits auf 7,9 % Marktanteil, was den stationären Handel weiter unter Druck setzt.
KI-Hype in der Immobilienwirtschaft
Was für ein Weckruf mitten im KI-Hype.
IREBS-Standpunkt 154 von Viktor Weber, Geschäftsführer von Acquirepad, sollte man sich in der Immobilienbranche zu Gemüte führen. Sein Befund: Wer glaubt, ein Copilot- oder ChatGPT-Chat lese den Mietvertrags-Ordner einmal durch und liefere danach verlässliche Antworten, irrt. Dieselben Dokumente können in unterschiedlichen Chats zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, ein Nachtrag landet beim falschen Vertrag, eine Zahl stimmt nicht, eine veraltete Regelung gilt plötzlich als aktuell.
Das liegt laut Weber selten am Sprachmodell selbst. Es liegt an unsauberen Datenbasen, fehlenden fachlichen Beziehungen zwischen Dokumenten und einem überfüllten Kontext. Und es liegt an einer Eigenschaft, die viele gern ausblenden: Halluzinationen sind bei Sprachmodellen mathematisch nachweisbar unvermeidbar, nicht restlos abstellbar.
Was mich an dem Text überzeugt: Weber fordert keinen Rückzug von KI, im Gegenteil. Seine Empfehlung ist nüchtern. Berechnungen wie Cashflows oder Mietpreisschätzungen gehören in deterministische Algorithmen, nicht ins Sprachmodell. Wissen über Objekte, Mieter und Verträge gehört in sauber modellierte Datenstrukturen. Das Sprachmodell soll verstehen und formulieren, nicht rechnen und entscheiden.
Eine unbequeme, aber wichtige Lektüre für alle, die gerade überlegen, wie viel sie einem KI-Chat wirklich zutrauen sollten.
Aufgeschnappt
Immobilie bleibt Lieblingsanlage
Laut aktueller willhaben-Marktforschung halten 81,4 % der Immobiliensuchenden in Österreich Immobilien für eine sinnvolle Kapitalanlage, 17,1 % sogar für die beste Anlageform überhaupt. Der Traum bleibt das Haus mit Garten (46,2 %), größter Bremsklotz sind fehlende Eigenmittel (37,7 %). Basis sind 1.551 Interviews von Marketagent aus dem Mai.
Spatenstich im Linzer Sompark
Die Real-Treuhand errichtet mit „Das Prime“ 50 Eigentumswohnungen und 66 Tiefgaragenstellplätze, fertig soll das Projekt Mitte 2028 sein. Gebaut wird in Holzhybridbauweise, dazu entstehen rund 6.000 m² öffentliche Grünfläche und eine Gedenkstätte.
Globales Investmentvolumen zieht an
Im zweiten Quartal 2026 stieg das weltweite Immobilieninvestitionsvolumen laut Savills um 13 % auf rund 250 Mrd. US-Dollar. Europa kam auf 54 Mrd. Euro (plus 7,7 %), Nordamerika legte bei Portfolioinvestments um 60 % zu. Für das Gesamtjahr hält Savills ein Plus von 16 % für möglich.
Deutschland dreht ins Minus
Von Jänner bis August wechselten in Deutschland Gewerbe- und Wohnimmobilien im Wert von rund 17,7 Mrd. Euro den Eigentümer, das sind 4 % weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Transaktionen stieg dagegen um 4,5 % auf knapp 1.200. Savills stellt die Zahlen in einem eigenen Dashboard laufend zur Verfügung.
Anlegen wie die Superreichen
Im Gewinn gelesen: Vermögende setzen auf die Bucket-Strategie und breite Streuung über Aktien, Anleihen, Immobilien, Private Markets und Edelmetalle, wichtigster Renditeturbo bleibt die Zeit. Laut UBS-Umfrage stecken 27 % der Portfolios in Aktien aus Industrieländern, 65 % der Family Offices investieren bereits in Künstliche Intelligenz.
Aufgeschnappt
Deutschland: weniger Volumen, mehr Deals
Von Jänner bis August 2026 wechselten deutsche Gewerbe- und Wohnimmobilien um rund 17,7 Mrd. Euro den Eigentümer, um 4 % weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Transaktionen liegt mit knapp unter 1.200 dagegen um 4,5 % höher, Savills stellt die Daten laufend in einem digitalen Dashboard bereit.
Globale Deals ziehen wieder an
Im zweiten Quartal 2026 stieg das weltweite Immobilieninvestmentvolumen laut Savills um 13 % auf rund 250 Mrd. US-Dollar. Europa kommt auf 54 Mrd. Euro (+7,7 %), Nordamerika legt bei Portfoliodeals um 60 % zu. Für das Gesamtjahr hält Savills ein Plus von 16 % für möglich.
Betongold bleibt beliebt
81,4 % der heimischen Immobiliensuchenden halten Immobilien für eine sinnvolle Kapitalanlage, 17,1 % sogar für die beste Anlageform. Das zeigt eine willhaben-Marktforschung mit 1.551 Interviews. Gewünscht wird vor allem das Haus mit Garten (46,2 %), größte Bremse sind fehlende Eigenmittel (37,7 %).
Holzhybrid im Linzer Sompark
Die Real-Treuhand hat den Spatenstich für „Das Prime“ gesetzt: 50 Eigentumswohnungen und 66 Tiefgaragenstellplätze in Holzhybridbauweise, Fertigstellung voraussichtlich Mitte 2028. Dazu kommen rund 6.000 m² öffentliche Grünfläche und eine Gedenkstätte.
Wie die Superreichen veranlagen
Im Gewinn gelesen: Vermögende setzen auf die Bucket-Strategie und breite Streuung über Aktien, Anleihen, Immobilien, Private Markets und Edelmetalle. Laut einer UBS-Umfrage stecken 27 % der Portfolios in Aktien aus Industrieländern, 65 % der Family Offices investieren bereits in KI. Zu Wort kommen unter anderem Private Banker von BKS, Erste Bank, RLB OÖ und Kathrein.
Yes in God’s Backyard
In den Vereinigten Staaten formiert sich eine neue Antwort auf die Wohnungsnot, und sie kommt von einem ungewöhnlichen Akteur: den Glaubensgemeinschaften. Unter dem Schlagwort „Yes in God’s Backyard“ (YIGBY) öffnen immer mehr Bundesstaaten Kirchen, Synagogen und anderen religiösen Organisationen die Möglichkeit, auf eigenem Grund Wohnraum zu errichten, oft unter erleichterten Genehmigungsbedingungen. In einem Bericht des Branchenmediums Inman habe ich gelesen, wie weit die Bewegung bereits fortgeschritten ist und wo die eigentlichen Hürden liegen – spannend!
Ein gewaltiges, ungenütztes Landreservoir
Der Ausgangspunkt ist eine schlichte Zahl: Glaubensgemeinschaften besitzen in den USA gemeinsam mehr als 2,6 Millionen Acres Land, ein Großteil davon ungenützt oder unterausgelastet. Laut Realtor.com könnte dieses Land theoretisch bis zu 800.000 neue Wohneinheiten aufnehmen.
Allein in New York City summiert sich der Grundbesitz religiöser Organisationen laut einem Policy Brief des NYU Furman Center aus dem Jahr 2025 auf über 7,8 Millionen m². Rund 511.000 m² davon sind unbebaute Grundstücke oder Parkplätze, genug für schätzungsweise 22.000 Wohneinheiten.
Die Gesetzeslage zieht nach
Kalifornien gilt mit einem 2023 verabschiedeten Gesetz als Vorreiter: Religiöse Institutionen und gemeinnützige Colleges dürfen seither leistbaren Mehrfamilienwohnbau auf eigenem Grund errichten, mit vereinfachten Genehmigungsverfahren und ohne lokale Zonierungsvorschriften einhalten zu müssen. Die Auflage: Sämtliche Einheiten müssen für einkommensschwache Haushalte leistbar sein, bis zu 20 % dürfen für Haushalte mit mittlerem Einkommen reserviert werden.
Florida folgte 2025 mit einem Gesetz, das lokalen Behörden erlaubt, leistbaren Wohnbau auf kirchlichem Grund zu genehmigen, selbst wenn dieser bislang nicht für Wohnnutzung gewidmet war. St. Petersburg hat daraus als erste Stadt Floridas im heurigen Jahr ein eigenes YIGBY-Programm mit Beratungsangebot für Kirchengemeinden gemacht.
Virginia zieht mit dem „Faith in Housing Act“ nach, so der Bericht, unterzeichnet im April von Gouverneurin Abigail Spanberger. Das Gesetz streicht für religiöse Organisationen und steuerbefreite Non-Profit-Träger den Umwidmungsschritt zur Gänze, es tritt mit 1. Jänner 2027 in Kraft. Mehr als ein Dutzend weiterer Bundesstaaten prüfen derzeit ähnliche Vorhaben, auf Bundesebene liegt seit Jänner ein entsprechender Gesetzesentwurf im Kongress.
Wo die Theorie an die Praxis stößt
Zwischen Gesetzestext und gebautem Wohnraum liegt allerdings ein weiter Weg, wie sich weiter zeigt. Ein Bericht der Non-Profit-Organisation YIMBY Law von Februar 2025 untersuchte fünf kalifornische Erleichterungsgesetze, darunter das YIGBY-Gesetz SB 4, und kam zu einem ernüchternden Befund: Bis zum Erscheinen des Berichts hatte kein einziges Projekt von der neuen Option Gebrauch gemacht. Als Gründe nennt der Bericht Auflagen zur Leistbarkeit, Vorgaben zu Arbeitsstandards und Widerstand auf lokaler Ebene. Zonierungsreformen öffnen die Tür, ob dahinter tatsächlich gebaut wird, entscheiden Finanzierung, technisches Know-how und der politische Wille vor Ort.
Ein Beispiel ganz ohne Landesgesetz
Dass es auch ohne neue Gesetze geht, zeigt ein Fall aus Mint Hill, einer Kleinstadt südöstlich von Charlotte in North Carolina. Die Shiloh Truelight Church erwirkte über ein lokales Umwidmungsverfahren die Genehmigung für die Erweiterung ihres 150 Acres großen Campus um 30 Acres. Geplant sind Wohnheime, Schulungsräume, ein Familienzentrum und zwölf Einfamilienhaus-Grundstücke, die laut dem langjährigen Pastor Mike McGee später auch für Cottages im Stil bereits bestehender kirchlicher Wohnhäuser für ukrainische Flüchtlinge genutzt werden könnten. Das Projekt versteht sich als Übergangswohnprogramm für obdachlose Personen und Familien, mit Berufsausbildung und einem suchtmittelfreien Umfeld als Grundprinzipien.
Die Genehmigung erfolgte nicht ohne Diskussion: Während Sydney Newell von One7 Ministries den Bedarf an Übergangswohnraum betonte, argumentierte Jim Ford von einer benachbarten Nachbarschaftsvereinigung, Dichte und Nutzungsart passten nicht zum halben Acre großen Grundstücksstandard der Gemeinde. Der Stadtrat genehmigte das Vorhaben dennoch.
Was das für Immobilienprofis bedeutet
Anna Granger, Immobilienmaklerin bei 1st Choice Properties in Mint Hill, sieht in solchen Projekten einen Faktor, der Vergleichswerte und Angebot in der unmittelbaren Umgebung verändern kann. Nach ihrer Einschätzung sollten Fachleute derartige Vorhaben eher wie Partnerschaften mit institutionellen Bauträgern behandeln als wie klassische Wohnimmobiliengeschäfte. Besonders bei Eigentumsfragen, Dienstbarkeiten und Grundbuchbeschränkungen rät sie zu erhöhter Sorgfalt, wenn eine religiöse Organisation als Grundeigentümerin oder Bauträgerin auftritt.
Auch die Frage, ob neu geschaffene Einheiten der Allgemeinheit offenstehen oder Gemeindemitgliedern vorbehalten bleiben, hat laut Granger praktische wie politische Bedeutung: Bleibt der Eindruck einer rein internen Nutzung bestehen, wächst die Wahrscheinlichkeit von Widerstand bei künftigen Umwidmungsverfahren.
Für einzelne Kleinstädte wie Mint Hill dürfte ein einzelnes Projekt den Markt kaum verschieben. Granger geht aber davon aus, dass sich das Bild ändert, sobald mehrere Gemeinden in derselben Region ähnliche Vorhaben verfolgen und sich die Effekte über Zeit summieren.
Quelle: Jessi Healey, „Faith-based housing is coming. Is your market ready?“, Inman, 17. Juli 2026.
Aufgeschnappt
96 Eigentumswohnungen an der Hohm-Promenade
immo 360 grad errichtet mit THE HOHM 7 aktuell 96 freifinanzierte Eigentumswohnungen am Quartiersplatz der Willi-Hohm-Promenade, in einem autofreien Umfeld mit großzügigen Gemeinschaftsflächen. Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2027 geplant, Herzstück ist ein energieeffizientes Temperierungskonzept.
Fernablesbare Zähler werden Pflicht
Ab 1. Jänner 2027 müssen laut EEffG alle Wärmemengenzähler, Heizkostenverteiler und Warmwasserzähler fernablesbar sein. Für Hausverwaltungen und Eigentümer:innen wirft das offene Kosten- und Verantwortungsfragen auf, ein kostenfreies Webinar von Techem Austria am 22. September klärt die Details.
Hitzeschutz braucht mehr als Klimaanlagen
Die IG Lebenszyklus Bau legt ein Sechs-Punkte-Programm für den Gebäudebestand vor, von vereinfachten Genehmigungsverfahren über steuerliche Anreize bis zu Entsiegelung und einer besseren Berücksichtigung im Mietrecht. Ziel ist es, Überhitzung zu verhindern und gleichzeitig den Energiebedarf zu senken.
Aufgeschnappt
250.000 Euro als Traum-Kredit
Rund 250.000 Euro sind hierzulande die Wunschsumme beim Immobilienkredit. Ein guter Gradmesser dafür, in welcher Preisklasse sich Häuslbauer und Wohnungskäufer derzeit bewegen.
Kaufkraft wandert nach Osten
RegioData Research hat die europäische Kaufkraftentwicklung von 2020 bis 2025 analysiert: In Mittel-, Ost- und Südosteuropa ist die Kaufkraft kräftig gestiegen, etablierte Märkte wie Österreich wachsen dagegen nur moderat. Für Handels- und Investmentstrategien verschiebt sich damit das Gefüge spürbar.
Gebäude werden robotik-ready
Drees & Sommer und NEURA Robotics haben eine strategische Partnerschaft geschlossen, um Gebäude für den Einsatz kognitiver Roboter vorzubereiten. Im Facility Management sollen Menschen und Maschinen zusammenarbeiten, als Antwort auf fehlende Fachkräfte, steigende Kosten und höhere Hygienestandards.
Betonexperimente am PORR Campus
20 Studierende aus sechs Ländern entwickeln heuer bis 29. August bei der Masterclass der Concrete Design Competition am PORR Campus in Wien eigene Betonrezepturen und Prototypen, darunter eine Sitzbank, die sich in einen Tisch verwandeln lässt. Organisiert wird die Woche von Beton Dialog Österreich.
Aufgeschnappt
Kurzmeldungen und Schnipsel aus der Redaktion der immobranche – aus den letzten beiden Tagen (24.08.2026 – 26.08.2026).
Investmentmarkt bricht um ein Drittel ein
Im ersten Halbjahr 2026 wurden am österreichischen Immobilieninvestmentmarkt rund 1,08 Mrd. Euro umgesetzt, ein Minus von 34 % gegenüber dem Vorjahr. Der Handel legt laut OTTO Immobilien Research um 287 % zu und stellt mit rund 31 % den größten Anteil, Büro, Wohnen und Logistik gehen deutlich zurück.
Unsanierter Altbau wird zum Ladenhüter
Immo Analytics sieht den Wiener Altbaubestand in der Krise: Verkäufe unsanierter Wohnungen in den Innenbezirken sind fast zum Stillstand gekommen. Sanierte Bestandsobjekte und Neubau erzielen dagegen stabile bis steigende Preise.
BUWOG verwertet „drygalski“ komplett
Alle 94 freifinanzierten Eigentumswohnungen im Projekt „drygalski“ sind noch vor der Fertigstellung im Herbst 2026 verkauft. Das Vorhaben liegt im Stadtentwicklungsgebiet „An der Schanze“ in Wien-Floridsdorf, die Wohnungen reichen von 45 m² bis 150 m².
Spatenstich für MABELLE in Hietzing
Real-Treuhand Immobilien hat heuer im August den Spatenstich für das Wohnensemble MABELLE gefeiert: zwei Häuser, 50 Eigentumswohnungen, 28 Tiefgaragenplätze, dazu Pool, Fitnessraum und Sauna. Fertigstellung ist für das Frühjahr 2028 geplant.
Gebäude sollen robotik-ready werden
Drees & Sommer und NEURA Robotics haben heuer eine strategische Partnerschaft geschlossen, um Gebäude für den Robotereinsatz vorzubereiten. Kognitive Roboter sollen im Facility Management gegen Fachkräftemangel, steigende Kosten und höhere Hygienestandards helfen.
Faserbewehrung gewinnt PropTech Challenge
Soul of Concrete aus Dresden gewinnt die deutsche PropTech Innovation Challenge 2026 des ULI mit einer automatisierten, korrosionsfreien 3-D-Faserbewehrung für Beton. Sie soll Kosten um bis zu 40 % senken, die Montage bis zu 20-mal beschleunigen und den CO²-Fußabdruck um bis zu 80 % reduzieren. Im September folgt das paneuropäische Finale.
Ich hab’s verschwitzt
Aha, auch Chicago hat eine stillgelegte Güterbahntrasse in einen grünen Freizeitweg verwandelt, so wie die High Line in New York – das wusste ich gar nicht. Bin ich gerade erst durch eine PR.Meldung drauf gestoßen. Aber gut! The 606, benannt nach der gemeinsamen Postleitzahlen-Kennung der Stadt, erstreckt sich die Achse auf rund 4,3 Kilometern entlang der ehemaligen Bloomingdale Line.
Gibt es eh schon seit 2015 – so lange habe ich das also nicht gekannt! Super Sache jedenfalls, weil alte Infrastruktur zu öffentlichem Raum ummodeliert wird, umliegende Grundstücke gewinnen an Attraktivität und Wert.
Bildcredit: Choose Chicago
Frisch aufgeschnappt
Kurzmeldungen und Schnipsel aus der Redaktion der immobranche – aus den letzten beiden Tagen (22. August 2026 – 24. August 2026).
Wohnbau: Erholung nur auf Pump
Der österreichische Neubaubericht erwartet heuer 30.900 fertiggestellte Wohneinheiten, deutlich unter dem Höchststand von 46.500 im Jahr 2022. Für 2027 warnt der WKÖ-Fachverband vor einem Rückfall auf rund 25.000 Einheiten, in Wien von 12.100 auf etwa 9.600.
Faserbewehrung gewinnt ULI-Challenge
Soul of Concrete aus Dresden gewinnt die deutsche PropTech Innovation Challenge 2026 des ULI mit einer korrosionsfreien 3-D-Faserbewehrung für Beton, die Kosten um bis zu 40 % senken und den CO₂-Fußabdruck um bis zu 80 % reduzieren soll. Das paneuropäische Finale folgt im September, der Gesamtsieger wird am 5. November in Dublin verkündet.
Parkhaus wird zu Wohnhaus
Ein Entwurf an der Universität Liechtenstein zeigt unter dem Titel „Wohnen im Kreislauf“, wie Betonbauteile des ehemaligen Parkhauses Lysbüchel in Basel für ein neues Wohnprojekt wiederverwendet werden können.
Plattenbau wird Einfamilienhaus
Im Standard gelesen: Plattenbauten werden zu „Einfamilienhaus-Häusern“ umgebaut. Der Ansatz nutzt bestehende Bausubstanz und schafft dabei neue Wohnformen im Bestand.
Bangkok baut Gartenbrücke
Bangkok plant eine reine Fuß- und Radbrücke über den Chao Phraya, die die Stadtteile Phra Nakhon und Thonburi verbindet. Ein goldfarbenes Metallgitter sorgt für passive Beschattung, in der Flussmitte entsteht ein öffentlicher Platz mit Gartenfläche.
Neues Fachbuch: „BIM für Facility Manager“
Im Juli 2026 wurde das Fachbuch „BIM für Facility Manager“ herausgegeben von Stefanie Radek veröffentlicht. Es ist im bSD Verlag in Zusammenarbeit mit DIN Media erschienen und bietet eine kompakte Einführung in die Anwendung der Building Information Modeling (BIM) Methode im Facility Management.
Das Autorenteam, bestehend aus Fachleuten wie Sven Axt und Michael Maaß, legt besonderen Wert auf den Praxisbezug und erläutert, wie BIM verschiedene Aspekte des Facility Managements effizienter gestalten kann. Die Publikation richtet sich an Facility Manager, Betreiberfirmen, Bauherren, sowie Studierende des Bauwesens und Facility Managements.
Das Buch beleuchtet, wie die Digitalisierung durch BIM genutzt werden kann, um Gebäude effizient zu betreiben, Informationen gezielt einzusetzen und Prozesse nachhaltig zu optimieren. Es behandelt die Lebenszyklusphasen von der digitalen Planung über die Bewirtschaftung bis hin zum digitalen Zwilling.
Ein zentrales Anliegen des Buches ist die Unterstützung bei der digitalen Transformation im Bau- und Immobilienwesen, die nicht nur technische Aspekte umfasst, sondern auch organisatorische und kulturelle Veränderungen erfordert. Lean-Ansätze und professionelles Change-Management werden als Methoden vorgestellt, um diese Transformation schrittweise zu realisieren.
„BIM für Facility Manager“ ist sowohl als Buch als auch als E-Book erhältlich. Die ISBN-Nummern sind: 978-3-410-38221-8 (DIN Media) und 978-3-910476-55-4 (bSD Verlag).
Frisch aufgeschnappt
Kurzmeldungen und Schnipsel aus der Redaktion der immobranche – aus den letzten beiden Tagen (19. – 21. August 2026).
Bauteilaktivierung als Kühl-Standard
Nach einem Hitzesommer mit bis zu 41,2 Grad Celsius fordert Beton Dialog Österreich, die thermische Bauteilaktivierung bei allen Neubauten zum Standard zu machen. Als Referenzen dienen das Plusenergiequartier Campo Breitenlee und die Wientalterrassen in Wien, die bereits fossilfrei heizen und kühlen.
RICS: Stimmung hellt sich leicht auf
Der globale Commercial Property Sentiment Index klettert im zweiten Quartal von –3 auf –1. In Deutschland verschlechtern sich die Kreditkonditionen dagegen dramatisch, von –42 % auf –70 %, und die Mehrheit der Befragten verortet den Markt im Abschwung oder am zyklischen Tiefpunkt.
Motel One kommt ins VIO PLAZA
Real-Treuhand Immobilien hat das Hotel im VIO PLAZA in Wien-Meidling langfristig an die Motel One Group verpachtet. Die 265 Zimmer ergänzen den Nutzungsmix des Quartiers aus Büro, Wohnen, Handel und Gastronomie.
Hitze verändert die Nachfrage
s REAL Immobilien beobachtet, dass Hitzewellen die Anforderungen an Wohnraum verschieben, 2024 gab es in Österreich 14 Wüstentage und 23 Tropennächte. Bis 2050 soll sich der Kühlbedarf mehr als verdoppeln, Beschattung und Kühlung werden damit zum festen Kriterium bei Suche, Planung und Sanierung.
Wiener Büromarkt bleibt wählerisch
Laut Market Beat Q2 2026 von Cushman & Wakefield CBS Austria liegt die Vermietungsleistung im ersten Halbjahr bei 64.843 m², rund die Hälfte des Jahresziels von 150.000 m². Der Leerstand moderner Flächen beträgt 4,42 %, die Spitzenmieten legten um etwa 1,8 % zu.