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Quick Review
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Die relevantesten Meldungen der letzten 7 Tage.
Immobilienpreise ziehen wieder an
ImmoScout24 verzeichnet laut aktueller Auswertung Preisanstiege bei Häusern um bis zu 8 % und bei Wohnungen um bis zu 7 %, mit deutlichen regionalen Unterschieden.
Eigentumsquote auf Tiefstand
Die Wiener Städtische meldet mit 47,3 % die niedrigste österreichische Eigentumsquote seit 20 Jahren, in Wien liegt sie sogar nur bei 19,3 %.
3D-Druck spart Beton
Im STRABAG-Reallabor zeigt der BauMinator-Pavillon, wie gezielte Materialentnahme beim 3D-Druck den Betonverbrauch um rund 40 % senkt.
Offene Fonds unter Druck
Hohe Mittelabflüsse und dünne Liquidität zwingen offene Immobilienfonds zu Anteilsaussetzungen und Notverkäufen, warnt CR Investment Management.
Revetas startet Wohnplattform Pearl
Revetas Capital wandelt das Bürohaus Reschgasse 20 in Wien in 90 Eigentumswohnungen um, die Fertigstellung ist für 2028 geplant.
Europas Gewerbemärkte erholen sich
Laut Cushman & Wakefield gelten 56 % der europäischen Märkte weiterhin als unterbewertet, die Bewertungslücke schließt sich aber zunehmend.
Palais Coburg öffnet als Gästehaus
Ab 3. August empfängt das Palais Coburg in Wien Gäste in 36 Suiten mit Spa und dem Zwei-Sterne-Restaurant Silvio Nickol.
Tirol plant Baulandabgabe
Ab 2032 sollen Gemeinden in Tirol eine freiwillige Abgabe auf unbebaute Grundstücke erheben können, um Spekulation einzudämmen.
Sanierung schützt vor Hitze
Schlecht gedämmte Häuser werden bei Hitzewellen bis zu 5 Grad wärmer, Gewerkschaft und Industrie fordern raschere thermische Sanierung.
Büros werden zu Begegnungsorten
CBRE zeigt: Flächen für sozialen Austausch im Büro haben sich seit 2021 mehr als verdoppelt, klassische Einzelarbeitsplätze nehmen ab.
SHIFT! Vom globalen Süden lernen!
Heiß! Das braucht man aktuell niemanden erklären, dass wir mit extremeren Wetterereignisen zu tun haben, aber Achtung, das ist noch nicht die Klimaerwärmung!
Aber die Hitze passte gut zu der gestrigen ÖGNI-Veranstaltung, die ich wieder moderieren durfte. Warum? Es ging um den Auftritt von SHIFT, einer internationalen Initiative, die unser Bauen radikal neu denken will. SHIFT ist Partner der ÖGNI, vermittelt über die deutsche Schwesterorganisation DGNB. Deren geschäftsführender Vorstand Christine Lemaitre hat die Initiative gemeinsam mit Thomas Auer, Professor für Gebäudetechnologie an der TU München, ins Leben gerufen.
Bauen wir noch die richtigen Gebäude?
SHIFT steht für „Southern Heritage and Insights for Transformation“ und wurde vor rund anderthalb Jahren in Paris gegründet. Die Kernthese: Die Bauwelt hat sich weltweit an einem Bild von Modernität orientiert, das aus Glas, Stahl und Beton besteht und praktisch nur mit Vollklimatisierung funktioniert. Dieses Bild wird exportiert, ohne Rücksicht auf Klima, Kultur oder lokale Ressourcen, und ist längst nicht mehr zukunftsfähig.
Christine Lemaitre zeigte das eindrücklich am Beispiel des Bosco Verticale in Mailand: gefeiert als grünes Vorzeigeprojekt, tatsächlich aber mit hohem Betonaufwand, kaum Mehrwert für die Biodiversität und einem enormen Pflegeaufwand verbunden.
Ihre These: Länder des globalen Südens bauen seit Jahrhunderten mit Hitze, Rohstoffknappheit und großen Temperaturunterschieden und haben dafür Lösungen entwickelt, die wir in Europa gerade neu lernen müssen.
Querlüftung und Deckenventilatoren statt Vollklimatisierung, regionale Materialien statt globaler Lieferketten, robuste Gebäude mit hundertjähriger Nutzungsdauer statt kurzlebiger Technik.
Fünf Erfolgsprinzipien
Aus der Gründungsdiskussion in Paris sind fünf Prinzipien entstanden, an denen sich Projekte messen lassen sollen: Abkehr von One-Fits-All-Architektur, verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, kein rein kurzfristiges Gewinndenken, Mobilität jenseits des Autos und echte soziale Verantwortung gegenüber allen Menschen im gebauten Raum, auch gegenüber Obdachlosen und Randgruppen.
Konkret arbeitet SHIFT an drei Schwerpunkten. Erstens werden jährlich gute Praxisbeispiele weltweit gesammelt und sichtbar gemacht, der Aufruf für 2027 läuft bereits. Zweitens entsteht ein Universitätsnetzwerk, das erste Kooperationsprojekt zwischen der TU München und der ETH Zürich ist bereits abgeschlossen. Drittens will SHIFT auf politischer Ebene wirken, gerade in Ländern des globalen Südens, die ihre Bauregulatorik gerade erst aufbauen und dabei im Idealfall gleich die richtigen Weichen stellen sollen, statt europäische Standards wie Passivhaus unreflektiert zu übernehmen.
Hitze – auch in Indien…
Lemaitre berichtete auch von aktuellen SHIFT-Stationen: In Bangalore und Mysuru, unter anderem beim indischen Solar Decathlon, zeigte sich, wie präsent das Hitzethema für junge Architekturschaffende bereits ist, gleichzeitig aber auch, wie sehr selbst dort in Fachkreisen wieder nach Daten und Belegen für Low-Tech-Lösungen gefragt wird. Daraus entsteht nun ein Projekt, das Kennzahlen aus 30 bis 40 guten indischen Gebäuden sammelt. In Barcelona ging es beim internationalen Architektenkongress UIA vor allem um Begrünung und Klimaanpassung im öffentlichen Raum, trotz anhaltender Dürre in Spanien.
24-Stunden-Konferenz und viel mehr
Für die kommenden Monate plant SHIFT ein Online-Trainingsmodul für Architekturbüros, eine 24-Stunden-Konferenz im kommenden Frühjahr rund um den Globus, eine Wissensausstellung zum Thema Klimatisierung mit Thomas Auer in der Pinakothek der Moderne in München, einen internationalen Runden Tisch zum Thema Lehmbau sowie eine Pilotphase namens SHIFT Resilienz, in der Low-Tech-Lösungen an Schulgebäuden getestet werden sollen. Genau dafür sucht die Initiative auch Partnerschulen in Österreich.
Mitmachen
Die Diskussion, die im Anschluss mit Andrea Rieger-Jandl (Leiterin des Masterlehrgangs Architektur Green Building an der FH Campus Wien), Daniel Fügenschuh (Präsident des Architects‘ Council of Europe) und dem in Wien tätigen ghanaischen Architekten Abdul Rauf Isahak geführt wurde, hat gezeigt: Das Thema ist in der europäischen und österreichischen Architekturausbildung zwar angekommen, bleibt aber noch ein Randthema.
Wer mehr erfahren oder sich als Büro, Universität oder Schule beteiligen möchte, findet alle Informationen unter shift.global.
Top 10 Immobilien-News Österreich (KW31)
Immobilien-News Österreich
Die relevantesten Meldungen der letzten 7 Tage (22.07. – 28.07.2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft, kuratiert aus dem redaktionellen Contentpool.
Hotelmarkt setzt auf stabile Cashflows
Laut mrp-Hotels-Report werden stabile Cashflows, Betreiberqualität und professionelles Asset-Management zum entscheidenden Kriterium für Hotelinvestitionen. Die Übernachtungszahlen stiegen in Österreich im ersten Halbjahr um 2,4 %.
Mehrheit für befristete Mietverträge
Eine ImmoScout24-Umfrage zeigt: 60 % der Österreicher wollen befristete Mietverträge beibehalten, in Wien sind es nur 48 %. 42 % halten den gesetzlichen Mietabschlag von 25 % für ausreichend.
Immobilienverkauf in zehn Minuten
Das Wiener Startup IMOTO verkauft Immobilien in zehn Minuten ohne Kosten für den Käufer. Verkäufer zahlen nur 1 % Provision, und das ausschließlich im Erfolgsfall.
Kräftiges Plus bei Wohnbaufinanzierungen
Die Raiffeisen Bausparkasse vergab im ersten Halbjahr 2026 um 10 % mehr Finanzierungen, insgesamt 418 Mio. Euro. Rund 75 % fließen in Kauf oder Sanierung von Bestandsimmobilien.
KI übernimmt Hausverwaltung autonom
Das Linzer Startup Flatwise bringt eine auf österreichisches Mietrecht trainierte KI-Hausverwaltung an den Markt. Schon über 3.000 Wohnungen nutzen die Plattform in der Pilotphase, der Marktstart folgt im August.
Wiener Zinshausmarkt: Restrukturierungen prägen 2026
Der EHL-Zinshausmarktbericht weist für 2025 ein Transaktionsvolumen von 1,3 Mrd. Euro aus. Restrukturierungen prägen zunehmend das Marktgeschehen.
Büro wird zur Kindertagesstätte
Im Büroquartier Macherei München eröffnete eine Kita mit 70 Plätzen mitten im vollvermieteten Ensemble. Aktives Asset-Management soll so die Nutzerbindung stärken.
Drohnen reinigen Fassaden und PV-Anlagen
Dussmann Austria kooperiert mit Tidly Drones und reinigt künftig Fassaden, Dächer und Photovoltaikanlagen per Drohne. Erster Einsatz ist an einer Mittelschule in Klagenfurt geplant.
Europas Investmentvolumen wächst weiter
Das europäische Immobilien-Transaktionsvolumen stieg laut Savills im 2. Quartal 2026 um 6 % auf 53 Mrd. Euro. Besonders stark wuchsen Polen (+95 %) und Finnland (+94 %).
Logistiker planen wieder Expansion
Laut CBRE wollen 51 % der europäischen Logistikunternehmen ihre Flächen in den nächsten drei Jahren erweitern. Gefragt sind vor allem energieeffiziente, automatisierungsfähige Immobilien.
Top 10 Immobilien-News Österreich, 22. Juli 2026
Immobilien-News Österreich
Die relevantesten Meldungen der letzten 7 Tage (15.07. – 22.07.2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft, von Markt- und Investmentnews bis Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit.
Markt-News
ECE: Shopping-Center gut vermietet
ECE zieht zum Halbjahr eine positive Vermietungsbilanz in seinen Shopping-Centern und meldet stabile Nachfrage im Einzelhandel.
Markt-News
Salzkammergut bleibt wertstabil
Wohnimmobilien im Salzkammergut zeigen sich laut aktueller Marktanalyse auch 2026 preisstabil, die Region bleibt gefragt.
Innovation
Nachtlüftung statt Klimaanlage
Ein saniertes Winzerhaus in Krems zeigt, wie ventilative Kühlung durch gezielte Nachtlüftung den sommerlichen Energiebedarf senkt.
Markt-News
Mieten steigen, Angebot bricht ein
Laut IW-Analyse steigen die Mieten um vier Prozent, während das Angebot seit 2022 um bis zu 57 Prozent eingebrochen ist.
Markt-News
Bauwirtschaft erreicht wohl Tiefpunkt
Die EY-Parthenon Bauprognose sieht Österreichs Bauwirtschaft 2026 am Tiefpunkt, der Wohnungsbau bleibt jedoch weiter unter Druck.
Stadtentwicklung
Wien zwischen Wachstum und Klima
Wiens Stadtplanung steht im Spannungsfeld zwischen anhaltendem Bevölkerungswachstum und den Anforderungen der Klimakrise.
Nachhaltigkeit
Sanierungsprojekte im Vergleich
Von Alt-Erlaa bis Bludenz: aktuelle Sanierungsprojekte in Österreich senken den Heizwärmebedarf um bis zu 88 Prozent.
Hospitality
Aus Lamarr wird Grand Museum
Das frühere Signa-Projekt an der Mariahilfer Straße wird als „Grand Museum Residences“ mit Fünf-Sterne-Hotel und Dachpark weitergebaut, Fertigstellung Anfang 2028.
Markt-News
Wohnungsmärkte Europas im Vergleich
Eine Studie von bulwiengesa und Berlin Hyp vergleicht erstmals sieben europäische Wohnungsmärkte und zeigt ähnliche Herausforderungen bei Mieten und Neubau.
Markt-News
Investoren kehren zurück
Internationale Immobilieninvestoren melden laut aktuellen Berichten ein Comeback am österreichischen Markt.
Und wieder News im Überblick
Immobilien-News Österreich
Die relevantesten Meldungen der letzten 7 Tage (8. – 15. Juli 2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft: Markttrends bei Investment, Wohnen und Gewerbe, ergänzt um Hospitality, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung.
Kärnten: Wohnbauförderung voll zweckgebunden
In Kärnten fließen rund 150 Millionen Euro Wohnbauförderung fast vollständig in den gemeinnützigen Wohnbau, bereits 52 % des Mietwohnungsbaus stammen von gemeinnützigen Trägern.
Soravia baut Hotelprojekt am Traunsee
Nach langer Diskussion wird das Hotelprojekt am ehemaligen Seebahnhof in Gmunden realisiert: 110 Hotelzimmer, 90 Wohnungen, rund 170 Mio. Euro Investitionsvolumen, Baustart Frühjahr 2027.
Kleinere Wohnungen für mehr Klimaschutz
Eine Studie mit TU-Graz-Beteiligung zeigt: Schon zwei Quadratmeter weniger Wohnfläche pro Person hätten den größten Hebel, um die EU-Klimaziele im Gebäudesektor bis 2050 zu erreichen.
Indigenous-led Wohnprojekt in Vancouver
Das Mietwohnprojekt Sen̓áḵw entsteht auf traditionellem Territorium der Sḵwx̱wú7mesh-Nation in Vancouver und verbindet nachhaltiges, fußgängerfreundliches Wohnen mit dem kulturellen Erbe der Ureinwohner.
Investmentmarkt startet verhalten ins Jahr
Laut EHL-Marktupdate lag das Transaktionsvolumen am österreichischen Immobilieninvestmentmarkt im ersten Halbjahr 2026 bei rund 1,15 Mrd. Euro, knapp unter dem Vorjahreswert.
Offene Immobilienfonds verkaufen weiter ab
Seit 2023 flossen den offenen Immobilienfonds fast 5 Mrd. Euro an Anlegergeldern ab, seither wurden bereits Objekte im Wert von 1,5 Mrd. Euro veräußert, betroffen ist u. a. der Fonds LLB Semper Real Estate.
Auszeichnung für regeneratives Bauen
Das Studio tono Inc. gewinnt bei den Architizer A+ Awards 2026 den Titel „Best in Sustainability“ für ein Konzept, das Pilznetzwerke und traditionelle japanische Bauweisen in zeitgenössische Architektur integriert.
Logistikmarkt Wien: Leerstand sinkt erstmals
Die Leerstandsquote am Wiener Logistikmarkt sank im ersten Halbjahr 2026 erstmals seit Jahren auf 9 %, CBRE bleibt mit über 50 % Marktanteil führend bei einer Spitzenmiete von 7,25 €/m².
Wiener Gewerbemarkt zeigt sich stabil
OTTO Immobilien zieht eine vorsichtig optimistische Halbjahresbilanz: Die Büro-Spitzenmiete erreicht mit 29,50 €/m²/Monat einen Höchststand, die Leerstandsquote liegt bei rund 4,4 %.
Wiener Mieten steigen weiter kräftig
Laut Immo-Analytics-Halbjahresbericht ziehen die Mieten in Wien wegen knappen Neubauvolumens weiter an, während sich Käufer zunehmend Premium-Immobilien und sanierten Altbauwohnungen zuwenden.
News im Überblick
Top 10 Immobilien-News Österreich
Die relevantesten Meldungen der letzten 14 Tage (27. Juni – 11. Juli 2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft – von Investmentmarkt über Wohnprojekte bis PropTech und Hospitality.
Investmentmarkt hält die Stellung
EHL-Marktupdate: Österreichs Immobilieninvestmentvolumen liegt im 1. Halbjahr 2026 bei rund 1,15 Mrd. Euro – nur knapp unter dem Vorjahreswert.
Fonds-Abverkauf hält an
Offene Immobilienfonds verkaufen weiter: Seit Oktober 2023 wurden bereits Objekte um 1,5 Mrd. Euro veräußert, am stärksten betroffen ist der LLB Semper Real Estate Fonds.
Wiener Mieten explodieren weiter
Immo-Analytics-Halbjahresbericht: Neubaumieten steigen in fast allen Bezirken stärker als die Inflation, Käufer wandern zunehmend zu Premium-Immobilien.
Wohnen bleibt Lieblings-Assetklasse
BNP Paribas Real Estate: Wohnportfolios waren im 1. Halbjahr 2026 die stärkste Assetklasse – 4,4 Mrd. Euro flossen in Pakete ab 30 Einheiten.
Ruf nach einheitlichen Bau-Daten
Die ÖGNI fordert verbindliche, standardisierte Datenerfassung für Gebäude – nötig, um EU-Vorgaben wie Taxonomie, CSRD und EPBD überhaupt umsetzen zu können.
Smarter Turm in der Donau City
Pocket House digitalisiert den neuen DC2 Tower der Commerz Real und baut damit seine PropTech-Präsenz in Wiens Donau City weiter aus.
Sonnenstrom auch bei Nacht
Heizma startet die Energiegemeinschaft „Teilma“: Photovoltaik plus Speicher decken bis zu 98 % des Mitgliederbedarfs – auch ohne eigene PV-Anlage.
Hotel-Comeback in Wien
Crowne Plaza kehrt nach Österreich zurück: IHG eröffnet im 6. Bezirk einen von David Chipperfield entworfenen Neubau mit 195 Zimmern, Ende Q3 2026.
Zement wird grüner
Holcim Österreich aktualisiert seine Umweltproduktdeklarationen: Der CO₂-Fußabdruck von Zement & Betonzusatzstoffen sinkt um über 17 % gegenüber Branchenwerten.
Stille als neuer Luxus
„Quietcations“: Beim Alpine Hospitality Summit 2026 setzen Häuser wie Refugium Lunz auf Ruhe und Entschleunigung statt Masse – und erzielen damit höhere Preise.
Aufschwung trifft auf Handelsflächen unter Druck
Der Gewerbeimmobilienmarkt in Österreich zeigt sich 2026 auf Erholungskurs. Laut CBRE stieg das Investmentvolumen 2025 auf 4,1 Milliarden Euro, ein Plus von 40 Prozent. Wien allein kam auf 3,1 Milliarden Euro. Größere Transaktionen wie der Verkauf des Bürogebäudes Business Center Muthgasse in Wien-Döbling und des Komplexes Arcade Meidling belegen die wachsende Investorennachfrage.
Im Einzelhandel geht die Entwicklung auseinander. Toplagen wie die Wiener Innenstadt profitieren von internationalen Marken und Spitzenmieten um 380 Euro pro Quadratmeter, während abseits davon rund zehn Prozent der Fachmarktflächen leer stehen, trotz weiterer Expansion von Diskontern wie Action und Woolworth.
Mehr Transparenz bringt ein neues Dashboard der Oesterreichischen Nationalbank, das erstmals rund 50 Indikatoren zu Österreichs 285.000 Gewerbeimmobilien öffentlich zugänglich macht.
Österreich belohnt Eigenheimbesitzer
Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) sorgt in Deutschland gerade für Aufsehen: Wer dort eine Immobilie kauft und selbst einzieht, zahlt am Ende drauf, und zwar bis zu 87.000 Euro mehr als ein Anleger, der dieselbe Wohnung vermietet. Für Österreich liefert die Studie einen Nebenbefund, der hierzulande zu wenig Beachtung findet: Anders als beim großen Nachbarn wird Wohneigentum in Österreich steuerlich nicht benachteiligt, sondern leicht bevorzugt. Der Vorsprung ist allerdings kleiner, als man erwarten würde, und aktuelle politische Entwicklungen drohen ihn noch zu schmälern.
Die Grundidee: Wohnen als Investition oder als Konsumgut
Die IW-Ökonomen Michael Voigtländer und Lisa Wagner rechnen in ihrer Studie ein Standardbeispiel durch: eine Bestandswohnung um 300.000 Euro, finanziert zu 80 Prozent mit Kredit, gehalten über 15 Jahre. Einmal wird sie vermietet, einmal selbst bewohnt. Der Unterschied liegt darin, wie die jeweiligen Länder Wohneigentum steuerlich behandeln: als Investitionsgut, bei dem Mieteinnahmen versteuert, aber auch Kosten wie Abschreibung, Zinsen und Instandhaltung geltend gemacht werden können, oder als Konsumgut, bei dem beides entfällt. In Deutschland gilt für Selbstnutzer Letzteres, während Vermieter kräftig von Abschreibungsmöglichkeiten profitieren. Das treibt dort die Rendite der Vermietung auf 7,1 Prozent, während Selbstnutzer nur auf 5,0 Prozent kommen, in Metropolen ist der Abstand mit rund drei Prozentpunkten sogar noch größer.
Österreich liegt im europäischen Mittelfeld, mit leichtem Vorteil fürs Eigenheim
Im Ländervergleich der Studie, der neben Deutschland auch die Niederlande, Dänemark, Belgien, Frankreich und Irland umfasst, ist Österreich das Land mit dem knappsten Vorsprung für Selbstnutzer. Nach dem Modell der Autoren erzielen Vermieter in Österreich eine Rendite von 6,8 Prozent, Selbstnutzer 7,8 Prozent, ein Vorteil von etwa einem Prozentpunkt. Zum Vergleich: In den Niederlanden liegt die Selbstnutzungsrendite mit rund 12 Prozent fast fünfmal so hoch wie jene der Vermietung, auch in Irland und Belgien ist der Abstand mit acht beziehungsweise vier Prozentpunkten deutlich größer. Österreich gehört damit zwar zu den Ländern, die dem Eigenheim keine steuerlichen Steine in den Weg legen, tut das aber vergleichsweise zurückhaltend.
Ausschlaggebend sind drei Stellschrauben im österreichischen Steuerrecht, die die Studie skizziert. Erstens die Kaufnebenkosten: Sie liegen laut Modell pauschal bei 7 Prozent des Kaufpreises, unabhängig davon, ob die Immobilie vermietet oder selbst bewohnt wird, deutlich unter den bis zu 32.500 Euro, die in NRW allein an Grunderwerbsteuer für eine 500.000-Euro-Immobilie anfallen. Zweitens die laufende Besteuerung: Mieteinnahmen werden in der Modellrechnung mit 48 Prozent versteuert, Vermieter können aber eine Abschreibung von 1,5 Prozent pro Jahr auf 80 Prozent des Gebäudewerts geltend machen. Drittens der Verkauf: Während der Hauptwohnsitz beim Verkauf steuerfrei bleibt, fällt bei vermieteten Immobilien die 30-prozentige Immobilienertragsteuer an. Diese Kombination aus vergleichsweise niedrigen Erwerbsnebenkosten und einer spürbaren Besteuerung von Vermietungsgewinnen sorgt dafür, dass sich Eigennutzung in Österreich unter dem Strich etwas mehr lohnt als Vermietung, wenn auch nur leicht.
Aktuelle Politik: Der bestehende Vorteil bröckelt gerade
Während die IW-Studie den Status quo beschreibt, verändert sich die Ausgangslage in Österreich derzeit selbst. Seit 1. Juli 2024 waren Grundbucheintragungsgebühr (1,1 Prozent) und Pfandrechtseintragungsgebühr (1,2 Prozent) beim Kauf eines Hauptwohnsitzes bis zu einer Bemessungsgrundlage von 500.000 Euro befreit, ein Vorteil von bis zu rund 11.500 Euro für Selbstnutzer. Diese befristete Regelung ist am 30. Juni 2026, also erst wenige Tage vor Veröffentlichung der IW-Studie, ausgelaufen. Käufer, die jetzt einen Hauptwohnsitz erwerben, zahlen die Gebühren wieder voll.
Eine weitergehende Entlastung ist zwar im Regierungsprogramm 2025 bis 2029 angekündigt: Die Abschaffung der Grunderwerbsteuer beim Erwerb des ersten Eigenheims soll geprüft werden. Ein Gesetzentwurf liegt dafür bislang aber nicht vor, und Fachleute rechnen aufgrund der damit verbundenen Einnahmeausfälle für Bund und Länder frühestens mittelfristig mit einer Umsetzung. Der ohnehin schon moderate steuerliche Vorteil für Selbstnutzer, den die IW-Studie für Österreich errechnet, dürfte sich damit im laufenden Jahr eher verkleinern als vergrößern.
Einordnung: Wenig Grund zur Entwarnung
Der internationale Vergleich zeigt Österreich also nicht als Belastungsfall wie Deutschland, aber auch nicht als Vorzeigeland wie die Niederlande oder Irland. Das passt zum Befund, dass die heimische Wohneigentumsquote mit rund 51 bis 55 Prozent zwar über dem deutschen Wert von 44 Prozent liegt, den EU-Schnitt von rund 70 Prozent aber ebenfalls deutlich verfehlt. Die IW-Autoren empfehlen Deutschland als Ausweg unter anderem eine Differenzierung der Grunderwerbsteuer zugunsten von Selbstnutzern, wie sie in mehreren Vergleichsländern bereits Praxis ist. Genau eine solche Differenzierung fehlt aber auch im österreichischen Steuerrecht bis heute: Die Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent gilt unabhängig von der Nutzungsart. Der leichte steuerliche Vorsprung des Eigenheims in Österreich entsteht damit vor allem über die Besteuerung der laufenden Mieteinnahmen und den Verkaufsgewinn, nicht über eine gezielte Förderung von Käufern. Ob die im Regierungsprogramm angekündigte Prüfung einer Ersterwerbs-Befreiung daran künftig etwas ändert, bleibt offen.
Start-up Challenge beim ÖGNI Symposium 2026
Die ÖGNI vergibt in Kooperation mit der Nachhaltigkeitsplattform Orbyz 12 kostenfreie Ausstellungsplätze beim ÖGNI Symposium 2026 an innovative Start-ups. Das Symposium findet am 22. Oktober 2026 unter dem Motto „Sustainability: Turning Intentions into Impact“ im Wiener Ronacher Theater statt, mit rund 800 Entscheidungsträger:innen der Branche als Publikum.
Voraussetzungen
- Neu am Markt
- Tätig in einem der Bereiche: Energie, Abfall, Ressourcen, Mobilität oder Tourismus
- Echte Innovation mit Bezug zur Bau- und Immobilienbranche
So bewirbst du dich
- Registriere dein Start-up auf orbyz.world
- Klicke im Start-up-Challenge-Highlight auf „Join now“ und dann auf „Contribute“
- Stell dein Unternehmen, Produkt und deine Vision vor, gerne mit Bildern
- Aktiviere deine Community: Die Votingphase startet im Sommer auf Orbyz!
Bewerbungsschluss: 31. Juli 2026. Je früher du dich bewirbst, desto mehr Sichtbarkeit bekommt dein Start-up vor dem Voting.
Alle Infos: ogni.at/aktivitaeten/symposium
Die neue IMMOBILIENWIRTSCHAFT
BK werden zentrales Thema
Der MVDI (Marketing‑Vereinigung deutscher Immobilienunternehmen) hat gemeinsam mit der Bauakademie Performance GmbH den ImmoBench‑Marktbericht 2025 veröffentlicht, der zeigt, dass die durchschnittlichen Betriebskosten für Wohnimmobilien im Median von 2,32 €/m²·Monat im Vorjahr auf 2,69 €/m²·Monat gestiegen sind – ein Anstieg von rund 16 % und insbesondere bei warmen Betriebskosten um etwa 42 %. Diese Entwicklung macht Betriebskosten zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor für Wohnungsunternehmen.
Klassifizierung für Green Leases
Die gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. hat ein neues System zur Bewertung nachhaltiger gewerblicher Mietverträge vorgestellt. Die „Green Lease Klassifizierung nach gif“ soll ESG-Regelungen in Mietverträgen erstmals standardisiert, vergleichbar und nachvollziehbar bewerten.
Das Modell basiert auf einem Sterne-System und berücksichtigt sowohl die rechtliche Verbindlichkeit als auch die ökologische Relevanz einzelner Vertragsklauseln.
★ Green Lease (50–65 % der Punkte): grundlegende Maßnahmen mit Sensibilisierungscharakter
★★ Green Lease (65–80 %): verbindliche Vereinbarungen mit messbaren Nachhaltigkeitseffekten
★★★ Green Lease (ab 80 %): besonders ambitionierte Vertragsgestaltung mit klaren KPIs und Vorbildfunktion im Markt
Die Methodik basiert auf einem differenzierten Punktesystem, das zwischen unverbindlichen Bemühungsklauseln (1 Punkt) und rechtlich bindenden Verpflichtungsklauseln (2 Punkte) unterscheidet. Ergänzend erfolgt eine Gewichtung nach ökologischer Relevanz der jeweiligen Regelung. Das Online-Tool ist ab sofort verfügbar.
3D-Druck trifft Modulbau
Jetzt habe ich etwas Tolles gelesen, das zwei Technologien verbindet: Modulbau und 3D-Druck.
Das Architekturbüro KTGY hat ein Konzept namens Hexagon House entwickelt, das genau diese Kombination konsequent durchdenkt. Bisher war 3D-Druck im Wohnbau fast ausschließlich bei eingeschossigen Einfamilienhäusern im Einsatz. Der Grund: Beton als Material ist schwer, trocknungsintensiv und lässt sich schwer transportieren. Das Konzept löst dieses Problem elegant, indem die Module nicht auf der Baustelle gedruckt werden, sondern in der Fabrik. Dort kommen neue Materialien zum Einsatz, zum Beispiel Geopolymere, Biokunststoffe und Recyclingmaterialien. Die fertigen Module werden dann gestapelt, zu drei- oder viergeschossigen Mehrfamilienhäusern.
Handelsimmobilien
Peek & Cloppenburg prüft Verkauf in Kärntner Straße
Im letzten Newsletter berichtete die deutsche Immobilienzeitung: „Die Eigentümerfamilie von Peek & Cloppenburg Düsseldorf prüft einen Verkauf der Peek-&-Cloppenburg-Filiale auf der Kärntner Straße in Wien. Der Asset-Manager der Familie, Midstad, hat Angebote eingeholt. Das Modekaufhaus wurde vom Architekturbüro David Chipperfield entworfen und könnte 300 Mio. Euro einbringen.“
Was in Deutschland passiert: Der digitale Notarvertrag kommt
Der klassische Papiervertrag beim Notar hat in Deutschland ausgedient – zumindest optional. Der Deutsche Bundestag hat am 7. Mai 2026 ein Gesetz zur Digitalisierung des Vollzugs von Immobilienverträgen beschlossen.
Die Reform hat zwei Seiten: Notare können künftig ein elektronisches Dokument auch direkt beim persönlichen Termin erstellen, beurkunden und digital signieren. Und alles, was danach kommt, also Mitteilungen an Grundbuchamt, Finanzverwaltung und Banken, soll ebenfalls vollständig digital laufen. Bürger:innen profitieren von einem beschleunigten Vollzug von Immobilienverträgen und zügigeren Eigentumsumschreibungen im Grundbuch.
In Österreich ist eine vergleichbare Reform noch nicht in Sicht. Dabei gelten eigentlich dieselben Argumente: weniger Bürokratie, kürzere Wartezeiten, mehr Flexibilität. Deutschland zeigt, dass es geht.
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Eigentumsquote auf Tiefstand
Die Wiener Städtische meldet mit 47,3 % die niedrigste österreichische Eigentumsquote seit 20 Jahren, in Wien liegt sie sogar nur bei 19,3 %.
3D-Druck spart Beton
Im STRABAG-Reallabor zeigt der BauMinator-Pavillon, wie gezielte Materialentnahme beim 3D-Druck den Betonverbrauch um rund 40 % senkt.
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Hohe Mittelabflüsse und dünne Liquidität zwingen offene Immobilienfonds zu Anteilsaussetzungen und Notverkäufen, warnt CR Investment Management.
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Europas Gewerbemärkte erholen sich
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Palais Coburg öffnet als Gästehaus
Ab 3. August empfängt das Palais Coburg in Wien Gäste in 36 Suiten mit Spa und dem Zwei-Sterne-Restaurant Silvio Nickol.
Tirol plant Baulandabgabe
Ab 2032 sollen Gemeinden in Tirol eine freiwillige Abgabe auf unbebaute Grundstücke erheben können, um Spekulation einzudämmen.
Sanierung schützt vor Hitze
Schlecht gedämmte Häuser werden bei Hitzewellen bis zu 5 Grad wärmer, Gewerkschaft und Industrie fordern raschere thermische Sanierung.
Büros werden zu Begegnungsorten
CBRE zeigt: Flächen für sozialen Austausch im Büro haben sich seit 2021 mehr als verdoppelt, klassische Einzelarbeitsplätze nehmen ab.
SHIFT! Vom globalen Süden lernen!
Heiß! Das braucht man aktuell niemanden erklären, dass wir mit extremeren Wetterereignisen zu tun haben, aber Achtung, das ist noch nicht die Klimaerwärmung!
Aber die Hitze passte gut zu der gestrigen ÖGNI-Veranstaltung, die ich wieder moderieren durfte. Warum? Es ging um den Auftritt von SHIFT, einer internationalen Initiative, die unser Bauen radikal neu denken will. SHIFT ist Partner der ÖGNI, vermittelt über die deutsche Schwesterorganisation DGNB. Deren geschäftsführender Vorstand Christine Lemaitre hat die Initiative gemeinsam mit Thomas Auer, Professor für Gebäudetechnologie an der TU München, ins Leben gerufen.
Bauen wir noch die richtigen Gebäude?
SHIFT steht für „Southern Heritage and Insights for Transformation“ und wurde vor rund anderthalb Jahren in Paris gegründet. Die Kernthese: Die Bauwelt hat sich weltweit an einem Bild von Modernität orientiert, das aus Glas, Stahl und Beton besteht und praktisch nur mit Vollklimatisierung funktioniert. Dieses Bild wird exportiert, ohne Rücksicht auf Klima, Kultur oder lokale Ressourcen, und ist längst nicht mehr zukunftsfähig.
Christine Lemaitre zeigte das eindrücklich am Beispiel des Bosco Verticale in Mailand: gefeiert als grünes Vorzeigeprojekt, tatsächlich aber mit hohem Betonaufwand, kaum Mehrwert für die Biodiversität und einem enormen Pflegeaufwand verbunden.
Ihre These: Länder des globalen Südens bauen seit Jahrhunderten mit Hitze, Rohstoffknappheit und großen Temperaturunterschieden und haben dafür Lösungen entwickelt, die wir in Europa gerade neu lernen müssen.
Querlüftung und Deckenventilatoren statt Vollklimatisierung, regionale Materialien statt globaler Lieferketten, robuste Gebäude mit hundertjähriger Nutzungsdauer statt kurzlebiger Technik.
Fünf Erfolgsprinzipien
Aus der Gründungsdiskussion in Paris sind fünf Prinzipien entstanden, an denen sich Projekte messen lassen sollen: Abkehr von One-Fits-All-Architektur, verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, kein rein kurzfristiges Gewinndenken, Mobilität jenseits des Autos und echte soziale Verantwortung gegenüber allen Menschen im gebauten Raum, auch gegenüber Obdachlosen und Randgruppen.
Konkret arbeitet SHIFT an drei Schwerpunkten. Erstens werden jährlich gute Praxisbeispiele weltweit gesammelt und sichtbar gemacht, der Aufruf für 2027 läuft bereits. Zweitens entsteht ein Universitätsnetzwerk, das erste Kooperationsprojekt zwischen der TU München und der ETH Zürich ist bereits abgeschlossen. Drittens will SHIFT auf politischer Ebene wirken, gerade in Ländern des globalen Südens, die ihre Bauregulatorik gerade erst aufbauen und dabei im Idealfall gleich die richtigen Weichen stellen sollen, statt europäische Standards wie Passivhaus unreflektiert zu übernehmen.
Hitze – auch in Indien…
Lemaitre berichtete auch von aktuellen SHIFT-Stationen: In Bangalore und Mysuru, unter anderem beim indischen Solar Decathlon, zeigte sich, wie präsent das Hitzethema für junge Architekturschaffende bereits ist, gleichzeitig aber auch, wie sehr selbst dort in Fachkreisen wieder nach Daten und Belegen für Low-Tech-Lösungen gefragt wird. Daraus entsteht nun ein Projekt, das Kennzahlen aus 30 bis 40 guten indischen Gebäuden sammelt. In Barcelona ging es beim internationalen Architektenkongress UIA vor allem um Begrünung und Klimaanpassung im öffentlichen Raum, trotz anhaltender Dürre in Spanien.
24-Stunden-Konferenz und viel mehr
Für die kommenden Monate plant SHIFT ein Online-Trainingsmodul für Architekturbüros, eine 24-Stunden-Konferenz im kommenden Frühjahr rund um den Globus, eine Wissensausstellung zum Thema Klimatisierung mit Thomas Auer in der Pinakothek der Moderne in München, einen internationalen Runden Tisch zum Thema Lehmbau sowie eine Pilotphase namens SHIFT Resilienz, in der Low-Tech-Lösungen an Schulgebäuden getestet werden sollen. Genau dafür sucht die Initiative auch Partnerschulen in Österreich.
Mitmachen
Die Diskussion, die im Anschluss mit Andrea Rieger-Jandl (Leiterin des Masterlehrgangs Architektur Green Building an der FH Campus Wien), Daniel Fügenschuh (Präsident des Architects‘ Council of Europe) und dem in Wien tätigen ghanaischen Architekten Abdul Rauf Isahak geführt wurde, hat gezeigt: Das Thema ist in der europäischen und österreichischen Architekturausbildung zwar angekommen, bleibt aber noch ein Randthema.
Wer mehr erfahren oder sich als Büro, Universität oder Schule beteiligen möchte, findet alle Informationen unter shift.global.
Top 10 Immobilien-News Österreich (KW31)
Immobilien-News Österreich
Die relevantesten Meldungen der letzten 7 Tage (22.07. – 28.07.2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft, kuratiert aus dem redaktionellen Contentpool.
Hotelmarkt setzt auf stabile Cashflows
Laut mrp-Hotels-Report werden stabile Cashflows, Betreiberqualität und professionelles Asset-Management zum entscheidenden Kriterium für Hotelinvestitionen. Die Übernachtungszahlen stiegen in Österreich im ersten Halbjahr um 2,4 %.
Mehrheit für befristete Mietverträge
Eine ImmoScout24-Umfrage zeigt: 60 % der Österreicher wollen befristete Mietverträge beibehalten, in Wien sind es nur 48 %. 42 % halten den gesetzlichen Mietabschlag von 25 % für ausreichend.
Immobilienverkauf in zehn Minuten
Das Wiener Startup IMOTO verkauft Immobilien in zehn Minuten ohne Kosten für den Käufer. Verkäufer zahlen nur 1 % Provision, und das ausschließlich im Erfolgsfall.
Kräftiges Plus bei Wohnbaufinanzierungen
Die Raiffeisen Bausparkasse vergab im ersten Halbjahr 2026 um 10 % mehr Finanzierungen, insgesamt 418 Mio. Euro. Rund 75 % fließen in Kauf oder Sanierung von Bestandsimmobilien.
KI übernimmt Hausverwaltung autonom
Das Linzer Startup Flatwise bringt eine auf österreichisches Mietrecht trainierte KI-Hausverwaltung an den Markt. Schon über 3.000 Wohnungen nutzen die Plattform in der Pilotphase, der Marktstart folgt im August.
Wiener Zinshausmarkt: Restrukturierungen prägen 2026
Der EHL-Zinshausmarktbericht weist für 2025 ein Transaktionsvolumen von 1,3 Mrd. Euro aus. Restrukturierungen prägen zunehmend das Marktgeschehen.
Büro wird zur Kindertagesstätte
Im Büroquartier Macherei München eröffnete eine Kita mit 70 Plätzen mitten im vollvermieteten Ensemble. Aktives Asset-Management soll so die Nutzerbindung stärken.
Drohnen reinigen Fassaden und PV-Anlagen
Dussmann Austria kooperiert mit Tidly Drones und reinigt künftig Fassaden, Dächer und Photovoltaikanlagen per Drohne. Erster Einsatz ist an einer Mittelschule in Klagenfurt geplant.
Europas Investmentvolumen wächst weiter
Das europäische Immobilien-Transaktionsvolumen stieg laut Savills im 2. Quartal 2026 um 6 % auf 53 Mrd. Euro. Besonders stark wuchsen Polen (+95 %) und Finnland (+94 %).
Logistiker planen wieder Expansion
Laut CBRE wollen 51 % der europäischen Logistikunternehmen ihre Flächen in den nächsten drei Jahren erweitern. Gefragt sind vor allem energieeffiziente, automatisierungsfähige Immobilien.
Top 10 Immobilien-News Österreich, 22. Juli 2026
Immobilien-News Österreich
Die relevantesten Meldungen der letzten 7 Tage (15.07. – 22.07.2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft, von Markt- und Investmentnews bis Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit.
Markt-News
ECE: Shopping-Center gut vermietet
ECE zieht zum Halbjahr eine positive Vermietungsbilanz in seinen Shopping-Centern und meldet stabile Nachfrage im Einzelhandel.
Markt-News
Salzkammergut bleibt wertstabil
Wohnimmobilien im Salzkammergut zeigen sich laut aktueller Marktanalyse auch 2026 preisstabil, die Region bleibt gefragt.
Innovation
Nachtlüftung statt Klimaanlage
Ein saniertes Winzerhaus in Krems zeigt, wie ventilative Kühlung durch gezielte Nachtlüftung den sommerlichen Energiebedarf senkt.
Markt-News
Mieten steigen, Angebot bricht ein
Laut IW-Analyse steigen die Mieten um vier Prozent, während das Angebot seit 2022 um bis zu 57 Prozent eingebrochen ist.
Markt-News
Bauwirtschaft erreicht wohl Tiefpunkt
Die EY-Parthenon Bauprognose sieht Österreichs Bauwirtschaft 2026 am Tiefpunkt, der Wohnungsbau bleibt jedoch weiter unter Druck.
Stadtentwicklung
Wien zwischen Wachstum und Klima
Wiens Stadtplanung steht im Spannungsfeld zwischen anhaltendem Bevölkerungswachstum und den Anforderungen der Klimakrise.
Nachhaltigkeit
Sanierungsprojekte im Vergleich
Von Alt-Erlaa bis Bludenz: aktuelle Sanierungsprojekte in Österreich senken den Heizwärmebedarf um bis zu 88 Prozent.
Hospitality
Aus Lamarr wird Grand Museum
Das frühere Signa-Projekt an der Mariahilfer Straße wird als „Grand Museum Residences“ mit Fünf-Sterne-Hotel und Dachpark weitergebaut, Fertigstellung Anfang 2028.
Markt-News
Wohnungsmärkte Europas im Vergleich
Eine Studie von bulwiengesa und Berlin Hyp vergleicht erstmals sieben europäische Wohnungsmärkte und zeigt ähnliche Herausforderungen bei Mieten und Neubau.
Markt-News
Investoren kehren zurück
Internationale Immobilieninvestoren melden laut aktuellen Berichten ein Comeback am österreichischen Markt.
Und wieder News im Überblick
Immobilien-News Österreich
Die relevantesten Meldungen der letzten 7 Tage (8. – 15. Juli 2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft: Markttrends bei Investment, Wohnen und Gewerbe, ergänzt um Hospitality, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung.
Kärnten: Wohnbauförderung voll zweckgebunden
In Kärnten fließen rund 150 Millionen Euro Wohnbauförderung fast vollständig in den gemeinnützigen Wohnbau, bereits 52 % des Mietwohnungsbaus stammen von gemeinnützigen Trägern.
Soravia baut Hotelprojekt am Traunsee
Nach langer Diskussion wird das Hotelprojekt am ehemaligen Seebahnhof in Gmunden realisiert: 110 Hotelzimmer, 90 Wohnungen, rund 170 Mio. Euro Investitionsvolumen, Baustart Frühjahr 2027.
Kleinere Wohnungen für mehr Klimaschutz
Eine Studie mit TU-Graz-Beteiligung zeigt: Schon zwei Quadratmeter weniger Wohnfläche pro Person hätten den größten Hebel, um die EU-Klimaziele im Gebäudesektor bis 2050 zu erreichen.
Indigenous-led Wohnprojekt in Vancouver
Das Mietwohnprojekt Sen̓áḵw entsteht auf traditionellem Territorium der Sḵwx̱wú7mesh-Nation in Vancouver und verbindet nachhaltiges, fußgängerfreundliches Wohnen mit dem kulturellen Erbe der Ureinwohner.
Investmentmarkt startet verhalten ins Jahr
Laut EHL-Marktupdate lag das Transaktionsvolumen am österreichischen Immobilieninvestmentmarkt im ersten Halbjahr 2026 bei rund 1,15 Mrd. Euro, knapp unter dem Vorjahreswert.
Offene Immobilienfonds verkaufen weiter ab
Seit 2023 flossen den offenen Immobilienfonds fast 5 Mrd. Euro an Anlegergeldern ab, seither wurden bereits Objekte im Wert von 1,5 Mrd. Euro veräußert, betroffen ist u. a. der Fonds LLB Semper Real Estate.
Auszeichnung für regeneratives Bauen
Das Studio tono Inc. gewinnt bei den Architizer A+ Awards 2026 den Titel „Best in Sustainability“ für ein Konzept, das Pilznetzwerke und traditionelle japanische Bauweisen in zeitgenössische Architektur integriert.
Logistikmarkt Wien: Leerstand sinkt erstmals
Die Leerstandsquote am Wiener Logistikmarkt sank im ersten Halbjahr 2026 erstmals seit Jahren auf 9 %, CBRE bleibt mit über 50 % Marktanteil führend bei einer Spitzenmiete von 7,25 €/m².
Wiener Gewerbemarkt zeigt sich stabil
OTTO Immobilien zieht eine vorsichtig optimistische Halbjahresbilanz: Die Büro-Spitzenmiete erreicht mit 29,50 €/m²/Monat einen Höchststand, die Leerstandsquote liegt bei rund 4,4 %.
Wiener Mieten steigen weiter kräftig
Laut Immo-Analytics-Halbjahresbericht ziehen die Mieten in Wien wegen knappen Neubauvolumens weiter an, während sich Käufer zunehmend Premium-Immobilien und sanierten Altbauwohnungen zuwenden.
News im Überblick
Top 10 Immobilien-News Österreich
Die relevantesten Meldungen der letzten 14 Tage (27. Juni – 11. Juli 2026) für die österreichische Immobilienwirtschaft – von Investmentmarkt über Wohnprojekte bis PropTech und Hospitality.
Investmentmarkt hält die Stellung
EHL-Marktupdate: Österreichs Immobilieninvestmentvolumen liegt im 1. Halbjahr 2026 bei rund 1,15 Mrd. Euro – nur knapp unter dem Vorjahreswert.
Fonds-Abverkauf hält an
Offene Immobilienfonds verkaufen weiter: Seit Oktober 2023 wurden bereits Objekte um 1,5 Mrd. Euro veräußert, am stärksten betroffen ist der LLB Semper Real Estate Fonds.
Wiener Mieten explodieren weiter
Immo-Analytics-Halbjahresbericht: Neubaumieten steigen in fast allen Bezirken stärker als die Inflation, Käufer wandern zunehmend zu Premium-Immobilien.
Wohnen bleibt Lieblings-Assetklasse
BNP Paribas Real Estate: Wohnportfolios waren im 1. Halbjahr 2026 die stärkste Assetklasse – 4,4 Mrd. Euro flossen in Pakete ab 30 Einheiten.
Ruf nach einheitlichen Bau-Daten
Die ÖGNI fordert verbindliche, standardisierte Datenerfassung für Gebäude – nötig, um EU-Vorgaben wie Taxonomie, CSRD und EPBD überhaupt umsetzen zu können.
Smarter Turm in der Donau City
Pocket House digitalisiert den neuen DC2 Tower der Commerz Real und baut damit seine PropTech-Präsenz in Wiens Donau City weiter aus.
Sonnenstrom auch bei Nacht
Heizma startet die Energiegemeinschaft „Teilma“: Photovoltaik plus Speicher decken bis zu 98 % des Mitgliederbedarfs – auch ohne eigene PV-Anlage.
Hotel-Comeback in Wien
Crowne Plaza kehrt nach Österreich zurück: IHG eröffnet im 6. Bezirk einen von David Chipperfield entworfenen Neubau mit 195 Zimmern, Ende Q3 2026.
Zement wird grüner
Holcim Österreich aktualisiert seine Umweltproduktdeklarationen: Der CO₂-Fußabdruck von Zement & Betonzusatzstoffen sinkt um über 17 % gegenüber Branchenwerten.
Stille als neuer Luxus
„Quietcations“: Beim Alpine Hospitality Summit 2026 setzen Häuser wie Refugium Lunz auf Ruhe und Entschleunigung statt Masse – und erzielen damit höhere Preise.
Aufschwung trifft auf Handelsflächen unter Druck
Der Gewerbeimmobilienmarkt in Österreich zeigt sich 2026 auf Erholungskurs. Laut CBRE stieg das Investmentvolumen 2025 auf 4,1 Milliarden Euro, ein Plus von 40 Prozent. Wien allein kam auf 3,1 Milliarden Euro. Größere Transaktionen wie der Verkauf des Bürogebäudes Business Center Muthgasse in Wien-Döbling und des Komplexes Arcade Meidling belegen die wachsende Investorennachfrage.
Im Einzelhandel geht die Entwicklung auseinander. Toplagen wie die Wiener Innenstadt profitieren von internationalen Marken und Spitzenmieten um 380 Euro pro Quadratmeter, während abseits davon rund zehn Prozent der Fachmarktflächen leer stehen, trotz weiterer Expansion von Diskontern wie Action und Woolworth.
Mehr Transparenz bringt ein neues Dashboard der Oesterreichischen Nationalbank, das erstmals rund 50 Indikatoren zu Österreichs 285.000 Gewerbeimmobilien öffentlich zugänglich macht.
Österreich belohnt Eigenheimbesitzer
Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) sorgt in Deutschland gerade für Aufsehen: Wer dort eine Immobilie kauft und selbst einzieht, zahlt am Ende drauf, und zwar bis zu 87.000 Euro mehr als ein Anleger, der dieselbe Wohnung vermietet. Für Österreich liefert die Studie einen Nebenbefund, der hierzulande zu wenig Beachtung findet: Anders als beim großen Nachbarn wird Wohneigentum in Österreich steuerlich nicht benachteiligt, sondern leicht bevorzugt. Der Vorsprung ist allerdings kleiner, als man erwarten würde, und aktuelle politische Entwicklungen drohen ihn noch zu schmälern.
Die Grundidee: Wohnen als Investition oder als Konsumgut
Die IW-Ökonomen Michael Voigtländer und Lisa Wagner rechnen in ihrer Studie ein Standardbeispiel durch: eine Bestandswohnung um 300.000 Euro, finanziert zu 80 Prozent mit Kredit, gehalten über 15 Jahre. Einmal wird sie vermietet, einmal selbst bewohnt. Der Unterschied liegt darin, wie die jeweiligen Länder Wohneigentum steuerlich behandeln: als Investitionsgut, bei dem Mieteinnahmen versteuert, aber auch Kosten wie Abschreibung, Zinsen und Instandhaltung geltend gemacht werden können, oder als Konsumgut, bei dem beides entfällt. In Deutschland gilt für Selbstnutzer Letzteres, während Vermieter kräftig von Abschreibungsmöglichkeiten profitieren. Das treibt dort die Rendite der Vermietung auf 7,1 Prozent, während Selbstnutzer nur auf 5,0 Prozent kommen, in Metropolen ist der Abstand mit rund drei Prozentpunkten sogar noch größer.
Österreich liegt im europäischen Mittelfeld, mit leichtem Vorteil fürs Eigenheim
Im Ländervergleich der Studie, der neben Deutschland auch die Niederlande, Dänemark, Belgien, Frankreich und Irland umfasst, ist Österreich das Land mit dem knappsten Vorsprung für Selbstnutzer. Nach dem Modell der Autoren erzielen Vermieter in Österreich eine Rendite von 6,8 Prozent, Selbstnutzer 7,8 Prozent, ein Vorteil von etwa einem Prozentpunkt. Zum Vergleich: In den Niederlanden liegt die Selbstnutzungsrendite mit rund 12 Prozent fast fünfmal so hoch wie jene der Vermietung, auch in Irland und Belgien ist der Abstand mit acht beziehungsweise vier Prozentpunkten deutlich größer. Österreich gehört damit zwar zu den Ländern, die dem Eigenheim keine steuerlichen Steine in den Weg legen, tut das aber vergleichsweise zurückhaltend.
Ausschlaggebend sind drei Stellschrauben im österreichischen Steuerrecht, die die Studie skizziert. Erstens die Kaufnebenkosten: Sie liegen laut Modell pauschal bei 7 Prozent des Kaufpreises, unabhängig davon, ob die Immobilie vermietet oder selbst bewohnt wird, deutlich unter den bis zu 32.500 Euro, die in NRW allein an Grunderwerbsteuer für eine 500.000-Euro-Immobilie anfallen. Zweitens die laufende Besteuerung: Mieteinnahmen werden in der Modellrechnung mit 48 Prozent versteuert, Vermieter können aber eine Abschreibung von 1,5 Prozent pro Jahr auf 80 Prozent des Gebäudewerts geltend machen. Drittens der Verkauf: Während der Hauptwohnsitz beim Verkauf steuerfrei bleibt, fällt bei vermieteten Immobilien die 30-prozentige Immobilienertragsteuer an. Diese Kombination aus vergleichsweise niedrigen Erwerbsnebenkosten und einer spürbaren Besteuerung von Vermietungsgewinnen sorgt dafür, dass sich Eigennutzung in Österreich unter dem Strich etwas mehr lohnt als Vermietung, wenn auch nur leicht.
Aktuelle Politik: Der bestehende Vorteil bröckelt gerade
Während die IW-Studie den Status quo beschreibt, verändert sich die Ausgangslage in Österreich derzeit selbst. Seit 1. Juli 2024 waren Grundbucheintragungsgebühr (1,1 Prozent) und Pfandrechtseintragungsgebühr (1,2 Prozent) beim Kauf eines Hauptwohnsitzes bis zu einer Bemessungsgrundlage von 500.000 Euro befreit, ein Vorteil von bis zu rund 11.500 Euro für Selbstnutzer. Diese befristete Regelung ist am 30. Juni 2026, also erst wenige Tage vor Veröffentlichung der IW-Studie, ausgelaufen. Käufer, die jetzt einen Hauptwohnsitz erwerben, zahlen die Gebühren wieder voll.
Eine weitergehende Entlastung ist zwar im Regierungsprogramm 2025 bis 2029 angekündigt: Die Abschaffung der Grunderwerbsteuer beim Erwerb des ersten Eigenheims soll geprüft werden. Ein Gesetzentwurf liegt dafür bislang aber nicht vor, und Fachleute rechnen aufgrund der damit verbundenen Einnahmeausfälle für Bund und Länder frühestens mittelfristig mit einer Umsetzung. Der ohnehin schon moderate steuerliche Vorteil für Selbstnutzer, den die IW-Studie für Österreich errechnet, dürfte sich damit im laufenden Jahr eher verkleinern als vergrößern.
Einordnung: Wenig Grund zur Entwarnung
Der internationale Vergleich zeigt Österreich also nicht als Belastungsfall wie Deutschland, aber auch nicht als Vorzeigeland wie die Niederlande oder Irland. Das passt zum Befund, dass die heimische Wohneigentumsquote mit rund 51 bis 55 Prozent zwar über dem deutschen Wert von 44 Prozent liegt, den EU-Schnitt von rund 70 Prozent aber ebenfalls deutlich verfehlt. Die IW-Autoren empfehlen Deutschland als Ausweg unter anderem eine Differenzierung der Grunderwerbsteuer zugunsten von Selbstnutzern, wie sie in mehreren Vergleichsländern bereits Praxis ist. Genau eine solche Differenzierung fehlt aber auch im österreichischen Steuerrecht bis heute: Die Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent gilt unabhängig von der Nutzungsart. Der leichte steuerliche Vorsprung des Eigenheims in Österreich entsteht damit vor allem über die Besteuerung der laufenden Mieteinnahmen und den Verkaufsgewinn, nicht über eine gezielte Förderung von Käufern. Ob die im Regierungsprogramm angekündigte Prüfung einer Ersterwerbs-Befreiung daran künftig etwas ändert, bleibt offen.
Start-up Challenge beim ÖGNI Symposium 2026
Die ÖGNI vergibt in Kooperation mit der Nachhaltigkeitsplattform Orbyz 12 kostenfreie Ausstellungsplätze beim ÖGNI Symposium 2026 an innovative Start-ups. Das Symposium findet am 22. Oktober 2026 unter dem Motto „Sustainability: Turning Intentions into Impact“ im Wiener Ronacher Theater statt, mit rund 800 Entscheidungsträger:innen der Branche als Publikum.
Voraussetzungen
- Neu am Markt
- Tätig in einem der Bereiche: Energie, Abfall, Ressourcen, Mobilität oder Tourismus
- Echte Innovation mit Bezug zur Bau- und Immobilienbranche
So bewirbst du dich
- Registriere dein Start-up auf orbyz.world
- Klicke im Start-up-Challenge-Highlight auf „Join now“ und dann auf „Contribute“
- Stell dein Unternehmen, Produkt und deine Vision vor, gerne mit Bildern
- Aktiviere deine Community: Die Votingphase startet im Sommer auf Orbyz!
Bewerbungsschluss: 31. Juli 2026. Je früher du dich bewirbst, desto mehr Sichtbarkeit bekommt dein Start-up vor dem Voting.
Alle Infos: ogni.at/aktivitaeten/symposium
Die neue IMMOBILIENWIRTSCHAFT
BK werden zentrales Thema
Der MVDI (Marketing‑Vereinigung deutscher Immobilienunternehmen) hat gemeinsam mit der Bauakademie Performance GmbH den ImmoBench‑Marktbericht 2025 veröffentlicht, der zeigt, dass die durchschnittlichen Betriebskosten für Wohnimmobilien im Median von 2,32 €/m²·Monat im Vorjahr auf 2,69 €/m²·Monat gestiegen sind – ein Anstieg von rund 16 % und insbesondere bei warmen Betriebskosten um etwa 42 %. Diese Entwicklung macht Betriebskosten zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor für Wohnungsunternehmen.
Klassifizierung für Green Leases
Die gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. hat ein neues System zur Bewertung nachhaltiger gewerblicher Mietverträge vorgestellt. Die „Green Lease Klassifizierung nach gif“ soll ESG-Regelungen in Mietverträgen erstmals standardisiert, vergleichbar und nachvollziehbar bewerten.
Das Modell basiert auf einem Sterne-System und berücksichtigt sowohl die rechtliche Verbindlichkeit als auch die ökologische Relevanz einzelner Vertragsklauseln.
★ Green Lease (50–65 % der Punkte): grundlegende Maßnahmen mit Sensibilisierungscharakter
★★ Green Lease (65–80 %): verbindliche Vereinbarungen mit messbaren Nachhaltigkeitseffekten
★★★ Green Lease (ab 80 %): besonders ambitionierte Vertragsgestaltung mit klaren KPIs und Vorbildfunktion im Markt
Die Methodik basiert auf einem differenzierten Punktesystem, das zwischen unverbindlichen Bemühungsklauseln (1 Punkt) und rechtlich bindenden Verpflichtungsklauseln (2 Punkte) unterscheidet. Ergänzend erfolgt eine Gewichtung nach ökologischer Relevanz der jeweiligen Regelung. Das Online-Tool ist ab sofort verfügbar.
3D-Druck trifft Modulbau
Jetzt habe ich etwas Tolles gelesen, das zwei Technologien verbindet: Modulbau und 3D-Druck.
Das Architekturbüro KTGY hat ein Konzept namens Hexagon House entwickelt, das genau diese Kombination konsequent durchdenkt. Bisher war 3D-Druck im Wohnbau fast ausschließlich bei eingeschossigen Einfamilienhäusern im Einsatz. Der Grund: Beton als Material ist schwer, trocknungsintensiv und lässt sich schwer transportieren. Das Konzept löst dieses Problem elegant, indem die Module nicht auf der Baustelle gedruckt werden, sondern in der Fabrik. Dort kommen neue Materialien zum Einsatz, zum Beispiel Geopolymere, Biokunststoffe und Recyclingmaterialien. Die fertigen Module werden dann gestapelt, zu drei- oder viergeschossigen Mehrfamilienhäusern.
Handelsimmobilien
Peek & Cloppenburg prüft Verkauf in Kärntner Straße
Im letzten Newsletter berichtete die deutsche Immobilienzeitung: „Die Eigentümerfamilie von Peek & Cloppenburg Düsseldorf prüft einen Verkauf der Peek-&-Cloppenburg-Filiale auf der Kärntner Straße in Wien. Der Asset-Manager der Familie, Midstad, hat Angebote eingeholt. Das Modekaufhaus wurde vom Architekturbüro David Chipperfield entworfen und könnte 300 Mio. Euro einbringen.“
Was in Deutschland passiert: Der digitale Notarvertrag kommt
Der klassische Papiervertrag beim Notar hat in Deutschland ausgedient – zumindest optional. Der Deutsche Bundestag hat am 7. Mai 2026 ein Gesetz zur Digitalisierung des Vollzugs von Immobilienverträgen beschlossen.
Die Reform hat zwei Seiten: Notare können künftig ein elektronisches Dokument auch direkt beim persönlichen Termin erstellen, beurkunden und digital signieren. Und alles, was danach kommt, also Mitteilungen an Grundbuchamt, Finanzverwaltung und Banken, soll ebenfalls vollständig digital laufen. Bürger:innen profitieren von einem beschleunigten Vollzug von Immobilienverträgen und zügigeren Eigentumsumschreibungen im Grundbuch.
In Österreich ist eine vergleichbare Reform noch nicht in Sicht. Dabei gelten eigentlich dieselben Argumente: weniger Bürokratie, kürzere Wartezeiten, mehr Flexibilität. Deutschland zeigt, dass es geht.